Palantir Aktie: Viel Gegenwind
Palantir rückt diese Woche gleich aus mehreren Richtungen ins Rampenlicht: Ein milliardenschwerer Deal mit dem US-Heimatschutzministerium stärkt das Regierungsgeschäft – gleichzeitig sorgen Governance-Fragen, juristische Auseinandersetzungen und interne Spannungen für Reibung. Für Anleger ist das eine Mischung aus Rückenwind und Reputationsrisiko. Was wiegt am Ende schwerer?
Milliardenauftrag aus Washington
Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat laut veröffentlichten Vertragsunterlagen eine fünfjährige „Blanket Purchase Agreement“-Vereinbarung mit einem Volumen von bis zu 1 Mrd. US-Dollar abgeschlossen. Abgedeckt sind Softwarelizenzen, Wartung und Implementierungsleistungen – und zwar departmentweit.
Der Clou: Die Vereinbarung soll den Einkauf für DHS-Behörden wie Grenzschutz, ICE, TSA oder die Cybersicherheitsbehörde CISA vereinfachen. Einzelne Stellen können Palantir-Leistungen damit beziehen, ohne für jede Bestellung ein eigenes Ausschreibungsverfahren durchlaufen zu müssen. Erwartet wird, dass vor allem die Plattformen Gotham und Foundry die technische Basis der Einsätze bilden.
Gleichzeitig zeigt ein interner Hinweis, dass der Deal nicht nur Jubel auslöst. Palantirs CTO Akash Jain schrieb Mitarbeitern zufolge, die Vereinbarung komme in einer Phase „erhöhter Sorge“ rund um die bestehende Arbeit mit ICE – intern wie extern. Er stellte den Vertrag zugleich als Chance dar, auch weitere Behörden wie den Secret Service oder FEMA stärker zu adressieren.
Governance-Debatte um CEO-Kosten
Zusätzlichen Zündstoff liefert eine Diskussion über Führung und Vergütung. Investor Michael Burry verwies auf Angaben aus dem 2025er 10-K: Demnach erstattete Palantir CEO Alex Karp 17,2 Mio. US-Dollar für die Nutzung seines Privatflugzeugs – ein Plus von 123% gegenüber 7,7 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Solche Zahlen treffen einen Nerv, weil sie die Corporate-Governance-Debatte rund um Kostenkontrolle und Anreizstrukturen neu anfachen.
Burry hob zudem Berichte über Vorwürfe im Umfeld des britischen NHS hervor: Dort werde demnach geprüft, ob Palantir Vertragsbedingungen verletzt habe, indem angeblich eine Digitalmarketing-Agentur beauftragt wurde, um öffentlicher Kritik entgegenzuwirken.
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Klagen in Europa, Teilerfolg vor Gericht
In Europa geht Palantir juristisch gegen das Schweizer Online-Magazin Republik vor. Hintergrund sind Artikel vom Dezember, die schilderten, dass der Schweizer Staat Palantirs Anläufe auf Bundesaufträge mehrfach abgelehnt habe. Als Gründe wurden laut Bericht Bedenken zu Datensouveränität und Rechtskonformität genannt; eine interne Prüfung der Schweizer Armee aus Dezember 2024 habe demnach auch Risiken gesehen, dass US-Behörden Zugriff auf sensible Dateien erhalten könnten.
Palantir klagte im Januar – nicht auf Schadenersatz und auch nicht wegen Verleumdung, sondern wegen des angeblich verweigerten Rechts auf Stellungnahme nach Schweizer Medienrecht. Eine richterliche Entscheidung wird für März erwartet. Politisch hat das Thema bereits ausgestrahlt: In Großbritannien wurde die Schweizer Ablehnung laut Bericht in einer Parlamentsdebatte zu Verteidigungsaufträgen mit Palantir aufgegriffen.
Parallel lief in den USA ein Rechtsstreit mit dem KI-Startup Percepta. Ein Richter sah es als wahrscheinlich an, dass drei frühere Mitarbeiter Vertraulichkeits- und Abwerbevereinbarungen verletzt haben, als sie Percepta gründeten. Palantirs Antrag, die drei per einstweiliger Verfügung von der Arbeit bei Percepta auszuschließen, wurde jedoch abgelehnt.
Kurslage: Erholung trifft auf Druck
An der Börse bleibt das Bild gemischt: Auf 30 Tage gesehen liegt die Palantir-Aktie mit -21,65% klar im Minus – trotz +3,79% in den letzten sieben Tagen. Der Kurs notiert mit 113,44 € zudem rund 19% unter dem 200-Tage-Durchschnitt, was den anhaltenden Druck im mittelfristigen Trend unterstreicht.
Unterm Strich liefert der DHS-Rahmenvertrag zwar ein starkes Signal für die Tiefe von Palantirs Regierungsverankerung. Doch die parallel laufenden Governance- und Reputationsdebatten sowie die internationalen Schlagzeilen erhöhen die Unsicherheit. Ein konkreter nächster Fixpunkt ist der März, wenn in der Schweiz eine Gerichtsentscheidung zur Klage gegen Republik erwartet wird.
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