Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery wird zur Zitterpartie für Netflix. Rivale Paramount Skydance hat sein Angebot am Dienstag überraschend auf 31 US-Dollar pro Aktie erhöht und bringt den Streaming-Platzhirsch damit massiv unter Zugzwang. Während Anleger bereits wegen der enormen Schuldenlast nervös reagieren, stellt sich die Frage: Muss Netflix nun teuer nachbessern oder platzt der strategisch wichtige Deal?

Kampfansage von Paramount

Das Board von Warner Bros. Discovery (WBD) signalisierte gestern, dass die neue Offerte von Paramount Skydance als "überlegenes Angebot" eingestuft werden könnte. Der Konkurrent bietet nicht nur einen höheren Preis als die vorherigen 30 US-Dollar, sondern lockt auch mit attraktiven Konditionen: Paramount würde die 2,8 Milliarden US-Dollar schwere Auflösungsgebühr übernehmen, die WBD bei einem Scheitern des Netflix-Deals zahlen müsste. Zudem wurde eine zusätzliche Gebühr für Verzögerungen beim Abschluss in Aussicht gestellt.

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Sollte das WBD-Board den Vorschlag von Paramount offiziell favorisieren, bleiben Netflix laut bestehendem Vertrag lediglich vier Werktage für ein Gegenangebot. Bisher lehnte Netflix eine Stellungnahme ab, doch die Aktie reagierte im nachbörslichen Handel bereits volatil.

Schuldenberg drückt den Kurs

Die Unsicherheit lastet schwer auf dem Aktienkurs von Netflix. Das Papier hat seit dem Allzeithoch im Juni 2025 rund 40 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell nahe dem 52-Wochen-Tief bei rund 77 US-Dollar. Allein im laufenden Jahr 2026 steht ein Minus von etwa 19 Prozent zu Buche.

Hauptgrund für die Skepsis der Investoren ist die Finanzierung: Für das ursprüngliche Angebot müsste Netflix rund 52 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden aufnehmen und zusätzlich die Nettoverschuldung von WBD in Höhe von 10,7 Milliarden US-Dollar absorbieren. Ein Bieterwettstreit könnte diese finanzielle Belastung weiter in die Höhe treiben – ein Szenario, das den Markt offensichtlich beunruhigt.

Solides Kerngeschäft, teurer Ausblick

Operativ zeigt sich der Konzern hingegen robust. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um knapp 18 Prozent auf 12,05 Milliarden US-Dollar, und die Abonnentenzahl kletterte auf über 325 Millionen. Besonders das Werbegeschäft legte kräftig zu.

Doch die Prognose für 2026 dämpft die Euphorie: Die operative Marge wird durch übernahmebedingte Kosten von rund 275 Millionen US-Dollar belastet. Zudem hat das Management Aktienrückkäufe ausgesetzt, um Liquidität für die anstehende Transaktion zu sichern. Dies entzieht der Aktie eine wichtige Stütze.

Politische Dimension sorgt für Unruhe

Zusätzlich gewinnt der Übernahmepoker eine politische Komponente. Während Netflix-Co-CEO Ted Sarandos betont, es handele sich um eine rein geschäftliche Transaktion, plant er Berichten zufolge Gespräche im Weißen Haus. Hintergrund sind Forderungen aus dem politischen Umfeld bezüglich der Besetzung des Boards. Auch die Konkurrenz ist aktiv: Paramount-CEO David Ellison suchte kürzlich ebenfalls die Nähe zur Politik.

Die Entscheidung dürfte spätestens am 20. März fallen, wenn die WBD-Aktionäre über den Deal abstimmen. Für Anleger hängt nun alles davon ab, ob Netflix bereit ist, sich auf ein noch kostspieligeres Bietergefecht einzulassen, und wie die Kartellbehörden die sich verändernde Marktlage bewerten.

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