Für den Energieriesen Shell läuft die aktuelle Woche alles andere als rund. In New York kassierte der Konzern eine juristische Niederlage im Streit um wichtige LNG-Lieferungen, während in Brasilien eine millionenschwere Rettungsaktion für ein Joint Venture ansteht. Diese operative Doppellast fordert das Management, auch wenn das laufende Aktienrückkaufprogramm für eine gewisse Stabilität sorgt.

Das Ende im LNG-Streit?

Die deutlichste Nachricht kam am Dienstag aus einem New Yorker Gerichtssaal. Ein Richter wies Shells Antrag zurück, einen Schiedsspruch zugunsten des US-Konkurrenten Venture Global aufzuheben. Im Kern geht es um den Vorwurf, Venture Global habe vertraglich zugesicherte Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) zurückgehalten, um diese nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zu deutlich höheren Preisen am Spotmarkt zu verkaufen.

Richter Joel Cohen erteilte der Argumentation von Shell eine klare Absage und bezeichnete die Vorwürfe der Täuschung als „reine Spekulation“. Damit dürfte Shells Versuch, Entschädigungen für die entgangenen LNG-Ladungen aus der Anlage Calcasieu Pass zu erstreiten, vorerst gescheitert sein. Shell zeigte sich zwar enttäuscht, erkannte die Entscheidung jedoch an. Auch andere Energiekonzerne wie Repsol hatten ähnliche Klagen verloren, während BP in einem separaten Verfahren erfolgreicher war.

Millionenspritze für Sorgenkind Raizen

Gleichzeitig muss Shell in Südamerika finanzielle Löcher stopfen. Der Konzern bestätigte eine Investition von rund 668 Millionen Dollar (3,5 Milliarden Reais) in das brasilianische Joint Venture Raizen. Der Zucker- und Ethanolproduzent kämpft nach schlechten Ernten und kostspieligen Investitionen mit hohen Verlusten und einer steigenden Schuldenlast.

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Die Kapitalspritze soll den Betrieb sichern. Während Shell bereit ist, das Unternehmen zu stützen, ist die Situation beim Partner Cosan komplexer. Medienberichten zufolge plant Cosan selbst keine direkte Kapitalerhöhung, stattdessen könnte der dortige Großaktionär über sein Family Office einspringen. Shell schließt eine zukünftige Aufspaltung von Raizen nicht aus, priorisiert aber aktuell die Stabilisierung des Geschäfts.

Rückkäufe und Dividende laufen weiter

Trotz der operativen und juristischen Störfeuer hält Shell an seiner Kapitalrückführungs-Strategie fest. Das Unternehmen kaufte allein am Dienstag über zwei Millionen eigene Aktien zurück. Die Aktie zeigte sich mit einem Schlusskurs von 35,42 Euro am Mittwoch relativ stabil, was einem Plus von gut 15 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten entspricht.

Zudem rückt für Einkommensinvestoren ein wichtiger Termin näher: Wer die Dividende für das vierte Quartal in einer anderen Währung als US-Dollar erhalten möchte, muss die Wahl bis zum 6. März (Freitag) treffen.

Ausblick auf den 16. März

Der Fokus der Anleger verschiebt sich nun auf den 16. März. An diesem Datum präsentiert Shell seinen „LNG Outlook“ sowie ein strategisches Update zum Gas-Portfolio. Diese Veranstaltung wird zeigen, wie der Konzern seine Position im globalen Gasmarkt trotz der jüngsten juristischen Rückschläge in den USA langfristig sichern will.

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