SAP Aktie: Doppelbelastung
SAP muss gleich zwei Themen verdauen: einen teuren Schlussstrich unter einen jahrelangen US-Rechtsstreit – und neue Zollunsicherheit, die Tech-Werte weltweit nervös macht. Der Vergleich mit Teradata bringt zwar Klarheit, kostet aber 480 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig kommt von der Makroseite Gegenwind, der die Stimmung im Software-Sektor zusätzlich abkühlt. Wie schwer wiegt diese Kombination für den ohnehin angeschlagenen Kurs?
Vergleich mit Teradata: Prozess vom Tisch, Zahlung fix
Am 19. Februar einigten sich SAP und Teradata auf einen Vergleich. SAP soll innerhalb von 60 Tagen eine Brutto-Zahlung von 480 Mio. US-Dollar leisten. Im Gegenzug werden alle vergangenen und laufenden Verfahren beigelegt, Ansprüche gegenseitig freigegeben und die Klagen abgewiesen.
Der Zeitpunkt ist dabei entscheidend: Nach einem zunächst SAP-freundlichen Urteil (2021) hatte ein Berufungsgericht im Dezember 2024 eine Neuverhandlung angeordnet. Ein Prozess war für April 2026 angesetzt. Der Deal kommt also kurz vor dem nächsten Gerichtstermin – und nimmt zumindest dieses konkrete Risiko aus der Gleichung.
Teradata rechnet nach eigenen Angaben nach Abzug von Anwalts- und sonstigen Rechtskosten mit einem Netto-Cashzufluss von 355 bis 362 Mio. US-Dollar vor Steuern.
Zölle und KI-Sicherheitsdruck: Software-Aktien bekommen Gegenwind
Parallel dazu setzte zuletzt die US-Zollpolitik die Märkte unter Spannung. Nach einem Supreme-Court-Urteil vom 20. Februar, das Zölle über den IEEPA begrenzt, folgte umgehend eine neue Proklamation: Unter Section 122 des Trade Act wurde ein globaler Importzoll von zunächst 10% verhängt, anschließend auf 15% (das Maximum unter Section 122) erhöht. Laut Quelle traten die Zölle heute, am 24. Februar, in Kraft und können bis zu 150 Tage ohne Zustimmung des Kongresses gelten.
In dieses Umfeld fiel zusätzlich eine branchenweite Verunsicherung durch ein neues Sicherheitstool von Anthropic, das Codebasen auf Schwachstellen scannt und Patches vorschlägt. Das Thema traf Softwarewerte insgesamt – SAP wurde dabei am 23. Februar als DAX-Schlusslicht genannt.
Am Kursbild lässt sich der Druck ablesen: Mit 167,78 Euro liegt die Aktie zwar heute leicht im Plus (+0,66%), steht aber auf 30-Tage-Sicht deutlich tiefer (-16,86%) und notiert nur knapp über dem frischen 52-Wochen-Tief von 166,68 Euro. Auffällig: Der Kurs liegt rund 12% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (190,63 Euro) – das spricht für einen weiterhin angeschlagenen Trend.
BlackRock minimal höher, Dividende und Termine stehen
Bei den Pflichtmeldungen gab es eine kleine Stimmrechtsverschiebung: BlackRock hält nun 6,50% der Stimmrechte (6,43% über Aktien, 0,07% über Instrumente). Die Schwellenberührung datiert auf den 18. Februar; zuvor waren 6,49% gemeldet – also eine marginale Veränderung.
Zudem hat SAP am 19. Februar eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für 2025 vorgeschlagen (+6,4% zum Vorjahr). Ex-Tag ist der 6. Mai, die Zahlung ist für den 8. Mai 2026 vorgesehen.
Konkret terminiert sind außerdem die nächsten Veröffentlichungen: Am 26. Februar kommt der Integrated Report 2025. Die Q1-Zahlen für 2026 stehen laut Kalender am 23. April an – und dürften nach der zuletzt schwachen Kursentwicklung der nächste echte Prüfstein für die Aktie werden.
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