Die Oracle-Aktie setzt ihre Talfahrt fort. Ein neuer Sammelklage-Vorwurf wegen angeblicher Irreführung bei den KI-Investitionen und eine Analystensenkung verschärfen die Lage. Gleichzeitig sicherte sich der Softwarekonzern einen Auftrag des US-Militärs im Wert von 88 Millionen Dollar.

Kurs gibt weiter nach

Am Montag verlor die Aktie rund 4,3 Prozent und schloss bei etwa 153,21 Dollar. Im Tagesverlauf hatte sie zwischenzeitlich noch bei 159,19 Dollar notiert.

Die Volatilität der vergangenen Monate ist erheblich: Innerhalb von 52 Wochen bewegte sich der Kurs zwischen 118,86 und 345,72 Dollar. Allein im Februar summiert sich das Minus auf rund 17 Prozent. Anleger sorgen sich um die aggressive Expansionsstrategie des Unternehmens und die damit verbundene Schuldenlast.

Sammelklage wegen Täuschungsvorwurf

Die Kanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check reichte am 17. Februar 2026 beim Bezirksgericht in Delaware eine Wertpapierklage gegen Oracle ein. Die Klage richtet sich an Investoren, die zwischen dem 12. Juni und dem 16. Dezember 2025 Aktien des Unternehmens erworben haben.

Der Vorwurf: Oracle habe Anleger über die tatsächlichen Kapitalausgaben für die KI-Infrastruktur und die zu erwartenden Renditen in die Irre geführt. Im Dezember 2025 überraschte das Unternehmen mit einem vierteljährlichen Investitionsvolumen, das die Schätzungen deutlich übertraf. Der freie Cashflow fiel negativ aus – mit über zehn Milliarden Dollar Abfluss.

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Die Klagepartei verweist zudem auf eine „brisante Offenlegung" in Oracles Quartalsbericht. Dort tauchten zusätzliche Leasingverpflichtungen in Höhe von 248 Milliarden Dollar auf, die mit Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten zusammenhängen. Die Frist für den Hauptkläger endet am 6. April 2026.

Analysten bremsen Erwartungen

Die Investmentbank Melius Research stufte Oracle am 9. Februar von „Kaufen" auf „Halten" herab. Das Kursziel von 160 Dollar blieb zwar unverändert, doch die Begründung zeigt die Skepsis: wachsender Wettbewerbsdruck im KI-Geschäft.

Sanford C. Bernstein hingegen setzt noch ein Kursziel von 313 Dollar an – betont aber, dass die geplante Kapitalerhöhung belastend wirken könnte.

Staatsauftrag als Lichtblick

Positiv für Oracle: Die US Air Force vergab einen Auftrag über 88 Millionen Dollar. Der Festpreisvertrag stützt den Umsatz kurzfristig und zeigt, dass Behörden weiterhin auf Oracles Cloud-Infrastruktur setzen.

Finanzierung durch massive Schuldenaufnahme

Der Impax US Sustainable Economy Fund wies in seinem Investorenbrief für das vierte Quartal 2025 darauf hin, dass Oracle „übermäßig Schulden aufnimmt", um den Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz zu finanzieren – unter anderem für eine Kooperation mit OpenAI.

Anfang Februar 2026 kündigte Oracle an, im laufenden Jahr zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar brutto an Kapital aufnehmen zu wollen. Das Geld soll in zusätzliche Rechenzentrumskapazität fließen, um Cloud-Kunden wie Nvidia, Meta, OpenAI, AMD, TikTok und xAI zu bedienen.

Die Strategie ist ambitioniert – doch die Märkte reagieren skeptisch. Ob die hohen Investitionen die erwarteten Erträge abwerfen, bleibt vorerst offen.

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