Oracle Aktie: Unerwarteter Rückhalt?
Oracle steht vor einer Wegmarke: Am Dienstag folgen die Quartalszahlen für Q3 des Geschäftsjahres 2026 – zeitgleich häufen sich brisante Meldungen. Tausende Mitarbeiter sollen entlassen werden, um Milliarden für den KI-Ausbau freizumachen. Gleichzeitig platzte die geplante Erweiterung des Vorzeige-Rechenzentrums mit OpenAI. Während die Cloud-Sparte weiter wächst, wächst auch der Schuldenberg.
Quartalszahlen unter verschärfter Beobachtung
Oracle veröffentlicht die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal 2026 am 10. März nach US-Börsenschluss. Die Erwartungen sind hoch: Der Konsens rechnet mit Umsätzen von 16,89 Milliarden US-Dollar – ein Plus von knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilen Analysten eine Spanne zwischen 1,70 und 1,74 US-Dollar an, was einem Zuwachs von 16 bis 18 Prozent entspräche.
Im Fokus steht erneut das Cloud-Geschäft. Das Management hatte zuletzt ein Umsatzwachstum von 40 bis 44 Prozent in Aussicht gestellt. Im zweiten Quartal war die Cloud-Infrastruktur noch um 68 Prozent gesprungen – getrieben durch die hohe Nachfrage nach KI-Rechenkapazität. Allerdings verfehlte Oracle damals mit 16,06 Milliarden US-Dollar Gesamtumsatz knapp die Markterwartung von 16,15 Milliarden US-Dollar. Die Aktie verlor daraufhin an einem Tag über zehn Prozent.
Massenentlassungen sollen Milliarden freisetzen
Laut Bloomberg plant Oracle den Abbau tausender Stellen – möglicherweise noch im März. Die Kürzungen sollen sich quer durch alle Bereiche ziehen und umfassen auch Positionen, die durch KI-Einsatz überflüssig werden könnten. Ziel ist es, zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar einzusparen, wie aus einem Bericht der Investmentbank TD Cowen hervorgeht.
Die Maßnahmen gehen über die üblichen, rollierenden Personalanpassungen hinaus. Intern wurde bereits mitgeteilt, dass offene Stellen in der Cloud-Sparte überprüft werden – faktisch ein Einstellungsstopp. Oracle beschäftigte Ende Mai 2025 weltweit rund 162.000 Mitarbeiter. Bereits im September kündigte der Konzern eine Restrukturierung an, die bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar kosten soll.
Stargate-Erweiterung gescheitert – Meta steigt ein
Die geplante Vergrößerung des gemeinsamen KI-Rechenzentrums mit OpenAI in Texas ist vom Tisch. Oracle und OpenAI hatten im vergangenen September zwei Gebäude in Betrieb genommen, sechs weitere sollten in diesem Jahr folgen. Die ursprünglich angestrebte Erweiterung auf eine Gesamtkapazität von zwei Gigawatt wurde nun abgesagt. Verantwortlich dafür waren Finanzierungsprobleme und schwankende Bedarfsprognosen seitens OpenAI.
Ein mehrtägiger Ausfall der Kühlsysteme während einer Kältewelle belastete die Beziehung zwischen OpenAI und dem Betreiber Crusoe zusätzlich. Die gescheiterten Gespräche öffneten Meta Platforms die Tür: Der Facebook-Konzern erwägt nun, die geplante Erweiterungsfläche in Abilene zu übernehmen. Chipriese Nvidia vermittelte den Kontakt.
OpenAI betonte, dass die übergeordneten Stargate-Pläne weiterbestehen. In Wisconsin entsteht derzeit ein weiteres Rechenzentrum in Zusammenarbeit mit Oracle – dort wurden nach Angaben von OpenAI erst diese Woche die ersten Stahlträger aufgestellt.
Ausgaben belasten Bilanz massiv
Der aggressive Ausbau der Cloud-Infrastruktur hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz. Oracle will in diesem Jahr bis zu 50 Milliarden US-Dollar durch Fremd- und Eigenkapital aufnehmen. Die Unternehmensschulden überstiegen bereits die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Analysten von Bloomberg erwarten, dass der Cashflow in den kommenden Jahren negativ bleibt – erst ab 2030 sollen sich die Investitionen auszahlen.
Die Aktie steht massiv unter Druck: Nach einem Anstieg von 61 Prozent im Jahr 2024 folgte ein Absturz von 54 Prozent seit dem Höchststand im September 2025. Investoren honorieren zwar die strategische Positionierung im KI-Markt, sorgen sich aber zunehmend um die Finanzierungslast und den Wettbewerb mit AWS, Microsoft Azure und Google Cloud.
Am Dienstag wird sich zeigen, ob das Cloud-Wachstum stark genug ist, um die Bedenken zu zerstreuen. Neben den Zahlen dürfte das Management Stellung zu den Entlassungen und den Stargate-Plänen nehmen müssen.
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