In der 1100. Ausgabe der Wiener Börse Party fasst Moderator Christian Drastil die wichtigsten Entwicklungen am österreichischen Aktienmarkt zusammen. Der ATX verpasst einen neuen Höchststand nur knapp, während sich im ATX Five bedeutende Veränderungen abzeichnen.

Leichte Gewinne bei ordentlichem Handelsvolumen

Der österreichische Leitindex ATX schloss am Montag mit einem Plus von 0,17 Prozent bei 5.817,57 Punkten. Ein neuer Rekordstand blieb damit aus, die positive Grundtendenz setzte sich jedoch fort. Das Handelsvolumen belief sich auf 278 Millionen Euro, was auf eine rege Marktaktivität hindeutet.

Dieser Artikel ist eine Added Value Version zu den Key-Insights einer Podcastfolge von audio-cd.at, aufgewertet durch Archivbausteine. Die hier veröffentlichten Gedanken/Schlüsse sind weder als Empfehlung noch als ein Angebot oder eine Aufforderung zum An- oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu verstehen und sollen auch nicht so verstanden werden. Der Handel mit Finanzprodukten unterliegt einem Risiko. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren.

Die Jahresperformance des ATX kann sich weiterhin sehen lassen: Mit einem Plus von 9,22 Prozent liegt der Index deutlich im grünen Bereich. An der Spitze der Tagesgewinner stand erneut AT&S mit einem beeindruckenden Zuwachs von 5,24 Prozent. Der Halbleiterzulieferer, der bereits im Vorjahr zu den besten Titeln zählte, liegt damit auch 2026 schon wieder mit stolzen 68,3 Prozent im Plus. Auf den Plätzen zwei und drei folgten voestalpine mit 1,6 Prozent und OMV mit 1,4 Prozent Kursgewinn.

Spannende Bewertungswoche für den ATX Five

Besondere Aufmerksamkeit verdient die laufende Bewertungswoche für den ATX Five, den Index der fünf größten und liquidesten Titel. Aktuell sind Erste Group, BAWAG Group, OMV, Verbund und Andritz im Index vertreten. Doch die Rangfolge könnte sich bald ändern.

voestalpine) rangiert derzeit auf Platz vier, die Raiffeisen Bank International auf Platz fünf – beide damit vor den aktuellen Indexmitgliedern Andritz und Verbund. Die voestalpine dürfte den Aufstieg schaffen, wie Drastil einschätzt. Bei der Raiffeisen Bank International gestaltet sich die Situation komplizierter: Zwar liegt sie vor Andritz, doch reicht der Vorsprung nach dem geltenden Regelwerk nicht aus.

Was jedoch als nahezu sicher gilt: Die voestalpine hat sehr gute Karten für einen Indexaufstieg, während der Verbund den ATX Five mit dem Märzverfall wohl verlassen muss.

Analysten optimistisch für FACC und den Gesamtmarkt

Positive Signale kommen auch von der Research-Seite. Oddo BHF hat die Bewertung für FACC von neutral auf Outperform angehoben und das Kursziel deutlich von 10 auf 15,5 Euro erhöht. Die Analysten sehen die aktuelle Bewertung als nicht vollständig angemessen an: Das robuste zweistellige Wachstumspotenzial des Unternehmens sowie die erhebliche Margenausweitung seien noch nicht eingepreist.

Raiffeisen Research blickt ebenfalls optimistisch auf den Gesamtmarkt. Die Prognose für den ATX lautet: 6.000 Punkte im März 2026, 6.250 Punkte im Juni sowie 6.500 Punkte sowohl im September als auch im Dezember. „Und auch das klingt nicht so schlecht", fasst Drastil zusammen.

Historischer Rückblick und Ausblick

Ein Blick in die Börsengeschichte: Genau vor neun Jahren, am 23. Februar 2017, erzielte Bajaj Mobility – damals noch unter dem Namen Pierer Mobility – einen Volumensrekord mit sieben Millionen Euro Handelsvolumen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Der ATX zeigt sich weiterhin robust, AT&S bleibt der herausragende Performer des Jahres, und im ATX Five stehen mit dem wahrscheinlichen Austausch von Verbund gegen voestalpine bedeutende Veränderungen an. Die Analystenprognosen deuten auf weiteres Aufwärtspotenzial bis Jahresende hin.