Oracle Aktie: Ungewohnte Flaute?
Oracle steht vor einer der wichtigsten Wochen seit Jahren. Am Dienstag folgen die Quartalszahlen, parallel dazu häufen sich die Hiobsbotschaften: Eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs, angekündigte Massenentlassungen und ein Aktienkurs, der seit September 2025 um 54% gefallen ist. Der Softwarekonzern hat Milliarden in KI-Infrastruktur investiert – doch bislang fehlt der entsprechende Umsatzschub.
Die Zahlen entscheiden
Oracle legt am 10. März nach Börsenschluss die Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Die Wall Street erwartet einen Gewinn je Aktie von 1,70 US-Dollar bei Umsätzen von 16,89 Milliarden US-Dollar – ein Plus von knapp 16% beziehungsweise 20% gegenüber dem Vorjahr.
Das Management selbst hatte im Vorfeld ein Cloud-Umsatzwachstum von 37-41% in konstanter Währung in Aussicht gestellt. Im zweiten Quartal war die Oracle Cloud Infrastructure bereits um 68% gewachsen. Die zentrale Frage lautet: Rechtfertigt das Cloud-Wachstum die enormen Investitionen? Der Auftragsbestand von 523,3 Milliarden US-Dollar (plus 433% zum Vorjahr) signalisiert zwar langfristige Planbarkeit, doch die Märkte wollen zeitnahe Ergebnisse sehen.
Massenentlassungen und Cashflow-Druck
Zeitgleich plant Oracle Tausende Stellen zu streichen – möglicherweise noch in diesem Monat. Betroffen sind verschiedene Unternehmensbereiche, darunter auch Positionen, die durch KI-Einsatz obsolet werden sollen. Die Entlassungswelle fällt breiter aus als die üblichen Stellenkürzungen des Konzerns. In der Cloud-Sparte wurde der Einstellungsprozess faktisch eingefroren.
Der Hintergrund: Oracle stemmt den größten Infrastruktur-Ausbau seiner Geschichte. Im September kündigte der Konzern eine Restrukturierung für bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar an. Um die KI-Offensive zu finanzieren, will Oracle 2026 zwischen 45 und 50 Milliarden US-Dollar über eine Mischung aus Aktienemissionen und Anleihen aufnehmen. Analysten von Bloomberg prognostizieren, dass der Free Cashflow in den kommenden Jahren negativ ausfallen wird – erst ab 2030 soll sich die Investition auszahlen.
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Sammelklage wegen Irreführung
Am 8. März erinnerte die Kanzlei Kessler Topaz daran, dass sie eine Sammelklage gegen Oracle eingereicht hat. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Investoren zwischen Juni und Dezember 2025 nicht offengelegt, dass die KI-Strategie massive Kapitalerhöhungen erfordern würde – ohne entsprechendes kurzfristiges Umsatzwachstum. Anleger können bis zum 6. April 2026 beantragen, als Hauptkläger aufzutreten.
Ausblick auf Dienstag
Die Oracle-Aktie handelt aktuell bei rund 130 Euro, weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 281 Euro. Die Volatilität rund um Quartalszahlen war zuletzt extrem: Im September 2025 sprang die Aktie nach starken Zahlen um 36%, im Dezember brach sie nach den Ergebnissen um knapp 11% ein.
Am Dienstag wird sich zeigen, ob Oracle die hohen Erwartungen erfüllen kann – und vor allem, ob das Cloud-Geschäft stark genug wächst, um die Investoren trotz negativem Cashflow, steigender Verschuldung und zunehmendem Wettbewerbsdruck durch AWS, Microsoft Azure und Google Cloud bei der Stange zu halten. Ein Lichtblick: Im Februar sicherte sich Oracle einen 88-Millionen-Dollar-Auftrag von der US Air Force für Cloud-Dienste bis Ende 2028. Die Pipeline ist also nicht leer.
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