Palantir Technologies steht im Spannungsfeld: Ein Milliarden-Auftrag der US-Regierung trifft auf eine Klage in der Schweiz und eine anhaltende Debatte über die Bewertung – nach einem Kursrückgang von rund 24 Prozent seit Jahresbeginn. Während die operative Entwicklung stark bleibt, wachsen die Spannungen.

Heimatmarkt USA: Vertrag über eine Milliarde Dollar

Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat Palantir einen Rahmenvertrag über bis zu eine Milliarde Dollar für fünf Jahre erteilt. Laut Vertragsunterlagen umfasst die Vereinbarung kommerzielle Softwarelizenzen, Wartung und Implementierungsdienste für das gesamte Ministerium.

Der Vertrag erlaubt es Behörden wie der Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), der Katastrophenschutzbehörde (FEMA) sowie der Cybersicherheitsbehörde (CISA), Palantir-Software ohne separate Ausschreibungen zu beschaffen. Eine deutliche Vereinfachung des Beschaffungsprozesses – und ein klares Signal für die Marktstellung des Unternehmens.

Palantirs Chief Technology Officer Akash Jain räumte intern ein, dass der Deal „zu einer Zeit erhöhter Besorgnis, sowohl extern als auch intern, um unsere bestehende Arbeit mit ICE" komme. Zugleich deutete er an, dass sich daraus Chancen für neue Beziehungen ergeben könnten, etwa mit dem Secret Service. Die Partnerschaft mit dem DHS reicht bis 2011 zurück. Im vierten Quartal 2025 stiegen die verbleibenden Leistungsverpflichtungen von 2,6 auf 4,2 Milliarden Dollar – ein Indikator für künftige Umsätze.

Europa: Schweizer Klage und politischer Gegenwind

Parallel dazu verklagt Palantir das Schweizer Online-Magazin Republik wegen Artikeln, die sich mit gescheiterten Vertragsverhandlungen in der Schweiz beschäftigten. Die im Dezember veröffentlichten Beiträge stützten sich auf Informationsfreiheitsanfragen und beschrieben mehrjährige erfolglose Bemühungen Palantirs, Aufträge von Schweizer Bundesbehörden zu erhalten.

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Eine interne Prüfung der Schweizer Streitkräfte vom Dezember 2024 empfahl, auf Palantir-Technologie für militärische Daten zu verzichten – aus Sorge, US-Behörden könnten Zugriff auf sensible Dateien erhalten. Die Klage zielt nicht auf Schadenersatz, sondern auf die Einhaltung des Schweizer Medienrechts, wonach Palantir angeblich kein ausreichendes Gegendarstellungsrecht eingeräumt wurde.

CEO Alex Karp hatte Anfang Februar eingeräumt, dass es in Teilen Europas „echtes Zögern" gegenüber den Produkten des Unternehmens gebe. Die Republik-Berichterstattung wurde bereits im britischen Parlament zitiert, wo ein Labour-Abgeordneter forderte, sich von Palantir abzuwenden.

Analystenstimmen: Mizuho hebt Bewertung an

Mizuho-Analyst Gregg Moskowitz stufte Palantir am 18. Februar von Neutral auf Outperform hoch und setzte ein Kursziel von 195 Dollar. Er bezeichnete Palantir als „einzigartig" und verwies auf die Kombination aus Umsatzwachstum, Beschleunigung und Margenausweitung in dieser Größenordnung – ein seltenes Profil in der Unternehmenssoftware.

Die Hochstufung erfolgte nach einer deutlichen Bewertungskorrektur. Das geschätzte Verhältnis von Unternehmenswert zu Free Cashflow für 2026 war in den ersten sechs Wochen des Jahres um rund 46 Prozent gefallen. Der Konsenspreis der Analysten liegt bei etwa 191 Dollar, die durchschnittliche Empfehlung lautet „Halten".

Operative Eckdaten: Wachstum intakt

Im vierten Quartal 2025 erzielte Palantir einen Umsatz von 1,41 Milliarden Dollar – ein Plus von 70 Prozent im Jahresvergleich. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,25 Dollar und übertraf die Konsenserwartung von 0,23 Dollar. Für 2026 stellte das Unternehmen Erlöse von 7,18 bis 7,20 Milliarden Dollar in Aussicht, was einem Wachstum von rund 61 Prozent entspricht.

Parallel kündigte Rackspace Technology eine Partnerschaft an, um Palantirs Foundry- und KI-Plattform in privaten Cloud- und UK-Rechenzentren zu hosten. Rackspace plant, sein auf Palantir geschultes Team binnen eines Jahres von 30 auf 250 Ingenieure zu erweitern – ein Angebot für regulierte Branchen, die auf öffentliche Cloud-Infrastruktur verzichten wollen.

Ausblick: Starke Zahlen, komplexes Umfeld

Operativ steht Palantir solide da: beschleunigtes Umsatzwachstum, neue Großaufträge, steigende Margen. Doch die Bewertung bleibt Diskussionsthema, die Akzeptanz in Europa fragil, und intern gibt es Spannungen um die Arbeit mit Sicherheitsbehörden. Der nächste Quartalsbericht wird für Anfang Mai erwartet.

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