Der europäische Spirituosenmarkt erlebt eine turbulente Woche. Ausgelöst durch schwache Prognosen des Konkurrenten Diageo geraten auch die Papiere von Pernod Ricard massiv in die Defensive. Anleger fragen sich nun, ob die Wachstumsstory der Premium-Marken angesichts sinkender Konsumstimmung vorerst unterbrochen ist.

Belastung durch die Konkurrenz

Die belastenden Nachrichten kamen aus Großbritannien: Der Mitbewerber Diageo senkte nicht nur die Umsatzprognose, sondern halbierte auch die Zwischendividende. Dieser strategische Kurswechsel, getrieben durch einen organischen Umsatzrückgang und den Fokus auf Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit, löste eine Sogwirkung aus. Marktbeobachter interpretieren den Schritt als Signal für einen verschärften Preiskampf und zunehmenden Margendruck in der gesamten Branche.

Diese Sektor-Schwäche spiegelt sich deutlich im Kursverlauf von Pernod Ricard wider. Innerhalb der letzten sieben Tage verzeichnete der Titel ein Minus von fast elf Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 77,10 Euro notiert die Aktie rund 25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 103,55 Euro, das erst Anfang März 2025 erreicht worden war.

Eigene Baustellen in Kernmärkten

Pernod Ricard kämpft jedoch nicht nur mit dem schwierigen Branchenumfeld. Eigene Zahlen belegten zuletzt einen organischen Umsatzrückgang von 5,9 Prozent im ersten Halbjahr. Besonders die wichtigen Kernmärkte USA und China schwächeln, während der Handel weltweit Lagerbestände abbaut. Der Gewinn aus dem wiederkehrenden Geschäft sank organisch um 7,5 Prozent.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Pernod Ricard?

Das Management reagiert auf diese Entwicklung mit einem strikten Sparkurs. Ein umfassendes Effizienzprogramm soll die Kosten bis 2029 um eine Milliarde Euro senken. Ein positiver Aspekt in der Bilanz bleibt der freie Cashflow, der zuletzt um 9,5 Prozent auf 482 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, die Nettoverschuldung um fast eine Milliarde Euro zu reduzieren.

Charttechnik signalisiert Überverkauf

Trotz der fundamentalen Sorgen liefert die Charttechnik einen interessanten Datenpunkt. Nach dem jüngsten Kursrutsch ist der Relative-Stärke-Index (RSI) auf einen Wert von 23,2 gefallen. Dies deutet darauf hin, dass die Aktie kurzfristig stark überverkauft ist, was in der Vergangenheit häufig technischen Gegenreaktionen vorausging.

Eine nachhaltige Erholung ist jedoch erst zu erwarten, wenn die Aktie den Bereich um den 200-Tage-Durchschnitt bei 85,25 Euro zurückerobern kann. Bis dahin wird entscheidend sein, ob die eingeleiteten Kostensenkungen ausreichen, um die Profitabilität gegen den branchenweiten Abwärtstrend abzusichern.

Anzeige

Pernod Ricard-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Pernod Ricard-Analyse vom 27. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Pernod Ricard-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Pernod Ricard-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Pernod Ricard: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...