Amazon Aktie: Milliarden-Ausbau
Amazon treibt den Ausbau seiner KI-Infrastruktur weiter voran – und nimmt dafür noch mehr Geld in die Hand. Ausgerechnet diese Investitionsoffensive ist aber auch der Punkt, der Anleger zuletzt spürbar verunsichert hat. Denn je größer die Rechenzentren werden, desto stärker rückt eine Frage in den Vordergrund: Wie schnell zahlt sich das in zusätzlichem AWS-Wachstum aus?
Neue Rechenzentren in Louisiana
Der Konzern will in Louisiana neue Data-Center-Campusse bauen – konkret in den Parishes Caddo und Bossier im Nordwesten des Bundesstaats. Geplant sind laut Berichten 540 Vollzeitstellen direkt an den Standorten. Zusätzlich sollen rund 1.700 weitere Jobs unterstützt werden, etwa für Elektriker, Klimatechnik (HVAC) und Sicherheit.
Beim Bau arbeitet Amazon demnach mit dem Rechenzentrums-Entwickler Stack Infrastructure zusammen. Um lokale Bedenken rund um Ressourcenverbrauch zu adressieren, setzt das Unternehmen mehrere Punkte dagegen: Amazon will die Kosten für neue und modernisierte Energie-Infrastruktur nach eigenen Angaben zu 100% übernehmen (in Zusammenarbeit mit Southwestern Electric Power Company). Zudem stellte der Konzern bis zu 400 Millionen US-Dollar für öffentliche Wasser-Infrastruktur in Aussicht und kündigte an, nur überschüssiges Wasser aus der Umgebung zu nutzen.
Dass Louisiana dabei zunehmend als Rechenzentrums-Standort auftaucht, passt ins Bild: Auch Meta hat den Bundesstaat für ein großes Data-Center-Projekt ausgewählt.
Der eigentliche Druckpunkt: 200 Milliarden Dollar Capex
Die Nachricht aus Louisiana kommt in einer Phase, in der Amazon an der Börse vor allem wegen seiner geplanten Investitionen diskutiert wird. Auslöser war der Quartalsbericht Anfang Februar: Für 2026 stellte Amazon rund 200 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben (Capex) in Aussicht – deutlich mehr als am Markt erwartet worden war. Zum Vergleich: 2025 lag der Capex laut Unternehmen bei rund 131 Milliarden US-Dollar.
Der Hintergrund ist klar: Der Ausbau zielt vor allem auf KI-Infrastruktur. Gleichzeitig drückt genau diese Investitionswelle auf den freien Cashflow. In den vergangenen zwölf Monaten fiel der Free Cashflow laut Amazon auf 11,2 Milliarden US-Dollar, nach 38,2 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Treiber waren vor allem deutlich höhere Ausgaben für Sachanlagen und Ausrüstung, die das Unternehmen mit KI-Investitionen begründet.
Quartalszahlen: AWS wächst stark, Cashflow sinkt
Operativ zeigte der Bericht ein gemischtes Bild. Der Umsatz lag im vierten Quartal über den Erwartungen, beim Gewinn je Aktie verfehlte Amazon die Schätzungen knapp. Auffällig war das Tempo bei AWS: Der Cloud-Bereich wuchs im Quartal um 24% gegenüber dem Vorjahr – laut Bericht das stärkste Wachstum seit 13 Quartalen. Auch das Werbegeschäft legte mit 23% deutlich zu.
Für das laufende erste Quartal 2026 stellte Amazon einen Umsatzkorridor von 173,5 bis 178,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Beim operativen Ergebnis rechnet der Konzern mit 16,5 bis 21,5 Milliarden US-Dollar.
Insiderverkäufe: Vorab geplante Transaktionen
Rund um die Louisiana-Meldung wurden zudem Insiderverkäufe bekannt. AWS-Chef Matthew S. Garman veräußerte am 23. Februar 17.751 Aktien für rund 3,6 Millionen US-Dollar. Douglas J. Herrington, CEO von Worldwide Amazon Stores, verkaufte am selben Tag 7.835 Aktien für rund 1,4 Millionen US-Dollar. Beide Verkäufe liefen laut Bericht über vorab festgelegte 10b5-1-Pläne, also standardisierte Handelsprogramme.
Unterm Strich bleibt das Spannungsfeld bestehen: AWS wächst kräftig und braucht mehr Kapazität – doch der Preis dafür ist ein sehr hoher Kapitalbedarf, der den Cashflow sichtbar belastet. An der Börse spiegelt sich das in der mittelfristigen Entwicklung wider: Auf 30 Tage liegt die Aktie mit -11,76% im Minus (Schlusskurs gestern: 177,14 €). Der nächste konkrete Prüfstein dürfte die nächste Zahlenvorlage Ende April (29.–30.04. erwartet) werden, wenn Investoren erneut auf Capex, Cashflow und die Dynamik bei AWS schauen.
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