Oracle muss gleich an mehreren Fronten liefern: In der Entwickler-Community brodelt es rund um MySQL, gleichzeitig plant der Konzern eine milliardenschwere Finanzierung für den Cloud- und KI-Ausbau. Genau diese Kombination aus Vertrauensfrage und Kapitalbedarf erklärt, warum der Titel trotz einzelner positiver Stimmen unter Druck bleibt. Was steckt hinter dem MySQL-Kurswechsel – und warum ist er aus Anlegersicht mehr als nur ein Detail?

MySQL: Premium wird gratis – aus gutem Grund

Heute hat Oracle für 2026 eine grundlegende Anpassung der MySQL-Strategie vorgestellt. Mehrere bislang kostenpflichtige „Premium“-Funktionen sollen in die kostenlose Community Edition wandern. Genannt wurden unter anderem Vector-Funktionen für KI, der Hypergraph Optimizer und JSON Duality.

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Der Schritt wirkt wie Schadensbegrenzung. Hintergrund ist der wachsende Druck aus der Open-Source-Community und die Sorge, dass Entwickler zu Alternativen wie PostgreSQL abwandern. Brisant: Im September 2025 hatte Oracle laut Bericht rund 70 MySQL-Kernentwickler entlassen – danach wurden öffentlich sogar mögliche „Forks“ des Projekts diskutiert. Die Integration der Funktionen soll ab April 2026 starten.

50 Milliarden Dollar: Wachstum mit Nebenwirkungen

Parallel dazu steht ein großer Finanzierungsschritt im Raum: Oracle will 2026 insgesamt 45 bis 50 Mrd. USD einsammeln, um den Rechenzentrums-Ausbau zu finanzieren. Geplant ist eine Mischstruktur:

  • Aktien (Equity): „At-the-market“-Platzierung von bis zu 20 Mrd. USD
  • Anleihen (Debt): rund 25 Mrd. USD an neuen Notes

Strategisch ist das die Eintrittskarte, um im KI-Infrastruktur-Wettrennen gegen AWS und Microsoft nicht ins Hintertreffen zu geraten. Für Anleger hat die Medaille aber eine zweite Seite: mögliche Verwässerung durch neue Aktien und zusätzliche Zinslast – zumal die bestehende Verschuldung laut Quelltext bereits über 100 Mrd. USD liegt.

Zur Einordnung der Stimmung: Auf Basis der bereitgestellten Daten liegt die Aktie seit Jahresanfang bereits rund 21% im Minus und notiert klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das passt zu einem Markt, der sich bei so viel Kapitalbedarf erst einmal eine höhere Risikoprämie gönnt.

Analysten-Upgrade – und juristischer Gegenwind

Trotz der Risiken gibt es Rückenwind von Analystenseite: DA Davidson stufte die Aktie am 15. Februar auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 180 USD. Begründet wurde das unter anderem mit nachlassenden Sorgen über eine zu starke Abhängigkeit von OpenAI sowie einer Stabilisierung bei neuen Verträgen; als Beispiel wird ein 88-Mio.-USD-Cloudauftrag der US Air Force genannt.

Gleichzeitig bleibt die Rechtslage ein Belastungsfaktor. Mehrere Sammelklagen wegen angeblichen Wertpapierbetrugs laufen weiter. Der Vorwurf: Oracle habe irreführend zu Kosten der KI-Infrastruktur und zum Zeitplan für OpenAI-Rechenzentren kommuniziert. Eine wichtige Frist ist der 6. April 2026 (Bewerbung als Lead Plaintiff).

Am 9. März 2026 werden die nächsten Quartalszahlen erwartet – dann dürfte sich zeigen, ob Oracle den Spagat aus teurem Ausbau, Marktvertrauen rund um MySQL und anhaltendem juristischem Druck operativ stabil untermauern kann.

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