Thyssenkrupp Aktie: Grüner Auftrag
Thyssenkrupp bekommt beim Umbau gleich doppelt Rückenwind: operativ mit einem neuen Lieferdeal – und strategisch durch den laufenden Konzernumbau. Ausgerechnet die Stahlsparte, lange Sorgenkind, liefert dabei heute eine Story, die zur Transformations-Erzählung passt. Doch wie groß ist die Signalwirkung des BMW-Auftrags wirklich?
BMW setzt auf bluemint-Stahl
Thyssenkrupp Steel hat mit der BMW Group eine neue Liefervereinbarung geschlossen. Ab 2026 soll CO₂-reduzierter „bluemint recycled“-Stahl in die Serienproduktion des BMW iX3 fließen. Eingesetzt wird das Material laut Mitteilung bei Außenhautbauteilen, Interieurteilen und beim Batteriegehäuse. Die Lieferungen sollen noch in diesem Jahr anlaufen.
Produziert wird weiterhin über die klassische Hochofenroute – allerdings ersetzt Thyssenkrupp einen Teil des Eisenerzes durch ein speziell aufbereitetes Schrottprodukt. Der Effekt: bluemint recycled kommt laut Unternehmen auf 0,75 Tonnen CO₂ je Tonne Warmbreitband. Das sind 1,35 Tonnen weniger als bei konventionellem Stahl. Die CO₂-Einsparungen sind durch TÜV Süd verifiziert.
Bemerkenswert ist auch die Qualitätsaussage: Der Stahl erfülle die hohen Oberflächenanforderungen für sogenannte O5-Außenhautbauteile. In diesem Bereich greift die Autoindustrie üblicherweise nahezu ausschließlich zu Primärstahl. Laut Thyssenkrupp gelingt der Einsatz zudem ohne Anpassungen im Produktionsprozess bei BMW – ein praktischer Vorteil, der die Hürde für Serienanwendungen senkt.
Umbau, Zahlen und Baustellen
Der Deal fällt in eine Phase, in der der Konzern seine Struktur unter dem Modell „ACES 2030“ neu ordnet – hin zu einer Finanzholding mit eigenständigen Tochtergesellschaften. Die jüngsten Quartalszahlen (Q1 2025/2026, Oktober bis Dezember 2025) lieferten dabei ein gemischtes Bild: Der Umsatz sank auf 7,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,8 Milliarden Euro), das bereinigte EBIT stieg dennoch auf 211 Millionen Euro (+10%). Unterm Strich stand allerdings ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro – vor allem wegen Restrukturierungskosten der Stahlsparte in Höhe von 401 Millionen Euro. Die Jahresprognose bestätigte das Unternehmen.
Parallel laufen mehrere Weichenstellungen. Reuters berichtete am 18. Februar unter Berufung auf informierte Personen, dass Thyssenkrupp die Werkstoffhandelssparte Materials Services (MX) noch 2026 abspalten, an die Börse bringen oder veräußern könnte. Die Division kommt laut Bericht auf 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und damit auf mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes. Ein Börsengang sei demnach bereits im Herbst denkbar. Thyssenkrupp erklärte gegenüber Reuters, MX sei „auf gutem Weg“ zur Kapitalmarktfähigkeit.
In der Stahlsparte laufen zudem vertrauliche Verhandlungen mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe. Laut Unternehmensangaben steht dabei eine umfassende Due Diligence im Mittelpunkt. Zusätzlich wurde im Februar ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft des Gemeinschaftswerks HKM vereinbart; der Anteilsverkauf an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant.
Kursbild: Stabil, aber nicht am Hoch
Am Markt zeigte sich die Aktie heute fester und notiert bei 10,71 Euro (+1,95%). Auf Sicht von sieben und 30 Tagen steht dennoch ein Minus von rund 3% zu Buche – trotz eines Plus von 10,68% seit Jahresanfang. Zum 52‑Wochen‑Hoch bei 13,24 Euro beträgt der Abstand knapp 19%.
Der BMW-Auftrag ist damit vor allem ein inhaltliches Signal in Richtung „grüner“ Stahl, während die großen Kurstreiber weiterhin am Konzernumbau hängen. Konkrete nächste Fixpunkte sind bereits gesetzt: Am 1. Juni 2026 ist der HKM-Anteilsverkauf an Salzgitter geplant, und für Materials Services steht 2026 laut Reuters eine mögliche Abspaltung, ein Verkauf oder ein Börsengang im Raum.
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