Der Essener Traditionskonzern liefert derzeit Schlag auf Schlag neue Argumente für seine tiefgreifende Neuausrichtung. Ob durch Konsolidierungspläne im Marinegeschäft, neue Lieferverträge mit BMW oder frischen Rückenwind von Analystenseite – die Nachrichtenlage verdichtet sich spürbar positiv. Anleger honorieren den forcierten Umbau: Seit Jahresbeginn kletterte das Papier bereits um über 15 Prozent.

Analysten heben den Daumen

Einen wichtigen Impuls lieferte zuletzt das Analysehaus Jefferies. Analyst Tommaso Castello stufte die Aktie am vergangenen Freitag von „Hold“ auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel auf 13,00 Euro an. Damit traut er dem Titel vom gestrigen Schlusskurs bei 11,19 Euro aus noch weiteres Aufwärtspotenzial zu.

Hintergrund der Zuversicht sind nicht nur politische Rückenwinde für das europäische Stahlgeschäft, sondern vor allem die dynamische Umsetzung der Konzernstrategie. Castello sieht verborgene Werte, die durch einen möglichen Verkauf oder Börsengang der Sparte Materials Services oder des Aufzugsgeschäfts (TK Elevator) gehoben werden könnten. Auch die operative Prognose überzeugt: Jefferies rechnet für das Geschäftsjahr 2026 nun mit einem EBITDA von 1,51 Milliarden Euro.

Operative Meilensteine bei Stahl und Marine

Untermauert wird der Optimismus durch konkrete operative Fortschritte. Die Stahlsparte konnte einen prestigeträchtigen Auftrag von BMW an Land ziehen: Ab 2026 wird der CO₂-reduzierte Stahl „bluemint® recycled“ im BMW iX3 verbaut. Dass das Material selbst für anspruchsvolle Außenhautteile genutzt wird, gilt als wichtiger Qualitätsnachweis für die grüne Stahlstrategie der Essener.

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Gleichzeitig drückt die Verteidigungstochter TKMS aufs Tempo. Deren Chef Oliver Burkhard forderte gestern unmissverständlich eine Konsolidierung der europäischen Marineindustrie, um Wettbewerbsfähigkeit und Geschwindigkeit zu sichern. Thyssenkrupp hält nach dem Börsengang im Oktober 2025 noch 51 Prozent an TKMS und positioniert die Tochter aktiv als Gestalter dieser Marktbereinigung – etwa durch das bestehende Übernahmeangebot für German Naval Yards.

Der Konzernumbau im Fokus

Die Nachrichtendichte spiegelt den radikalen Wandel vom integrierten Mischkonzern zur schlankeren Finanzholding wider. Neben den Aktivitäten bei TKMS stehen vor allem zwei Baustellen im Fokus:
* Materials Services: Für die umsatzstarke Handelssparte prüft der Vorstand aktuell alle Optionen von einer Abspaltung bis zum Verkauf. Ein Vollzug könnte bereits im Herbst 2026 erfolgen.
* Steel Europe: Die Verhandlungen über einen Verkauf an Jindal Steel laufen weiter, wobei die Bücherprüfung (Due Diligence) im Mittelpunkt steht.

Die jüngsten Quartalszahlen verdeutlichen den Preis dieses Umbaus: Zwar stieg das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) um 10 Prozent auf 211 Millionen Euro, doch hohe Restrukturierungsaufwendungen drückten das Nettoergebnis mit 334 Millionen Euro ins Minus.

Fazit: Entscheidende Monate stehen an

Thyssenkrupp befindet sich in einer der intensivsten Phasen seiner Unternehmensgeschichte. Die Kombination aus operativem Tagesgeschäft – belegt durch Rekordaufträge bei der Marine und den BMW-Deal – und strategischen Großprojekten wie dem Stahl-Verkauf hält die Spannung hoch. Gelingt es dem Management, die geplanten Transaktionen bei Materials Services und Steel Europe in diesem Jahr finalisieren, würde dies das Risikoprofil der Aktie grundlegend verändern.

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