Advanced Micro Devices hat einen der größten Chip-Lieferverträge der Branchengeschichte gesichert: Meta Platforms will bis zu 6 Gigawatt AMD-Instinct-GPUs für seine KI-Rechenzentren einsetzen. Doch während die Aktie zunächst um 9% hochschoss, zeigt sich schnell: Der Deal hat auch eine Kehrseite. Die Frage nach der Verwässerung bestehender Aktien sorgt für Diskussionen – und könnte erklären, warum die AMD-Aktie trotz Rekordaufträgen in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck geraten ist.

Das Meta-Abkommen: Milliardenumsätze mit Haken

Meta bestätigte die mehrjährige Vereinbarung, die den Einsatz von bis zu 6 Gigawatt AMD-GPUs über fünf Jahre vorsieht. Das erste Gigawatt wird ab der zweiten Jahreshälfte 2026 mit maßgeschneiderten MI450-GPUs, EPYC-CPUs der 6. Generation und AMDs Helios-Rack-Systemen ausgeliefert.

Analysten von Hargreaves Lansdown schätzen das Umsatzpotenzial des Vertrags auf rund 60 Milliarden Dollar. Bank of America beziffert jedes Gigawatt auf 15 bis 20 Milliarden Dollar Umsatz und etwa 6 Milliarden Dollar Nettogewinn. Doch die Freude wird durch eine entscheidende Komponente getrübt: Meta erhält leistungsabhängige Optionsscheine zum Erwerb von 160 Millionen AMD-Aktien – rund 10% des Unternehmens.

Diese Struktur ist nicht neu. Im Oktober 2025 schloss AMD einen identischen Deal mit OpenAI: ebenfalls 6 Gigawatt Instinct-GPUs, ebenfalls 160 Millionen Optionsscheine. Sollten Meta und OpenAI ihre Rechte vollständig ausüben, droht den bestehenden Aktionären eine kombinierte Verwässerung von etwa 20%.

Analysten zwischen Euphorie und Sorge

Die Reaktion der Wall Street fiel gemischt aus. Bank of America bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 280 Dollar. Goldman Sachs hob das Ziel von 210 auf 240 Dollar an, Mizuho von 275 auf 280 Dollar. Veteran-Analyst Stephen Guilfoyle von TheStreet Pro senkte sein Kursziel jedoch von zuvor 320 auf 274 Dollar – immer noch knapp 30% über dem aktuellen Niveau von 210 Dollar.

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Der Knackpunkt: Die Optionsscheine. Bank of America merkte an, dass eine vollständige Verwässerung erst bei einem Aktienkurs von rund 600 Dollar eintreten würde – etwa dem Dreifachen des aktuellen Niveaus. Analyst Joseph Sur warnte hingegen, die Struktur könnte die Bruttomarge bei den betroffenen Umsätzen um 200 bis 400 Basispunkte drücken.

Helios gegen Nvidia: Das Aufholjagd-Szenario

Mit Helios hat AMD erstmals eine großangelegte Alternative zu Nvidias Grace-Blackwell-Systemen im Angebot. Die in Zusammenarbeit mit Meta über das Open Compute Project entwickelte Rack-Scale-Lösung kann zumindest auf dem Papier mit Nvidias Vera Rubin mithalten.

Meta plant 30 Rechenzentren, davon 26 in den USA – eine Schlüsselchance für AMD, das mit einer Marktkapitalisierung von 320 Milliarden Dollar weit hinter Nvidia (4,66 Billionen Dollar, etwa 90% Marktanteil) zurückliegt. Neben Meta und OpenAI hat AMD auch Oracle als Großkunden gewonnen: 50.000 GPUs noch in diesem Jahr, mit Option auf Ausweitung.

Starke Zahlen, enttäuschter Markt

Im vierten Quartal 2025 erzielte AMD einen Umsatz von 10,27 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 9,67 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft kletterte auf Rekord-5,4 Milliarden Dollar, ein Plus von 39% im Jahresvergleich.

Dennoch brach die Aktie nach den Zahlen um 17% ein. Der Grund: Die Prognose für das erste Quartal von 9,8 Milliarden Dollar (plus/minus 300 Millionen) blieb hinter manchen Erwartungen zurück. Die zentrale Frage für Investoren lautet: Kann AMD mit Hardware-Performance Nvidias Software-Vorteil durch CUDA überwinden und rentable Marktanteile gewinnen?

Mit zwei Mega-Deals in der Tasche hat sich AMD als Hauptherausforderer im KI-GPU-Markt positioniert. Ob die finanzielle Struktur dieser Verträge langfristig Wert schafft oder die Margen zu stark belastet, wird die kommenden Quartale zeigen.

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