ServiceNow geriet diese Woche zwischen die Fronten einer hitzigen KI-Diskussion. Ein viel beachteter Research-Text löste am Montag einen breiten Ausverkauf bei Softwarewerten aus, am Dienstag folgte eine Erholung. Im Kern geht es um eine Frage: Wird KI für Enterprise-Software zum Preisdruck-Risiko – oder am Ende zum Wachstumstreiber?

Report löst Software-Verkauf aus

Am Montag veröffentlichte Citrini Research auf Substack eine Szenarioanalyse, die den Softwaresektor sichtbar unter Druck setzte. ServiceNow verlor laut Investing.com rund 4%, während der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) um 5% nachgab.

Der Text ist ausdrücklich als Szenario und nicht als Prognose gekennzeichnet. Er ist aus einer hypothetischen Perspektive im Juni 2028 geschrieben und zeichnet ein Bild, in dem schnellere KI-Fähigkeiten Bürojobs verdrängen. Besonders brisant für SaaS-Anbieter: „Agentic“-Coding-Tools könnten es Entwicklern laut Szenario ermöglichen, Mid-Market-SaaS-Produkte in wenigen Wochen nachzubauen. Das würde Preise und Verlängerungsquoten (Renewals) bei Unternehmenssoftware belasten. ServiceNow tauchte in den hypothetischen Projektionen explizit auf.

Der Abverkauf traf auch andere große Namen: DoorDash fiel laut Investing.com um 7%, Salesforce um 5%. MongoDB und AppLovin rutschten jeweils um 8% ab. Selbst Visa, Mastercard und American Express verloren an dem Tag jeweils mehr als 4%.

Kurze Erholung – Kurs bleibt angeschlagen

Am Dienstag erholte sich die Aktie: Laut MarketBeat ging es im Tagesverlauf um rund 1,6% auf etwa 102,46 US-Dollar nach oben, der Schlusskurs lag laut Public.com bei 102,52 US-Dollar. Yahoo Finance führte die Stabilisierung unter anderem auf bessere Gesamtstimmung zurück: Dow Jones und S&P 500 legten jeweils etwa 0,8% zu.

Trotzdem bleibt das technische Bild schwach. Der Kurs liegt laut MarketBeat deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 130,57 US-Dollar und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 161,13 US-Dollar. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus laut Motley Fool (Bericht von Dienstag) auf etwa 34%.

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KI-Partnerschaften, Zukauf – und Insiderkauf

Parallel zum Kursdruck trieb ServiceNow seine KI-Agenda weiter voran. Am Montag kündigten das Unternehmen und Tata Consultancy Services (TCS) eine mehrjährige Partnerschaft an, die die Einführung von Enterprise-KI beschleunigen soll. Im Fokus stehen Backoffice-Prozesse, unter anderem in HR, Finanzen, Supply Chain und Einkauf.

Bereits Anfang Februar hatte ServiceNow zudem angekündigt, Pyramid Analytics übernehmen zu wollen (Meldung vom 12. Februar, berichtet u.a. von Futurum Group und CIO.com). Ziel ist es, KI-gestützte Analytics tiefer in die Plattform einzubetten und die Rolle von reiner Workflow-Steuerung auszuweiten.

Ein weiteres Signal kam aus dem Management: CEO Bill McDermott meldete laut Barron’s, MarketWatch und Sherwood News in einem SEC-Dokument (datiert auf den 17. Februar), am 27. Februar Aktien im Wert von 3 Millionen US-Dollar kaufen zu wollen. Gleichzeitig beendeten vier weitere Top-Manager – darunter CFO Gina Mastantuono – ihre automatisierten 10b5-1-Verkaufsprogramme.

Fundamentaldaten: Q4 stark, Rückkäufe ausgeweitet

Die jüngsten Quartalszahlen (veröffentlicht am 28. Januar) zeigten laut Motley Fool weiter kräftiges Wachstum: Der Abo-Umsatz stieg im vierten Quartal auf 3,47 Mrd. US-Dollar (+21% zum Vorjahr). Die cRPO (Current Remaining Performance Obligations) legte auf 12,85 Mrd. US-Dollar zu (+25%). Zudem meldete das Unternehmen 244 Abschlüsse mit mehr als 1 Mio. US-Dollar „Net New ACV“ (+40%). Beim KI-Produkt „Now Assist“ habe sich der neu gewonnene ACV im Jahresvergleich mehr als verdoppelt.

Für 2026 stellte ServiceNow rund 15,5 Mrd. US-Dollar Abo-Umsatz in Aussicht, bei etwa 20% Wachstum auf Basis konstanter Wechselkurse. Zusätzlich genehmigte das Unternehmen weitere 5 Mrd. US-Dollar für Aktienrückkäufe und kündigte ein beschleunigtes Rückkaufprogramm (ASR) über 2 Mrd. US-Dollar an.

Im Geschäftsmodell prallen dabei zwei Logiken aufeinander: Sitzplatzlizenzen könnten Gegenwind bekommen, wenn Unternehmen dank KI mit weniger Mitarbeitern auskommen. Gleichzeitig arbeitet ServiceNow an nutzungsbasierter Bepreisung für KI-Funktionen – ein Modell, das Einnahmen weniger planbar machen kann.

Der nächste Quartalsbericht wird laut Yahoo Finance voraussichtlich am 22. April erwartet. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die Aktie nach dem KI-getriebenen Sektor-Schock einen Boden findet oder ob der Druck auf Softwarewerte anhält.

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