Die Rio Tinto Aktie eilt von Rekord zu Rekord und markierte gestern ein neues 52-Wochen-Hoch. Doch die positive Kursentwicklung steht im direkten Widerspruch zur Einschätzung vieler Experten. Während Anleger zugreifen, treten Großbanken wie Goldman Sachs und Barclays auf die Bremse und stufen den Minengiganten herab.

Diskrepanz zwischen Kurs und Bewertung

Der Kursverlauf wirkt auf den ersten Blick paradox. Die Aktie kletterte am Mittwoch auf 85,60 Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit einem Jahr. Doch fast zeitgleich senkten wichtige Analystenhäuser ihre Daumen. Barclays stufte das Papier herab und verwies auf saisonale Risiken beim Eisenerz sowie eine im Vergleich zur Konkurrenz zu hohe Bewertung.

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Auch Goldman Sachs strich die Kaufempfehlung und ging auf „Neutral“. Die Begründung ist eindeutig: Nach einem Anstieg von rund 60 Prozent in sechs Monaten sei die Bewertung ausgereizt. Das Kursziel der Bank liegt nun deutlich unter dem aktuellen Handelsniveau.

Gemischte Bilanz und steigende Schulden

Auslöser der Skepsis sind unter anderem die jüngsten Jahresergebnisse für 2025. Der bereinigte Gewinn stagnierte bei knapp 10,9 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit leicht die Markterwartungen. Gleichzeitig stieg die Nettoverschuldung signifikant von 5,5 auf 14,4 Milliarden Dollar an.

Dieser Schuldenanstieg ist primär strategisch bedingt: Die Übernahme von Arcadium Lithium, die erst im März 2025 abgeschlossen wurde, belastet die Bilanz mit rund 7,6 Milliarden Dollar. Das Management setzt hier klar auf zukünftiges Wachstum im Batteriemetall-Sektor, was kurzfristig jedoch die finanziellen Spielräume einengt.

Strategischer Wandel zum Kupfer

Hinter den Kulissen vollzieht der Konzern eine massive Verschiebung seines Geschäftsmodells. War Rio Tinto früher fast ausschließlich vom Eisenerz abhängig, gewinnt Kupfer massiv an Bedeutung. Der Gewinnanteil des roten Metalls hat sich auf rund 30 Prozent verdoppelt, während der Anteil des Eisenerzes von 70 auf 60 Prozent zurückfiel.

Treibende Kraft ist die Mine Oyu Tolgoi in der Mongolei. Nach Abschluss der unterirdischen Erweiterung schoss die Kupferproduktion dort um über 60 Prozent nach oben. Dies konnte die Schwäche im Aluminiumgeschäft, das unter hohen Kosten in Nordamerika litt, teilweise ausgleichen.

Unsicherheitsfaktoren bleiben

Trotz der operativen Fortschritte beim Kupfer gibt es Risiken. In der Mongolei schwelt ein Steuerstreit, der den Konzern über eine Milliarde Dollar kosten könnte – eine Belastung, die Investoren im Auge behalten müssen. Zudem plant Rio Tinto, Randbereiche im Wert von bis zu zehn Milliarden Dollar zu verkaufen, um die Bilanz zu straffen.

Die weitere Kursentwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, ob das boomende Kupfergeschäft die prognostizierte saisonale Schwäche beim Eisenerz kompensieren kann und wie zügig das Verkaufsprogramm für nicht-strategische Vermögenswerte umgesetzt wird.

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