Thyssenkrupp Aktie: Radikaler Umbau läuft
Der Essener Industrieriese treibt seine Transformation mit hoher Geschwindigkeit voran. Während die Rüstungssparte TKMS offensiv nach Übernahmezielen sucht, steht mit der Materials-Services-Sparte bereits der nächste Börsengang im Raum. Doch können diese strategischen Manöver die operativen Belastungen im Stahlgeschäft und die jüngsten Quartalsverluste kompensieren?
Rüstungstochter auf Expansionskurs
Kurz vor der Hauptversammlung der erst im Oktober 2025 abgespaltenen Marinetochter TKMS am morgigen Freitag macht CEO Oliver Burkhard Druck. Er fordert eine rasche Konsolidierung der europäischen Rüstungsindustrie, um Verteidigungsfähigkeiten schneller aufzubauen. Geld allein baue keine Schiffe, so der Manager.
TKMS untermauert diese Ambitionen mit konkreten Zahlen: Der Auftragsbestand erreichte zuletzt einen Rekordwert von 22 Milliarden US-Dollar. Zudem hob das Unternehmen die Umsatzprognose für 2026 an und erwartet nun ein Wachstum zwischen 2 und 5 Prozent. Da Thyssenkrupp weiterhin 51 Prozent an TKMS hält, profitiert der Mutterkonzern direkt von dieser Entwicklung und dem angepeilten adressierbaren Markt von über 70 Milliarden US-Dollar. Ein unverbindliches Angebot für German Naval Yards Kiel liegt bereits vor.
Nächste Abspaltung in Vorbereitung
Parallel zur Stärkung des Rüstungsgeschäfts bereitet das Management den nächsten großen Exit vor. Berichten zufolge könnte die Sparte Materials Services (MX) bereits im Herbst 2026 an die Börse gebracht oder verkauft werden. Mit einem Umsatz von zuletzt 11,4 Milliarden Euro und über 15.000 Mitarbeitern ist die Einheit ein Schwergewicht im Konzern.
Marktbeobachter taxieren den Wert der Sparte auf rund 2 Milliarden Euro. Eine solche Transaktion würde frisches Kapital in die Kasse spülen, das Thyssenkrupp angesichts der laufenden Restrukturierung gut gebrauchen kann.
Belastungen durch Stahlsparte und Quartalszahlen
Dass der Umbau notwendig ist, zeigen die jüngsten Zahlen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 verzeichnete der Konzern einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Hauptverantwortlich dafür waren Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei der Stahlsparte Steel Europe. Der Konzernumsatz sank um 8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.
Ein Lichtblick bleibt das operative Geschäft: Das bereinigte EBIT konnte leicht auf 211 Millionen Euro gesteigert werden. Die Lösung für das Sorgenkind Stahl könnte indes näher rücken, da sich der Interessent Jindal Steel derzeit in der Due-Diligence-Phase für eine mögliche Übernahme befindet.
Die Anleger honorieren den radikalen Umbaukurs trotz kurzfristiger Volatilität bisher deutlich. Auf Sicht von 12 Monaten liegt die Aktie mit einem Plus von 43,12 Prozent stark im grünen Bereich. Zwar gab das Papier zuletzt leicht nach und schloss am Mittwoch bei 10,76 Euro, doch der langfristige Aufwärtstrend seit dem Tief im Herbst 2024 ist intakt.
Fazit
Die kommenden Tage sind entscheidend für die weitere Bewertung des Konzerns. Mit der morgigen TKMS-Hauptversammlung und den laufenden Verhandlungen zur Stahlsparte liegen die Karten auf dem Tisch. Gelingt es CEO Miguel Lopez, die Abspaltung von Materials Services konkret einzuleiten und gleichzeitig eine Lösung für den Stahlbereich zu finalisieren, würde dies die Holding-Struktur fundamental neu ordnen.
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