Der Windkraftprojektierer steht am Scheideweg: Nach dem historischen Verlust von 170 Millionen Euro und dem Scheitern der ersten Gläubigerabstimmung am Quorum kommt es am Montag zum zweiten Anlauf. Diesmal mit deutlich niedrigerer Hürde – doch die Zeit drängt.

Zweiter Versuch mit gesenkter Schwelle

Die Präsenzversammlung in der IHK Wiesbaden benötigt nur noch 25 Prozent Beteiligung statt der ursprünglich geforderten 50 Prozent. Beim ersten Anlauf im Februar stimmte zwar die Mehrheit für die Beschlussvorschläge zur Anleihe 2024/29, doch mit 38 Prozent wurde das Quorum verfehlt.

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Im Kern geht es um drei zentrale Punkte: Die Lockerung der Negativverpflichtung, die aktuell besicherte Kredite blockiert. Die Aussetzung von Kündigungsrechten bis Ende Mai 2026. Und die Bestellung eines gemeinsamen Vertreters für die Anleihegläubiger.

Das Unternehmen braucht Handlungsspielraum für frische Finanzierung. Seit 23. Januar läuft eine Stillhaltevereinbarung mit wichtigen Gläubigern.

Dramatischer Absturz am Kapitalmarkt

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Vom 52-Wochen-Hoch bei 45,20 Euro im Juli 2025 bis auf 4,25 Euro im Februar – ein Minus von über 87 Prozent. Die Anleihe 2024 notiert bei etwa 16 Prozent des Nennwerts.

Verantwortlich für die Abwärtsspirale ist der erste Jahresverlust in der fast 30-jährigen Firmengeschichte. Noch im November rechnete die Führung mit 95 Millionen Euro Minus, bevor die Korrektur auf 170 Millionen Euro folgte. Hauptbelastung: Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland drückten die Einspeisevergütungen, dazu kamen Wertberichtigungen von 35 Millionen Euro und Projektverschiebungen in mehreren europäischen Märkten.

Solar-Erfolge als Hoffnungsschimmer

Trotz der Finanzkrise meldet ABO Energy operative Fortschritte. In den ersten beiden Solarausschreibungen 2025 gab es Zuschläge für fünf Parks mit 57 Megawatt, jüngst folgten drei weitere Projekte mit 50 Megawatt Gesamtleistung in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Die Projekte sind Teil eines Hybrid-Portfolios mit 100 Megawatt Solar- und 80 Megawatt Batteriespeicher. Nach Unternehmensangaben laufen Investorengespräche. Ende Januar wurden drei französische Solarprojekte veräußert – ein wichtiger Schritt zur Liquiditätssicherung.

Die Management-Prognose: Mit der 30-Gigawatt-Pipeline soll bereits 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen. Vorausgesetzt, die Gläubiger stimmen am Montag zu. Der Jahresabschluss 2025 folgt am 22. Juni, die Hauptversammlung am 13. August 2026.

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