AMD hat innerhalb von zwei Tagen gleich zwei strategische Partnerschaften verkündet, die das Unternehmen im AI-Chip-Markt deutlich voranbringen sollen. Der wichtigste Deal: Ein Vertrag mit Meta über bis zu 60 Milliarden Dollar für die Lieferung von AI-Chips über fünf Jahre. Doch die Konstruktion wirft Fragen auf – denn AMD gibt dafür einen beträchtlichen Anteil am eigenen Unternehmen ab.

Meta sichert sich bis zu 10 Prozent an AMD

Am 24. Februar gab AMD bekannt, dass Meta über mehrere Jahre hinweg bis zu 6 Gigawatt an Instinct-GPUs für seine AI-Rechenzentren beziehen wird. Der Vertragswert: bis zu 60 Milliarden Dollar über fünf Jahre. Die erste Lieferung basiert auf einer maßgeschneiderten Version der MI450-Architektur, optimiert für Metas Anforderungen. Die Auslieferung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen.

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Der Haken: AMD hat Meta im Gegenzug eine leistungsbasierte Warrant über bis zu 160 Millionen Aktien ausgegeben – bei einem Ausübungspreis von nur einem Cent pro Aktie. Die Warrant wird fällig, sobald bestimmte Lieferziele erreicht sind. Zusätzliche Tranchen werden freigeschaltet, wenn der AMD-Aktienkurs Schwellen bis zu 600 Dollar erreicht. Effektiv könnte Meta damit einen Anteil von bis zu 10 Prozent an AMD erhalten.

Es ist bereits das zweite Mal, dass AMD zu diesem Mittel greift. Im Oktober 2025 hatte das Unternehmen OpenAI eine nahezu identische Warrant-Struktur über 160 Millionen Aktien gewährt. Die Konstruktion zeigt: AMD ist bereit, erhebliche Verwässerung in Kauf zu nehmen, um sich im Wettbewerb mit Nvidia Großkunden zu sichern.

Nutanix-Partnerschaft als zweiter Baustein

Nur einen Tag später, am 25. Februar, folgte die Ankündigung einer Kooperation mit Nutanix. AMD investiert 150 Millionen Dollar in Nutanix-Aktien zu 36,26 Dollar pro Stück und stellt weitere 100 Millionen für gemeinsame Entwicklungs- und Vertriebsaktivitäten bereit. Ziel ist der Aufbau einer offenen AI-Infrastruktur-Plattform für sogenannte Agentic-AI-Anwendungen. Die ersten Produkte sollen Ende 2026 auf den Markt kommen.

Marktreaktion bleibt verhalten

Die Aktie reagierte zunächst euphorisch: Am 24. Februar legte das Papier rund 9 Prozent zu und schloss bei 213,84 Dollar. Doch die Gewinne waren nicht von Dauer. Bereits am Folgetag gab die Aktie nach und schloss bei 210,86 Dollar. Am 26. Februar rutschte der Kurs zwischenzeitlich auf 201,85 Dollar ab.

Die verhaltene Reaktion dürfte mit der Warrant-Struktur zusammenhängen. Matt Britzman von Hargreaves Lansdown kommentierte gegenüber Reuters: „Für AMD ist dies ein Vertrauensbeweis in seine AI-Hardware der nächsten Generation – aber die Tatsache, dass das Unternehmen einen 10-Prozent-Anteil abgeben muss, deutet darauf hin, dass es Schwierigkeiten haben könnte, organische Nachfrage zu generieren."

Nvidia bleibt dominierend

Trotz der neuen Deals bleibt Nvidia mit rund 90 Prozent Marktanteil im AI-Beschleuniger-Segment der unangefochtene Branchenführer. Die Marktkapitalisierung von Nvidia liegt bei etwa 4,66 Billionen Dollar, AMD bringt es auf rund 344 Milliarden Dollar. Meta selbst hat erst eine Woche vor dem AMD-Deal angekündigt, Millionen von Nvidia-GPUs zu kaufen. Metas Infrastruktur-Chef Santosh Janardhan erklärte, die Größenordnung des Unternehmens erfordere mehrere Chip-Lieferanten.

Die Kapitalausgaben der großen Tech-Konzerne – Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta – werden 2026 voraussichtlich mindestens 630 Milliarden Dollar erreichen. AMD versucht, sich einen größeren Anteil an diesem Kuchen zu sichern. Die Frage ist, zu welchem Preis. Die ersten MI450-Lieferungen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 werden zeigen, ob AMD die Erwartungen erfüllen kann – und ob die Verwässerung der Anteilseigner durch die Deals gerechtfertigt war.

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