Palantir Technologies steht gleich an mehreren Fronten im Fokus: Während CEO Alexander Karp und Direktor Stephen Cohen Aktien im Wert von über 100 Millionen Dollar verkauften, klagt das Unternehmen in der Schweiz gegen ein Magazin. Gleichzeitig wirft Investor Michael Burry Fragen zu den Reisekosten des CEOs auf. Die Aktie hat seit ihrem November-Hoch deutlich nachgegeben.

Automatische Steuerverkäufe – nicht freiwillig

Die am 24. Februar veröffentlichten SEC-Unterlagen zeigen: Karp verkaufte am 20. Februar Aktien im Wert von rund 65,9 Millionen Dollar, Cohen trennte sich von Papieren für etwa 43,7 Millionen Dollar. Doch die Details sind entscheidend: Laut den Form-4-Dokumenten handelte es sich ausschließlich um automatische Verkäufe zur Deckung von Steuerverpflichtungen nach dem Vesting von insgesamt 1,65 Millionen Restricted Stock Units.

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Die Transaktionen erfolgten über vorab festgelegte Rule-10b5-1-Pläne, die Insidern erlauben, Aktienverkäufe im Voraus zu planen und damit jeden Verdacht auf Insiderhandel ausschließen. Solche Sell-to-Cover-Geschäfte gelten als Standardprozedur bei der Ausübung von Aktienoptionen und werden von Analysten typischerweise als Routinevorgang eingestuft.

Rechtsstreit in der Schweiz eskaliert

Parallel dazu klagt Palantir vor dem Handelsgericht Zürich gegen das Schweizer Online-Magazin Republik. Die Publikation hatte detailliert über die mehrfache Ablehnung von Palantir-Diensten durch Schweizer Bundesbehörden berichtet – gestützt auf Dokumente aus Informationsfreiheitsanfragen. Besonders brisant: Eine interne Überprüfung der Schweizer Streitkräfte vom Dezember 2024 entschied gegen den Einsatz von Palantir-Technologie für militärische Daten, da Bedenken bestanden, US-Behörden könnten Zugriff auf sensible Informationen erhalten.

Die Klage zielt jedoch nicht auf Schadenersatz oder Verleumdung ab. Palantir wirft dem Magazin vor, kein ausreichendes Gegenäußerungsrecht nach Schweizer Medienrecht eingeräumt zu haben. Republik-Geschäftsführerin Katharina Hemmer erklärte gegenüber der Financial Times, Palantir habe eine "sehr umfangreiche" Gegendarstellung veröffentlicht sehen wollen. Die Europäische Journalisten-Föderation bezeichnete die Klage als mögliche SLAPP-Klage – eine Einschüchterungstaktik gegen kritische Berichterstattung. Eine Entscheidung wird für März erwartet.

Starkes US-Geschäft trifft auf europäische Skepsis

Die Schweizer Kontroverse unterstreicht ein grundsätzliches Problem: CEO Karp räumte im Earnings Call am 2. Februar ein, dass es in Teilen Europas "echte Zurückhaltung" gegenüber Palantir-Tools gebe. Der Anteil internationaler Kunden am Gesamtumsatz sank im Geschäftsjahr 2025.

In den USA sieht die Lage völlig anders aus. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 70 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar, angetrieben von 137 Prozent Wachstum im US-Geschäftskundenbereich und 66 Prozent im US-Regierungsgeschäft. Für 2026 prognostiziert Palantir einen Gesamtumsatz von etwa 7,19 Milliarden Dollar – ein Plus von 61 Prozent.

Reisekosten unter der Lupe

Zusätzlichen Gesprächsstoff liefert die Offenlegung im 10-K-Bericht: Palantir erstattete Karp 2025 insgesamt 17,2 Millionen Dollar für die Nutzung seines Privatflugzeugs – 123 Prozent mehr als die 7,7 Millionen Dollar im Vorjahr. Investor Michael Burry hob diese Zahl hervor und verwies auf Berechnungen des Jefferies-Analysten Brent Thill, wonach Metas Mark Zuckerberg und Palo Alto Networks' Nikesh Arora nur etwa 1,8 beziehungsweise 2,4 Millionen Dollar für vergleichbare Reisen aufwandten.

Die nächsten Wochen werden zeigen

Palantir tritt mit widersprüchlichen Signalen in die kommenden Monate. Das heimische Wachstum ist robust, die jüngsten Insiderverkäufe waren reine Steuertransaktionen ohne diskretionären Charakter. Doch die europäische Zurückhaltung, der Schweizer Rechtsstreit und Fragen zur Unternehmensführung bleiben im Raum. Der nächste wichtige Test folgt voraussichtlich am 4. Mai mit den Zahlen für das erste Quartal 2026 – dann wird sich zeigen, ob Palantir die ehrgeizige Jahresprognose untermauern kann.

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