Europäische Märkte stabilisieren sich – Andritz und Addiko mit wichtigen Unternehmenszahlen
Die europäischen Börsen zeigen sich am Donnerstag in freundlicher Verfassung, während Anleger weiterhin die jüngsten Marktbewegungen verarbeiten. Der österreichische Leitindex ATX notiert wieder im Plus für das laufende Jahr, während aus der Unternehmenslandschaft bedeutende Geschäftszahlen und strategische Weichenstellungen gemeldet werden.
ATX kehrt in die Gewinnzone zurück
Der österreichische Aktienmarkt präsentiert sich zur Wochenmitte in robuster Verfassung. Der ATX notiert zur Mittagszeit mit einem leichten Plus von 0,5 Punkten und liegt damit year-to-date wieder 4 Prozent im Plus. Diese Entwicklung markiert eine bemerkenswerte Erholung nach den volatilen Handelstagen der vergangenen Wochen.
Unter den Einzelwerten stechen besonders drei Titel hervor: Frequentis führt das Feld mit einem Kursgewinn von 3,4 Prozent an, gefolgt von Do&Co mit plus 3,2 Prozent und Palfinger mit einem Zuwachs von 2,6 Prozent. Die Handelsvolumina bleiben weiterhin auf hohem Niveau, wenngleich sie etwas unter den sensationell hohen Umsätzen des Vortages liegen.
DAX im Plus, aber Jahr noch im Minus
Der deutsche Leitindex DAX zeigt sich ebenfalls leicht positiv und notiert zur Mittagszeit bei 24.247 Punkten, was einem Plus von 0,17 Prozent entspricht. Im Gegensatz zum ATX weist der DAX jedoch year-to-date noch ein Minus von 1,16 Prozent auf.
Die Gewinnerliste im deutschen Leitindex wird von Adidas mit einem Kursplus von 3,9 Prozent angeführt. Symrise folgt mit plus 2,6 Prozent, während MTU Aero Engines einen Zuwachs von 2,2 Prozent verzeichnet.
Andritz mit durchwachsenen Jahreszahlen – Blick auf 2027 optimistisch
Der Technologiekonzern Andritz hat seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und verzeichnet einen Umsatzrückgang um 5 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. CEO Joachim Schönbeck erklärt die Entwicklung damit, dass „mehrere Großprojekte noch in der Anlaufphase sind, aber die Aufträge verbucht und die Einnahmen folgen werden."
Der Ausblick für die kommenden Jahre fällt deutlich optimistischer aus: Für 2027 liegt die Umsatzerwartung bei 9 bis 10 Milliarden Euro, die vergleichbare EBITA-Marge wird mit größer 9 Prozent prognostiziert. Als Wachstumstreiber identifiziert das Management insbesondere den Servicebereich sowie die Nachfrage nach grünen Technologien. Auch M&A-Aktivitäten sollen das Wachstum unterstützen. Die Aktie reagierte zunächst mit deutlichen Verlusten, holte im Tagesverlauf jedoch auf. Die Zahlen könnten eine Gelegenheit für Investor Relations darstellen, institutionellen Anlegern die Unternehmensstrategie am Nachmittag zu präzisieren.
Addiko Bank wechselt in den Standard Market
Die Addiko Bank weist für 2025 ein Nettoergebnis von 44 Millionen Euro aus, leicht unter dem Vorjahreswert von 45,4 Millionen Euro. Als Belastungsfaktoren nennt die Bank „neue makroprudenzielle Maßnahmen und Kreditbeschränkungen in Kroatien, Serbien, Montenegro und der Republik Srpska", die sich negativ auf das neue Geschäft und das Nettobankergebnis ausgewirkt haben.
Eine bedeutende strukturelle Veränderung steht bevor: Ab dem 1. April wird die Addiko vom Prime Market in den Standard Market der Wiener Börse umgereiht. Diese Umstellung hat praktische Konsequenzen, da die Aktie dann nicht mehr fließend gehandelt werden soll. Für Wikifolio-Investoren ist dies relevant, da Aktien ohne fließenden Handel in Wikifolios nicht mehr handelbar sind – schließlich muss jederzeit ein Kauf und Verkauf möglich sein.
Palfinger sichert sich Offshore-Auftrag in Taiwan
Palfinger Marine hat einen bedeutenden Auftrag für den Offshore-Windpark Formosa 4 in Taiwan erhalten. Das Auftragsvolumen umfasst 35 vollelektrische Offshore-Krane des Typs PF200 mit jeweils 7 Metern Ausladung. Der Auftrag unterstreicht die Positionierung des Unternehmens im wachsenden Segment der erneuerbaren Energien.
UBM vermeldet Vermietungserfolge im Leopold-Quartier
Der Immobilienentwickler UBM kann drei neue Mieter für das Leopold-Quartier vermelden: einen globalen Technologiekonzern, den IT-Dienstleister Ovario sowie den Gastronomen Leonardi Eurest, der sogar einen Schanigarten errichten wird.
Analysteneinschätzungen im Überblick
Die Researchhäuser haben ihre Einschätzungen zu mehreren österreichischen Titeln aktualisiert. SRC erhöht nach der Präsentation der vorläufigen Zahlen das Kursziel für Porr deutlich von 35 auf 44 Euro und bestätigt die Kaufempfehlung. NuWays bestätigt ebenfalls Buy für Semperit mit einem Kursziel von 18,5 Euro – auch nach der Aussetzung der Dividendenzahlung, die das Analystenhaus als umsichtig einschätzt. Die Deutsche Bank bleibt hingegen bei ihrer Verkaufsempfehlung für den Verbund, hebt jedoch das Kursziel leicht von 55 auf 56 Euro an.
Fazit: Märkte verdauen Volatilität
Die europäischen Märkte zeigen sich in einer Phase der Konsolidierung. Während der ATX wieder in die Gewinnzone für das laufende Jahr zurückgekehrt ist, arbeitet der DAX noch an der Aufholjagd. Die Unternehmensmeldungen von Andritz und Addiko verdeutlichen die unterschiedlichen Herausforderungen, mit denen österreichische Unternehmen konfrontiert sind – von verzögerten Projekterträgen bis hin zu regulatorischen Einschränkungen in Kernmärkten. Palfinger und UBM setzen hingegen positive Akzente mit neuen Aufträgen und Vermietungserfolgen.








