ServiceNow hat in wenigen Tagen mehrere KI-Neuigkeiten gebündelt: den Start des „Autonomous Workforce“-Frameworks, die tiefere Einbindung von Moveworks in die eigene Plattform und eine wichtige Sicherheitsfreigabe für den US-Staatssektor. Das passiert in einer Phase hoher Kursausschläge – und mitten in der Debatte, ob KI in Unternehmenssoftware eher Zusatzumsatz bringt oder Angebote austauschbarer macht. Kann ServiceNow mit „ausführender“ KI am Ende mehr liefern als nur smarte Assistenten?

Autonomous Workforce und EmployeeWorks

Mit „Autonomous Workforce“ bringt ServiceNow eine Reihe von KI-Spezialisten an den Start, die Aufgaben mit klar definiertem Umfang, Berechtigungen und Governance im Unternehmenskontext erledigen sollen. Ziel: Mitarbeitende sollen weniger Routine abarbeiten und mehr Zeit für strategische Themen und individuellen Service haben.

Parallel stellte das Unternehmen „ServiceNow EmployeeWorks“ vor. Das Produkt kombiniert die Conversational-AI und Enterprise-Search von Moveworks mit dem ServiceNow-Portal und autonomen Workflows. So sollen natürlichsprachliche Anfragen in gesteuerte End-to-End-Abläufe überführt werden – laut ServiceNow für „nahezu 200 Millionen Beschäftigte“.

„Autonomous Workforce“ ist dabei rollenbasiert aufgebaut, angelehnt an typische Betriebsfunktionen. Genannt werden unter anderem ein „Level 1 Service Desk AI Specialist“, ein „Employee Service Agent“ und ein „Security Operations Analyst“. Der Ansatz setzt auf das Zusammenspiel mehrerer Spezialisten statt auf einen einzelnen Agenten für isolierte Aufgaben.

Verfügbarkeit und erste Kennzahlen

EmployeeWorks ist bereits allgemein verfügbar. Der erste „Autonomous Workforce“-Spezialist befindet sich in einer kontrollierten Einführungsphase; die breite Verfügbarkeit peilt ServiceNow für das zweite Quartal 2026 an.

Intern nutzt ServiceNow den „Level 1 Service Desk AI Specialist“ bereits. Laut Unternehmen erledigt er mehr als 90% der IT-Anfragen von Mitarbeitenden autonom und bearbeitet diese Fälle 99% schneller als menschliche Agenten. Das soll Rückstände abbauen und Kapazitäten erhöhen, ohne zusätzliche Stellen aufzubauen. EmployeeWorks lässt sich zudem dort nutzen, wo Mitarbeitende ohnehin arbeiten, etwa in Teams, Slack oder im Browser.

FedRAMP-Freigabe für Moveworks

Auch im öffentlichen Sektor setzt ServiceNow einen Akzent: Moveworks hat die FedRAMP-Moderate-Autorisierung erhalten. Damit können Bundesbehörden, Verteidigungsauftragnehmer und öffentliche Organisationen die Moveworks-Plattform unter den entsprechenden Vorgaben einsetzen, um über Business-Anwendungen hinweg zu suchen und Aktionen auszuführen.

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Für den Staatsbereich nutzt „Moveworks GovCloud“ eine dedizierte Umgebung auf AWS GovCloud (US). Zudem unterstützt die Plattform Kommunikation in mehr als 100 Sprachen. Heute will Moveworks die FedRAMP-autorisierte Technologie in einer Breakout-Session auf dem ServiceNow Gov Forum präsentieren.

Aktie: Rücksetzer trotz solider Zahlen

Die Produktmeldungen treffen auf einen angespannten Kursverlauf. In den drei Monaten vom 2. Dezember 2025 bis zum 2. März 2026 fiel die Aktie um 34% – trotz eines Umsatzanstiegs um 4,8% und eines Plus von 21% bei den Q4-Abonnements. Sorgen um sinkende Margen und ein breiter Tech-Abverkauf überlagerten die KI-Offensive sowie einen angekündigten Aktienrückkauf über 5 Mrd. US-Dollar.

Anfang März zeigte sich eine vorsichtige Gegenbewegung: Am 3. März legte die Aktie am Nachmittag um 4,2% zu. Der Text führt das auf Käufe nach dem Rücksetzer in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit zurück, befeuert durch wieder aufkommende Inflationssorgen und geopolitische Spannungen. Genannt wird zudem ein Plus von 3,66% im Zusammenhang mit positiven Nachrichten zu KI-Produktstarts und einer optimistischen Reddit-Diskussion – während der Gesamtmarkt fiel.

Fünf Tage zuvor hatte die Aktie bereits um 4,3% zugelegt, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang Befürchtungen zurückgewiesen hatte, KI könne den Markt für Unternehmenssoftware „kannibalisieren“.

Bewertung, Wettbewerb und Ausblick

Operativ lieferte ServiceNow in Q4 2025 leicht besser als erwartet: Der Gewinn je Aktie lag bei 0,92 US-Dollar (Konsens: 0,89), der Umsatz bei 3,57 Mrd. US-Dollar (Erwartung: 3,53 Mrd.). Die aktuellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO) stiegen auf 12,85 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 25% gegenüber dem Vorjahr – als Hinweis auf eine robuste Pipeline trotz Gegenwind.

Für 2026 stellt ServiceNow 15,53 bis 15,57 Mrd. US-Dollar Abo-Umsatz in Aussicht, entsprechend 19,5 bis 20% Wachstum. Zudem nennt das Unternehmen eine operative Marge von 32% und eine Free-Cashflow-Marge von 36%.

Im Wettbewerb dreht sich die Diskussion laut Text vor allem darum, ob der „Now Assist“-Upsell-Zyklus schneller wachsen kann als der Preisdruck durch „gut genug“-KI, die Microsoft in M365 bündelt. Gleichzeitig ist die Bewertung ambitioniert: ServiceNow wird mit einem KGV von 64,6 gehandelt, gegenüber 42,2 im Peer-Schnitt und 26,4 in der breiteren US-Softwaregruppe. Enttäuschungen bei Wachstum oder Marge hätten damit weniger Puffer.

Konkret dürfte der nächste Meilenstein der geplante breite Start des ersten „Autonomous Workforce“-Spezialisten im zweiten Quartal 2026 werden – parallel zum Ziel, in diesem Jahr mit KI-Angeboten mehr als 1 Mrd. US-Dollar umzusetzen.

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