TUI Aktie: Gegenwind bleibt
TUI liefert operativ ab – und trotzdem tut sich die Aktie schwer. Der Grund liegt weniger in den Quartalszahlen als im Blick nach vorn: schwächere Vorausbuchungen treffen auf neue Unsicherheit durch den US-EU-Zollstreit. Kann das Rekordquartal die wachsenden Risiken überhaupt überdecken?
Rekord-EBIT – aber die Buchungen kühlen ab
Im ersten Geschäftsquartal 2025/26 meldete TUI ein bereinigtes Rekord-EBIT von 77,1 Mio. Euro – das höchste Q1-Niveau seit dem Zusammenschluss mit TUI Travel PLC im Jahr 2014. Besonders rund lief es im Kreuzfahrtgeschäft: Das Segment-EBIT (inklusive Equity-Ergebnis von TUI Cruises) stieg um 70,8% auf 82,3 Mio. Euro. Die Kapazität legte um 16% zu, die Auslastung lag nahezu bei 100%.
Die Börse schaut aber nach vorn – und dort wird das Bild grauer. Für den Winter 2025/26 lag der gebuchte Umsatz laut Unternehmen 1% unter Vorjahr, für den Sommer 2026 2% darunter. Genau diese Delle bremst die positive Wirkung des Rekordquartals.
Zollstreit drückt auf Konsumlaune
Zusätzliche Nervosität kommt aus der Politik. In den USA sind neue, weltweit geltende Zölle von 10% in Kraft getreten, zudem wurden weitere Zölle in Höhe von 15% angekündigt. Gleichzeitig sorgt das eingefrorene Zollabkommen seitens der EU für eine Pattsituation.
Für den Reisesektor ist das ein ungünstiges Umfeld: Ein eskalierender Handelskonflikt kann die Konsumlaune belasten – und damit indirekt auch die Reiselust. Bei TUI trifft dieser Makro-Gegenwind auf eine ohnehin leicht schwächere Buchungsdynamik.
Kursbild bleibt angeschlagen – Dividende und Insiderkäufe als Kontrast
Am Markt zeigt sich die Zurückhaltung auch im Chartbild: Mit aktuell 8,10 Euro notiert die Aktie weiterhin unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,81 Euro. Auf 30 Tage steht ein Minus von 8,39% zu Buche – trotz leichtem Abstand von nur 0,15% zum 200-Tage-Durchschnitt (8,09 Euro). Der RSI von 45 signalisiert dabei weder Überhitzung noch Extrem-Schwäche.
Auf der positiven Seite stehen mehrere Faktoren, die zumindest Stabilität signalisieren. Auf der Hauptversammlung am 10. Februar bestätigte TUI die Rückkehr zur Dividendenzahlung: Für das Geschäftsjahr 2025 ist eine Starter-Dividende von 0,10 Euro je Aktie vorgesehen, ab 2026 eine Ausschüttungsquote von 10 bis 20% des bereinigten Ergebnisses je Aktie.
Zudem verbesserte sich die Bilanz: Das operative Ergebnis für das Gesamtjahr 2025 lag bei 1,46 Mrd. Euro, die Nettoverschuldung sank von 1,6 auf 1,3 Mrd. Euro. Fitch bestätigte das „BB“-Rating mit stabilem Ausblick, Moody’s bestätigte „Ba3“ und hob den Ausblick auf „positiv“ an. Nach dem Kursrückgang kamen außerdem Insiderkäufe hinzu – unter anderem durch CEO Sebastian Ebel und CFO Mathias Kiep.
Beim Thema Buchungen verweist das Unternehmen laut Reuters auf einen Trend zu Last-Minute-Buchungen sowie dämpfende Effekte durch schlechtes Wetter in Deutschland und Großbritannien, das die Frequenz in Reisebüros belastet habe. TUI ordnet das als Teil der strategischen Reduzierung der eigenen Risikokapazität ein und sieht die Entwicklung im Plan.
Der nächste harte Datenpunkt folgt am 13. Mai 2026 mit dem Halbjahresbericht. Dann wird sichtbar, ob TUI die leichte Buchungsschwäche im Sommergeschäft auffängt und wie belastbar die Jahresprognose in einem Umfeld bleibt, das durch den Zollkonflikt zusätzlich unsicher geworden ist.
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