Das US-Justizministerium hat schwere strafrechtliche Vorwürfe gegen den Mitgründer von Super Micro Computer erhoben. Es geht um den illegalen Export von hochentwickelten KI-Chips nach China im Wert von Milliarden. Die Details der Anklageschrift lesen sich wie ein Wirtschaftskrimi und stürzen den Server-Hersteller in eine tiefe Vertrauenskrise.

Manipulierte Server und Briefkastenfirmen

Im Zentrum der Ermittlungen stehen Mitgründer und Ex-Vizepräsident Yih-Shyan „Wally“ Liaw sowie zwei weitere Personen. Das Trio soll zwischen 2024 und 2025 Server mit streng regulierten Nvidia-Grafikprozessoren, darunter die Modelle B200 und H200, im Wert von rund 2,5 Milliarden US-Dollar illegal exportiert haben. Allein im April und Mai 2025 wurde laut Ermittlern Technologie für über 510 Millionen US-Dollar umgeleitet.

Um die Handelsbehörden zu täuschen, nutzte die Gruppe laut den freigegebenen Gerichtsakten ein komplexes Geflecht aus Briefkastenfirmen in Südostasien. Besonders brisant ist die mutmaßliche Vorgehensweise bei Compliance-Prüfungen. Die Verdächtigen sollen Seriennummern mit Haartrocknern von echten Servern abgelöst und auf funktionslose Attrappen geklebt haben, um Inspektionen unbeschadet zu überstehen.

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Massive Kursverluste und schrumpfende Margen

Die Reaktion der Anleger fiel drastisch aus. Mit einem massiven Tagesverlust von 27,75 Prozent stürzte der Kurs auf 22,25 US-Dollar ab und markierte damit exakt sein neues 52-Wochen-Tief. Obwohl Super Micro Computer selbst nicht als Angeklagter in den Dokumenten geführt wird, reagierte das Unternehmen sofort. Die betroffenen Mitarbeiter wurden beurlaubt, die Zusammenarbeit mit dem involvierten Dienstleister beendet und Liaw trat aus dem Verwaltungsrat zurück.

Diese juristische Eskalation trifft das Unternehmen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Zwar stieg der Umsatz im abgelaufenen Quartal auf 12,7 Milliarden US-Dollar, die Bruttomarge schrumpfte jedoch parallel auf nur noch 6,3 Prozent zusammen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 11,8 Prozent.

Gefahr für die Lieferkette

Das größte Risiko für das operative Geschäft liegt nun in der Reaktion der Partner. Super Micro Computer ist stark von Nvidia abhängig und macht etwa 9 Prozent des Gesamtumsatzes des Chip-Giganten aus. Marktbeobachter befürchten, dass die Vorwürfe der Exportkontrollverletzung zukünftige Zuteilungen der begehrten High-End-Chips gefährden könnten, falls Zulieferer aus regulatorischer Vorsicht auf Distanz gehen.

Diese Entwicklung reiht sich nahtlos in eine Historie von Governance-Problemen ein. Bereits 2020 zahlte das Unternehmen 17,5 Millionen US-Dollar wegen Bilanzverstößen an die US-Börsenaufsicht. Ende 2024 trat zudem der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young unter Verweis auf mangelnde Unabhängigkeit des Vorstands zurück. Während das Management für das Geschäftsjahr 2026 weiterhin einen Umsatz von mindestens 40 Milliarden US-Dollar prognostiziert, definieren die laufenden Ermittlungen des Justizministeriums und die Zweifel an der internen Kontrolle nun die unmittelbare Perspektive des Unternehmens.

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