ServiceNow muss Ende Februar gleich mehrere Signale unter einen Hut bringen: Ein viel beachteter KI-Szenario-Report hat die Softwarebranche verunsichert, während das Management mit auffälligen Insider-Schritten dagegenhält. Dazu kommen eine wichtige Zulassung für den öffentlichen Sektor und eine ausgeweitete Partnerschaft im Enterprise-Umfeld. Unterm Strich prallen KI-Chance und KI-Angst direkt aufeinander – und der Markt ringt um die richtige Einordnung.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie laut einem Bericht vom Dienstag rund 34% im Minus, eingebettet in einen breiteren Abverkauf bei SaaS-Werten.

KI-Szenario drückt auf die Stimmung

Am Sonntag verbreitete sich eine Analyse von Citrini Research, die ausdrücklich als Szenario (nicht als Prognose) formuliert war. Der Text spielt aus einer hypothetischen Perspektive im Juni 2028 und zeichnet ein dystopisches Bild: Schnell fortschreitende KI könnte Büro-Jobs verdrängen und damit die Preismacht vieler Enterprise-Software-Anbieter untergraben.

Konkret skizziert Citrini für ServiceNow in diesem Gedankenspiel unter anderem, dass das Wachstum des „net new annual contract value“ bis zum dritten Quartal 2026 auf 14% sinken könnte – plus eine hypothetische Reduktion der Belegschaft um 15%. Die Börse reagierte trotzdem prompt: ServiceNow gab am selben Tag laut Investing.com um etwa 4% nach, der Software-Sektor-ETF IGV verlor rund 5%.

Mizuho-Manager Daniel O’Regan sagte laut Investing.com, der Report habe „Zweifel gesät“ – in einer Phase, in der Märkte ohnehin nervös auf indirekte KI-Effekte blicken.

Insider setzen ein Gegensignal

Gegen die negative Stimmung steht ein klarer Schritt aus der Chefetage: CEO Bill McDermott will am Donnerstag ServiceNow-Aktien im Wert von 3 Mio. US-Dollar kaufen. Das geht aus einer SEC-Meldung hervor, die am Dienstag zitiert wurde. Der Termin gilt zugleich als frühester Zeitpunkt, an dem ein Kauf möglich ist, ohne Regeln zu kurzfristigen Insidergewinnen nach früheren Verkäufen zu verletzen.

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Zusätzlich haben mehrere Führungskräfte laut dem Bericht ihre geplanten automatisierten Aktienverkäufe vollständig gestrichen. Das ist zumindest ein sichtbares Signal, dass das Management den aktuellen Kurs für zu niedrig hält.

Zur Einordnung: Am Mittwoch lag der Kurs laut MarketBeat bei etwa 104,22 US-Dollar, die Marktkapitalisierung bei rund 109 Mrd. US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (TTM) wurde mit etwa 62 angegeben.

FedRAMP und TCS: Rückenwind aus dem operativen Geschäft

Operativ liefert das Unternehmen in diesen Tagen gleich zwei Nachrichten mit praktischem Nutzen. Erstens: Moveworks, die übernommene Conversational-AI-Firma, hat laut einer Mitteilung von Mittwoch die FedRAMP-Moderate-Autorisierung erhalten. Damit wird ein breiterer Einsatz des KI-Assistenten in US-Bundesbehörden möglich – ein potenziell wichtiger Zugang zum Public-Sector-Geschäft.

Zweitens: Zusammen mit Tata Consultancy Services (TCS) wurde laut einem Bericht vom Sonntag eine mehrjährige Partnerschaft vereinbart. Ziel ist, große Organisationen bei der Integration von KI in den Arbeitsalltag zu unterstützen. TCS will Lösungen direkt auf der Plattform bauen – auf Basis dessen, was die Unternehmen als „trusted AI“ und ein einheitliches Governance-Modell beschreiben. TCS ist dabei nicht nur Partner, sondern auch Anwender: Laut demselben Bericht wurde ServiceNows IT-Asset-Management in wenigen Monaten über tausende Geräte ausgerollt.

Zukäufe schieben die KI-Pipeline an

Parallel treibt ServiceNow seine Übernahmestrategie weiter. Mitte Februar meldete das Unternehmen den Kauf von Pyramid Analytics, einer KI-gestützten Analytics-Plattform. Zuvor wurden bereits Data World und Veza übernommen, um mehr Kontext und Semantik in den eigenen Software-Stack zu bringen.

Außerdem steht laut Perplexity-Finance-Bericht weiterhin die geplante Übernahme des Cybersecurity-Anbieters Armis für 7,75 Mrd. US-Dollar im Raum.

Im Hintergrund läuft zudem ein größerer Kapitalrückgabe-Plan: Der Vorstand hat laut Bericht ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Mrd. US-Dollar genehmigt, inklusive eines beschleunigten Rückkaufs über 2 Mrd. US-Dollar.

Der nächste große Prüfstein hat ein Datum: Die nächsten Zahlen werden laut Schätzung am 22. April erwartet. Dann dürfte sich zeigen, welches Narrativ am Markt mehr Gewicht bekommt – KI als Rückenwind für Wachstum oder als Risiko für SaaS-Preismodelle.

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