BP Aktie: Venezuela und HSBC-Wende
Zwei Entwicklungen haben die Investmentstory rund um BP innerhalb weniger Wochen grundlegend verändert. HSBC hat eine markante Kehrtwende vollzogen und gleichzeitig erhält BP erstmals seit Jahren formalen Zugang zu venezolanischen Ölreserven. Die Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten rund 39 Prozent zugelegt — und nähert sich damit Bewertungsniveaus, die für einen Ölkonzern nicht mehr selbstverständlich sind.
HSBC dreht um — und erhöht das Kursziel um 29 Prozent
Am Montag stufte HSBC-Analyst Kim Fustier BP von „Reduce" auf „Hold" hoch und hob das Kursziel von 35,10 auf 45,30 Dollar an. Auslöser ist der gestiegene Ölpreis infolge der geopolitischen Verwerfungen rund um die Straße von Hormus, die HSBC als „beispiellose physische Störung" der Öl-, Raffinerie- und LNG-Märkte beschreibt.
Die Konsequenzen für BPs Zahlen sind erheblich. Bei einem Brent-Preis von 80 Dollar je Barrel — gegenüber der bisherigen HSBC-Annahme von 65 Dollar — steigt der operative Cashflow 2026 um vier Milliarden Dollar. Das verändert auch die Schuldenprognose: HSBC erwartet nun, dass BP Ende 2026 nur noch neun Milliarden Dollar Nettoverschuldung aufweist, statt der zuvor prognostizierten 13 Milliarden. Das läge deutlich unter BPs eigenem Zielkorridor von 14 bis 18 Milliarden Dollar. Die Gewinnschätzungen für 2026 hob HSBC im Schnitt um 50 Prozent an.
Venezuela: Legaler Zugang, operatives Neuland
Parallel dazu hat das US-amerikanische Office of Foreign Assets Control (OFAC) BP formal genehmigt, Öl- und Gasgeschäfte in Venezuela aufzunehmen. Die Anfang März 2026 erteilte General License 50A nennt BP neben Chevron, Eni, Repsol und Shell explizit als zugelassenen Akteur — und deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Förderung über den Transport bis zur Raffination.
Venezuela verfügt über 303 Milliarden Barrel nachgewiesene Ölreserven, was 17 Prozent der weltweiten Gesamtmenge entspricht. Die tatsächliche Produktion liegt jedoch bei unter einer Million Barrel täglich — ein Ergebnis jahrelanger Misswirtschaft und Sanktionen. BP hat derzeit keinerlei operative Präsenz im Land, ein Markteintritt würde den Aufbau von Strukturen von Grund auf erfordern.
Bewertung und Hauptversammlung
Die Aktie notiert aktuell rund 25 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt und wird mit dem 17-fachen der Gewinne bewertet — etwa auf Höhe des FTSE-100-Durchschnitts. Die für Ölkonzerne typischen Bewertungsabschläge sind damit weitgehend verschwunden. Am 27. März wird eine Quartalsdividende von 0,4992 Dollar je Aktie ausgeschüttet, was einer annualisierten Rendite von rund 4,6 Prozent entspricht.
Die Hauptversammlung am 23. April in Sunbury-on-Thames dürfte ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Drei langjährige Aufsichtsratsmitglieder scheiden aus, und ein Aktionärsantrag wurde vom Unternehmen nicht zur Abstimmung zugelassen — ein Schritt, der bei einem Teil der Investoren für Unmut gesorgt hat.
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