Die ServiceNow-Aktie brach am Montag um 3,4% ein und fiel zeitweise auf 99,18 Dollar, bevor sie bei etwa 100,70 Dollar schloss. Auslöser war ein fiktives Szenario über KI-getriebene Wirtschaftsumbrüche, das eine erneute Verkaufswelle im Software-Sektor auslöste. Zeitgleich verkündete das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit Tata Consultancy Services – die jedoch nicht ausreichte, um den Abwärtsdruck zu stoppen.

Fiktiver Report befeuert Verkaufswelle

Ein hypothetisches Szenario von Citrini Research mit dem Titel "The 2028 Global Intelligence Crisis" wurde laut Invezz zum Katalysator des Ausverkaufs. Der Report beschreibt eine Zukunft, in der rasante KI-Fortschritte zu massivem Stellenabbau bei Bürojobs und einem Konsumeinbruch führen. ServiceNow wird darin namentlich in einer fiktiven Szene mit stark verlangsamtem Wachstum und Entlassungen erwähnt.

Obwohl die Autoren das Papier explizit als Gedankenexperiment kennzeichneten, reagierte der Markt unverzüglich. Auch Aktien von Visa, Mastercard, DoorDash und Blackstone gerieten unter Druck. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Szenario durch eine Erwähnung auf dem Social-Media-Account von Michael Burry.

Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF verlor am Montag weitere 5% und weitete seinen Jahresverlust auf knapp 30% aus.

TCS-Partnerschaft bleibt wirkungslos

Am selben Tag gaben ServiceNow und TCS eine mehrjährige Partnerschaft im Millionenwert bekannt. TCS wird branchenspezifische KI-Lösungen entwickeln, die nativ auf der ServiceNow-Plattform laufen und Back-Office-Funktionen wie Personalwesen, Finanzen, Lieferkette und Beschaffung abdecken.

Laut TCS soll die Kooperation Unternehmen dabei helfen, von fragmentierten KI-Pilotprojekten zu unternehmensweiten Transformationen mittels agentengestützter KI-Workflows überzugehen. TCS nutzt bereits ServiceNows IT Asset Management für Tausende Geräte. Beide Unternehmen planen gemeinsame Investitionen in Co-Innovation-Labs.

Die positive Nachricht konnte dem breiten Sektordruck jedoch nichts entgegensetzen.

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Jahresverlust wächst auf 32%

Die ServiceNow-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 32% verloren und notiert damit deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von etwa 131,62 Dollar sowie dem 200-Tage-Durchschnitt von circa 161,65 Dollar. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 98,00 bis 211,48 Dollar – aktuell bewegt sich der Kurs nahe dem unteren Ende.

Das Handelsvolumen lag am Montag bei etwa 23,4 Millionen Aktien, rund 16% über dem Durchschnitt von 20,1 Millionen.

Bei den Insider-Aktivitäten zeigt sich ein gemischtes Bild. CEO Bill McDermott tätigte Mitte Februar einen Aktienkauf im Wert von etwa 3 Millionen Dollar, mehrere Führungskräfte stoppten ihre automatischen Verkaufspläne. Allerdings verkaufte Insider Paul Fipps am 18. Februar 9.641 Aktien zu durchschnittlich 105,93 Dollar und reduzierte seine Position damit um etwa 45%.

Starke Zahlen treffen auf Branchenkrise

Die jüngsten Quartalsergebnisse vom 28. Januar zeigten ein Abo-Umsatzwachstum von 21% auf 3,47 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2025. Umsatz und Gewinn je Aktie übertrafen die Konsensschätzungen.

Für das erste Quartal 2026 prognostiziert ServiceNow Abo-Umsätze zwischen 3,65 und 3,66 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von etwa 21,5% entspricht. Der Vorstand genehmigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Dollar und führte einen beschleunigten Rückkauf über 2 Milliarden Dollar durch.

Der gesamte Software-Sektor steht massiv unter Druck. Der S&P Software & Services Index verlor 2026 bereits knapp 20%, deutlich mehr als der Nasdaq. Analysten führen dies auf Befürchtungen zurück, dass KI-Tools – insbesondere neue Coding-Lösungen wie Anthropics Claude Code – die Wettbewerbsvorteile traditioneller Enterprise-Software-Anbieter untergraben könnten. Wedbush-Analyst Dan Ives bezeichnet die Korrektur laut Fortune als größten strukturellen Software-Ausverkauf seit 25 Jahren.

Strategische Weichenstellung läuft

ServiceNow setzt trotz der Marktturbulenzen auf Expansion. Neben der TCS-Partnerschaft kündigte das Unternehmen am 12. Februar die Übernahme von Pyramid Analytics an. Das Management positioniert die Firma damit als Enterprise-KI-Plattform.

Die nächsten Quartalszahlen werden für den 22. April erwartet. Bis dahin wird sich zeigen, ob die strategischen Maßnahmen ausreichen, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.

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