In der Episode #1120 der Wiener Börse Party liefert Moderator Christian Drastil ein packendes Marktupdate zu einem bemerkenswerten Handelstag – der ATX startete deutlich im Minus und drehte im Tagesverlauf kräftig nach oben, begleitet von starken Einzelwerten und einer sich rasch verändernden geopolitischen Nachrichtenlage.

Der Turnaround Intraday Monday

Was Christian Drastil als „Turnaround Intraday Monday" bezeichnet, ist ein Handelstag mit ungewöhnlicher Dynamik. Der ATX eröffnete am Montag, dem 23. März 2026, deutlich im negativen Bereich, konnte sich dann aber im Tagesverlauf eindrucksvoll erholen. Um 15 Uhr notierte der österreichische Leitindex bei 5.314 Punkten – ein Plus von rund 2 Prozent. Damit näherte sich der ATX wieder seinem Jahresstartwert von 5.326 Punkten, dem sogenannten „Elvis-Modus", wie Drastil die Rückkehr auf dieses Niveau nennt. Bemerkenswert: Dieser Elvis-Modus funktionierte diesmal „auch von unten", also durch eine Erholung aus negativem Terrain heraus.

Dieser Artikel ist eine Added Value Version zu den Key-Insights einer Podcastfolge von audio-cd.at, aufgewertet durch Archivbausteine. Die hier veröffentlichten Gedanken/Schlüsse sind weder als Empfehlung noch als ein Angebot oder eine Aufforderung zum An- oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu verstehen und sollen auch nicht so verstanden werden. Der Handel mit Finanzprodukten unterliegt einem Risiko. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren.

Auf der Gewinnerseite stach die AT&S-Aktie mit einem kräftigen Plus von 9 Prozent heraus. Dahinter folgten Do&Co mit einem Zuwachs von 4,6 Prozent und die Bawag mit 4 Prozent Plus. Auch im deutschen Leitindex DAX zeigte sich ein ähnliches Bild: Ein Anstieg um 2,27 Prozent auf 22.888 Punkte, angeführt von Brenntag mit 7,3 Prozent, Siemens Energy mit 6,5 Prozent und der Commerzbank mit 5,4 Prozent.

Ölpreis und geopolitische Lage als Taktgeber

Ein wesentlicher Treiber für die Intraday-Wende war die sich rasch verändernde Nachrichtenlage rund um den Iran und den Ölmarkt. Nachdem die Unsicherheit am Vormittag noch für Belastung gesorgt hatte, fiel der Ölpreis im Tagesverlauf wieder unter die Marke von 100 US-Dollar. Diese Entwicklung wurde an den Börsen als positives Signal gewertet und trug maßgeblich zur Erholung bei. Drastil betonte ausdrücklich, dass sich „die Meldungslage bezüglich Iran, Öl und Co. sehr schnell ändert" – ein Hinweis darauf, wie volatil und nachrichtengetrieben die aktuelle Marktphase ist.

Investieren in unsicheren Zeiten: RBI-Pressefrühstück

Passend zur angespannten Marktlage veranstaltete die Raiffeisen Bank International (RBI) am Vormittag ein Pressefrühstück unter dem Titel „Investieren in unsicheren Zeiten". Heike Arbter und Gunther Till von Raiffeisen stellten dabei Möglichkeiten vor, wie Anleger mit Zertifikaten in der aktuellen Marktphase profitieren können. Insbesondere Heike Arbter präsentierte Zertifikate-Strategien, während Gunther Till die gesamten volkswirtschaftlichen Szenarien einordnete. Zu dieser Veranstaltung gibt es einen separaten 40-minütigen Sonderpodcast mit der vollständigen Tonspur der Pressekonferenz.

Unternehmensnachrichten: Andritz, Palfinger, Post und mehr

Der Handelstag brachte auch eine Reihe relevanter Unternehmensmeldungen mit sich:

Andritz erhielt einen Millionenauftrag in Südamerika. Axia Energia beauftragte den Technologiekonzern mit der Modernisierung der Automatisierung des Wasserkraftwerks Itumbiara in Brasilien. Das Auftragsvolumen bewegt sich im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Palfinger kehrte in den ATX zurück und gab gleichzeitig eine strategische Technologie-Partnerschaft mit ICON bekannt, einem US-Pionier im Bereich des robotergestützten 3D-Drucks im Bauwesen.

Die Österreichische Post investiert mehr als 1,7 Millionen Euro in den weiteren Ausbau ihrer elektrischen Schwerfahrzeugflotte und nimmt vier neue E-Lkw in der Steiermark, Tirol und Wien in Betrieb.

Verbund X, die Venture-Capital-Gesellschaft des Verbund, tätigte ein neues Investment: Das Wiener Quanten-Scale-up Zero-Sert sicherte sich Kapital, wobei Verbund X als einer der Lead-Investoren fungiert.

Zudem wurde erwähnt, dass die Strabag ab heute einen höheren Streubesitzfaktor in der ATX-Index-Familie kommunizieren kann – eine Nachricht, die Investor Relations Chef Marco Reiter, der auch die Opening Bell für den Montag läutete, direkt nutzen dürfte.

Milliardenumsatz zum März-Settlement und Baader Day

Bereits am Freitag war ein bemerkenswerter Handelstag zu verzeichnen: Zum März-Settlement wurde erneut mehr als eine Milliarde Euro Umsatz an der Wiener Börse erzielt. Es war erst der zweite Tag im laufenden Jahr mit einem Umsatz jenseits der Milliardenmarke, wobei dieser zuletzt fast allein auf die Bawag-Aktie zurückzuführen war.

Für den kommenden Dienstag steht ein weiteres Highlight im Kalender: Die Baader Bank, die Erste Group und die Wiener Börse veranstalten gemeinsam eine virtuelle Roadshow mit zwölf österreichischen Börsennotierten. Unter den Teilnehmern befinden sich unter anderem die Telekom Austria, AT&S, die Erste Group, der Flughafen Wien, Frequentis, Strabag, Unica, VG und die Österreichische Post.

Fazit: Volatile Märkte mit positiven Vorzeichen

Der Montag an der Wiener Börse zeigte eindrücklich, wie schnell sich die Marktstimmung in der aktuellen geopolitischen Lage drehen kann. Aus einem deutlich negativen Start wurde ein solider Gewinntag mit 2 Prozent Plus im ATX. Die Entspannung am Ölmarkt, starke Einzelwerte wie AT&S und Do&Co sowie eine Reihe positiver Unternehmensmeldungen von Andritz bis Palfinger trugen zur Erholung bei. Gleichzeitig verdeutlicht die RBI-Veranstaltung zum Thema „Investieren in unsicheren Zeiten", dass die Nervosität an den Märkten hoch bleibt und Anleger nach Strategien für volatile Phasen suchen. Mit dem Baader Day am Dienstag und der virtuellen Roadshow steht bereits das nächste wichtige Event für den österreichischen Kapitalmarkt vor der Tür.