Stripe bringt Bewegung in einen angeschlagenen Titel. Ein Bloomberg-Bericht heizt Spekulationen an, dass der Fintech-Riese Interesse an einer Übernahme von PayPal haben könnte – zumindest an Teilen des Geschäfts. Doch wie belastbar ist das Ganze?

Bloomberg-Bericht setzt Impuls

Laut Bloomberg, unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, gibt es frühe Gespräche darüber, dass Stripe PayPal ganz oder teilweise übernehmen könnte. Entscheidend ist das Wörtchen „früh“: Von einer konkreten Transaktion ist der Bericht noch weit entfernt, eine Einigung ist keineswegs sicher.

Passend dazu: Weder PayPal noch Stripe wollten den Bericht kommentieren. Auch das unterstreicht, dass es sich bislang um unbestätigte Sondierungen handelt – allerdings solche, die am Markt sofort Fantasie freisetzen.

Stripe ist der größere Player – zumindest nach Bewertung

Ein möglicher Deal wäre auch deshalb bemerkenswert, weil Stripe in der privaten Bewertung deutlich größer erscheint: Nach einem Sekundärverkauf von Anteilen für Mitarbeiter und Aktionäre soll Stripe zuletzt mit 159 Milliarden US-Dollar bewertet worden sein. Das ist ein Sprung gegenüber dem Vorjahr (91,5 Milliarden US-Dollar).

PayPal wirkt daneben klein: Die Marktkapitalisierung wird im Bericht mit rund 37 Milliarden US-Dollar beziffert. Gleichzeitig zeigt Stripe, dass es mehr sein will als ein reiner Zahlungsabwickler: Zusätzliche Erlösbausteine jenseits des Kerngeschäfts sollen auf eine jährliche „Run Rate“ von 1 Milliarde US-Dollar zusteuern. Zudem kaufte Stripe im Januar das Billing-Startup Metronome – ein Signal für weiteres Wachstum über Zukäufe.

Warum PayPal gerade verwundbar wirkt

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Der Zeitpunkt der Übernahmespekulation fällt in eine Phase, in der PayPal ohnehin unter Druck steht. Seit Jahresbeginn 2026 liegt die Aktie laut Quelle deutlich im Minus; zusätzlich hatte der Titel 2025 stark an Wert verloren.

Auslöser für die jüngste Vertrauensdelle waren vor allem die Zahlen zum vierten Quartal 2025: Der Umsatz lag mit 8,68 Milliarden US-Dollar unter der Markterwartung von 8,80 Milliarden US-Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie (1,23 US-Dollar) verfehlte die Spanne, die Analysten erwartet hatten (1,30 bis 1,33 US-Dollar). Der Markt quittierte das damals mit einem kräftigen Kursrutsch innerhalb einer Sitzung.

Dazu kam ein Führungswechsel: Der Verwaltungsrat ersetzte CEO Alex Chriss nach rund 16 Monaten durch den früheren HP-Chef Enrique Lores, der im März starten soll. Und als wäre das nicht genug, belastete auch der Ausblick: Für 2026 stellte PayPal sinkende „Transaction Margin Dollars“ in Aussicht, und beim bereinigten Gewinn je Aktie signalisierte das Unternehmen nur eine Spanne von leicht negativ bis leicht positiv – deutlich unter dem, was Analysten zuvor modelliert hatten.

Auch rechtlich wird es ungemütlicher: Am 25. Februar kündigte die Kanzlei Levi & Korsinsky eine Untersuchung an. Es geht um mögliche Fragen zur Informationspolitik, konkret zu operativen Kennzahlen und deren zeitlicher Kommunikation gegenüber Investoren.

Am Markt zeigt sich die Nervosität dennoch gepaart mit kurzfristigem Optimismus: In den bereitgestellten Kursdaten steht die Aktie diese Woche klar im Plus (7 Tage: +12,25%), obwohl sie seit Jahresanfang weiter deutlich im Minus liegt.

Zum nächsten Fixpunkt wird der Ergebnisbericht am 5. Mai: Dann liefert PayPal die nächste belastbare Standortbestimmung – und bis dahin bleibt die Stripe-Story vor allem ein zusätzlicher Unsicherheits- und Hoffnungstreiber zugleich.

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