Thyssenkrupp kommt nicht zur Ruhe. Während die Marinetochter TKMS europäische Rüstungskonsolidierung fordert und die Stahlsparte sich einen prestigeträchtigen BMW-Auftrag sichert, läuft hinter den Kulissen der umfassendste Konzernumbau seit Jahren auf Hochtouren. Gleich mehrere strategische Entscheidungen stehen unmittelbar bevor.

TKMS drängt auf europäische Rüstungskonsolidierung

TKMS-Chef Oliver Burkhard hat drei Tage vor der Hauptversammlung am 27. Februar klar gemacht, wo er den Marineschiffbauer sieht: als aktiven Konsolidierer in Deutschland und Europa. Standardisierung, industrielle Konsolidierung und Geschwindigkeit seien nötig, um Verteidigungsfähigkeiten schneller aufzubauen, erklärte Burkhard.

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Das Unternehmen, das Thyssenkrupp im Oktober 2025 an die Börse gebracht hat, verfügt über einen Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro. Bereits jetzt liegt ein unverbindliches Übernahmeangebot für German Naval Yards Kiel vor. Thyssenkrupp hält weiterhin 51 Prozent an TKMS.

Grünstahl für BMW iX3

Die Stahlsparte verkündete am 23. Februar einen wichtigen Erfolg: Ab 2026 liefert thyssenkrupp Steel seinen CO₂-reduzierten bluemint® recycled-Stahl an BMW. Das Material kommt im elektrischen SUV iX3 zum Einsatz – für Außenhautteile, Interieur und das Batteriegehäuse.

Besonders bemerkenswert: BMW kann den Stahl ohne Prozessanpassungen in der Serienproduktion verarbeiten. Das Produkt entsteht über die klassische Hochofenroute, wobei speziell aufbereiteter Schrott einen Teil des Eisenerzes ersetzt. Die CO₂-Einsparungen sind TÜV-verifiziert.

Der Deal unterstreicht die Bedeutung des Transformationspfads. Die geplante Direktreduktionsanlage in Duisburg soll bis zu 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertes Eisen pro Jahr produzieren und eine CO₂-Reduktion von 3,5 Millionen Tonnen jährlich ermöglichen.

Drei parallele Großbaustellen

Der Konzern treibt seinen Umbau zur Finanzholding mit Nachdruck voran. Bei Materials Services prüft das Management laut einem Reuters-Exklusivbericht vom 18. Februar eine Abspaltung, Börsennotierung oder Veräußerung noch in diesem Jahr. Die Werkstoffhandelssparte erzielte zuletzt Umsätze von 11,4 Milliarden Euro.

Parallel laufen vertrauliche Verhandlungen mit Jindal Steel International über einen möglichen Mehrheitsverkauf der Stahlsparte. Die Due Diligence ist im Gange, wie Thyssenkrupp am 12. Februar bestätigte. Zudem plant Salzgitter, das Joint Venture HKM ab 1. Juni 2026 allein weiterzuführen.

Quartalszahlen bestätigt

Im ersten Quartal 2025/2026 legte das bereinigte EBIT um 10 Prozent auf 211 Millionen Euro zu. Der Umsatz ging um 8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Der Nettoverlust von 334 Millionen Euro erklärt sich hauptsächlich durch Restrukturierungsaufwendungen von 401 Millionen Euro bei Steel Europe. Das Management bekräftigte die Jahresprognose von 500 bis 900 Millionen Euro bereinigtem EBIT. Das Nettovermögen liegt bei 3,2 Milliarden Euro.

Am 12. Mai folgen die nächsten Quartalszahlen. Bis dahin dürften die Weichen für mindestens eine der drei strategischen Großbaustellen gestellt sein.

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