Super Micro Computer Aktie: Vertrauen auf dem Prüfstand
Die Erholung vom Montag wirkt wie ein Pflaster auf einer tiefen Wunde. Super Micro Computer legte zwar 5,11 Prozent auf 21,58 Dollar zu — doch das Handelsvolumen von 114 Millionen Aktien, rund 240 Prozent über dem Dreimonatsdurchschnitt, zeigt, wie nervös der Markt nach wie vor ist. Und die Analystengemeinde schlägt in dieselbe Kerbe.
Abstufungen häufen sich
Northland Capital Markets stufte die Aktie am Montag von „Outperform" auf „Market Perform" zurück und setzte ein Kursziel von 22 Dollar. Analyst Nehal Chokshi folgte damit einem Trend, der bereits am Freitag begonnen hatte: CJS Securities hatte das Papier auf „Market Underperform" gesenkt, Argus folgte mit einer Abstufung auf „Hold". Drei Abstufungen innerhalb weniger Tage — das ist kein Zufall, sondern eine klare Botschaft über das veränderte Risikourteil der Wall Street.
Hintergrund ist die Bundesanklage gegen drei Personen, darunter Mitgründer Yih-Shyan „Wally" Liaw, wegen eines mutmaßlichen 2,5-Milliarden-Dollar-Schmuggelnetzwerks für KI-Chips nach China. Konkret geht es um angebliche Verkäufe von NVIDIA-Chips im Wert von 510 Millionen Dollar über Drittländer in Südostasien. Super Micro selbst ist in der Anklage nicht als Beklagter aufgeführt.
Bekannter Name, neue Krise
Liaw ist kein Unbekannter in der Unternehmensgeschichte. Er hatte Supermicro bereits 2018 verlassen — damals im Zuge eines Bilanzskandals, der zu einer Neudarstellung der Jahresabschlüsse 2015 bis 2017 und einer SEC-Strafe von 17,5 Millionen Dollar führte. 2021 kehrte er als Berater zurück, wurde 2022 Senior Vice President und saß seit Ende 2023 erneut im Aufsichtsrat. Mit Wirkung zum 20. März 2026 ist er nun erneut ausgeschieden.
Das Unternehmen reagiert mit personellen Maßnahmen: DeAnna Luna übernimmt als kommissarische Chief Compliance Officer. Sie bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in globalem Exportrecht mit — unter anderem als Director of Global Export Licensing bei Intel und als Senior Director of Global Trade Compliance bei Teledyne Technologies.
Starkes Wachstum, fragile Basis
Operativ liefert Supermicro weiterhin beeindruckende Zahlen. Der Umsatz im zweiten Fiskalquartal 2026 stieg um 123 Prozent auf 12,68 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen mindestens 40 Milliarden Dollar an.
Allerdings hängt diese Prognose an zwei Bedingungen: dem Erreichen ambitionierter Umsatzziele und der Auflösung der Bilanzbedenken, die seit dem Hindenburg-Bericht im Raum stehen. Hinzu kommt ein strukturelles Risiko — sollte die anhaltende Volatilität zu einem Ausschluss aus dem S&P 500 führen, würde das zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen. Der Weg zurück zu institutionellem Vertrauen dürfte lang werden.
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