Am Montag steht bei ABO Energy ein Termin an, der über den weiteren Finanzierungsspielraum entscheidet. In Wiesbaden treffen sich die Anleihegläubiger zur zweiten Abstimmungsrunde über Änderungen der Anleihebedingungen. Nach dem gescheiterten ersten Anlauf sinkt diesmal die Hürde deutlich – und damit steigen die Chancen, dass überhaupt wirksame Beschlüsse zustande kommen.

Kann die Gesellschaft damit ihre blockierte Finanzierung wieder beweglicher machen? Genau darauf zielt die Abstimmung am 9. März ab.

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Zweite Abstimmung: Quorum deutlich niedriger

In der ersten Gläubigerversammlung hatte zwar eine Mehrheit der Anwesenden für die geplanten Änderungen gestimmt. Doch mit nur 38% Präsenz wurde das damals nötige Quorum von 50% verfehlt – die Beschlüsse waren damit ungültig.

In der zweiten Runde reicht nun die Teilnahme von 25% des ausstehenden Anleihekapitals, damit die Abstimmung wirksam ist. Zusätzlich besteht seit dem 23. Januar eine Stillhaltevereinbarung mit Gläubigern wesentlicher Finanzierungen. Sie soll Zeit verschaffen, um ein Sanierungskonzept umzusetzen.

Diese Punkte sollen die Anleihebedingungen ändern

Kern der Vorlage sind Anpassungen, die den finanziellen Spielraum erhöhen sollen. Geplant sind unter anderem:

  • Verzicht auf die Negativverpflichtung, die derzeit neue Garantien und Darlehen erschwert
  • Streichung des Kündigungsrechts, das bei Umschuldungsverhandlungen greift
  • Befristete Aussetzung weiterer Kündigungsrechte bis Ende Mai, um Zeit für die Umsetzung des Sanierungskonzepts zu gewinnen
  • Bestellung eines gemeinsamen Vertreters, der die Anleihegläubiger im Restrukturierungsprozess bündeln und vertreten soll

Verlust 2025 belastet – Marktpreise reagieren hart

Auslöser der Restrukturierung ist die deutliche Verschlechterung der Ergebnislage. Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresfehlbetrag von rund 170 Mio. Euro (Konzerngesamtleistung voraussichtlich 230 Mio. Euro). Noch im November lag die Prognose bei 95 Mio. Euro Verlust, bevor am 15. Januar erneut spürbar nach unten korrigiert wurde.

Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem den Druck im deutschen Windmarkt: Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen hätten zu deutlich niedrigeren Einspeisevergütungen und sinkenden Margen geführt. Hinzu kommen negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn sowie Projektverschiebungen ins Jahr 2026.

Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Lage klar wider: Die Anleihe 2024 notiert laut Quelle bei rund 16% des Nennwerts, die Aktie verlor seit Jahresbeginn mehr als 51%.

Termine: Das kommt als Nächstes

Der nächste Fixpunkt ist die Gläubigerversammlung am 9. März in der IHK Wiesbaden (Quorum: 25%). Der Jahresabschluss 2025 soll am 22. Juni veröffentlicht werden, die Hauptversammlung ist für den 13. August angesetzt. Entscheidend ist zunächst, ob die Anleihegläubiger am 9. März den geplanten Änderungen zustimmen – das niedrigere Quorum macht eine wirksame Entscheidung diesmal deutlich wahrscheinlicher.

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