In der aktuellen Ausgabe der Wiener Börse Party analysiert Moderator Christian Drastil die angespannte Marktsituation am Montag und ordnet die wichtigsten Bewegungen im österreichischen Leitindex ein.

Märkte unter Druck – aber weniger schlimm als befürchtet

Der ATX notiert am Montagmittag bei 5.290 Punkten und verzeichnet ein Minus von 2,1 Prozent. Bemerkenswert dabei: Der österreichische Leitindex ist damit unter seinen Jahresstartwert gefallen – ein psychologisch wichtiger Schwellenwert für viele Anleger. Dennoch relativiert Drastil die Lage: „Man hätte in der Früh Schlimmeres erwarten können."

Dieser Artikel ist eine Added Value Version zu den Key-Insights einer Podcastfolge von audio-cd.at, aufgewertet durch Archivbausteine. Die hier veröffentlichten Gedanken/Schlüsse sind weder als Empfehlung noch als ein Angebot oder eine Aufforderung zum An- oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu verstehen und sollen auch nicht so verstanden werden. Der Handel mit Finanzprodukten unterliegt einem Risiko. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren.

Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass die Vorbörse oder internationale Signale zunächst auf stärkere Verluste hindeuteten, die sich im Tagesverlauf jedoch abmilderten.

Gewinner in schwierigem Umfeld

Trotz des breiten Abverkaufs können sich einzelne Titel dem Abwärtstrend entziehen. Der Verbund führt die Gewinnerliste mit einem Plus von 2 Prozent an, gefolgt vom Flughafen Wien mit einem Prozent Zuwachs. Auch Agrana zeigt sich mit einem Minus von nahezu null Prozent relativ stabil.

Besonders der Flughafen Wien verdient Aufmerksamkeit: „Nicht, dass beim Flughafen irgendwas schlecht wäre, aber an Tagen wie diesen haben wir sonst eigentlich den Flughafen nicht unter den Gewinnern", kommentiert Drastil diese ungewöhnliche Konstellation.

DAX erholt sich von Tagestief

Auch der deutsche Leitindex DAX steht unter Druck, zeigt sich aber widerstandsfähig. Nach einem zwischenzeitlichen Fall unter die psychologisch wichtige Marke von 23.000 Punkten im Frühgeschäft notiert der Index um 14 Uhr bei 23.312 Punkten – ein Minus von 1,18 Prozent.

Die Top-Performer im DAX: Rheinmetall mit plus 2,9 Prozent, Bayer mit plus 1,4 Prozent und Fresenius Medical Care mit plus 0,9 Prozent. Spannend wird laut Drastil die Entwicklung der Handelsumsätze in Wien. Am Freitag wurden erneut sehr hohe Volumina verzeichnet, der Tagesdurchschnitt liegt mittlerweile bei 352 Millionen Euro – gegenüber 247 Millionen Euro täglich im Vorjahr eine deutliche Steigerung.

Analysten-Updates und neue Börsengänge

Die Deutsche Bank bestätigt ihre positive Einschätzung für Andritz mit dem Rating „Buy" und einem Kursziel von 86 Euro. Die Aussichten für den Technologiekonzern werden als vielversprechend angesehen.

Weniger optimistisch zeigt sich Oddo BHF beim Flughafen Wien: Die Analysten stufen die Aktie von „Outperform" auf „Hold" zurück und senken das Kursziel deutlich von 67 auf 55 Euro.

Auf der Neuemissionsseite gibt es ebenfalls Bewegung: Die Gabler Group startet heute den Handel an der Frankfurter Börse und wird ab morgen auch im Global Market der Wiener Börse gelistet sein. Gleichzeitig werden 30 weitere Unternehmen in den Global Market aufgenommen.

Historische Parallelen aus der Börsengeschichte

Der 9. März hat in der österreichischen Börsengeschichte bereits markante Tiefpunkte markiert. Vor 17 Jahren, am 9. März 2009, erreichte Polytec sein historisches Tief bei 1,01 Euro. Vor sechs Jahren, am 9. März 2020, erlebte die Bawag ihren zweitschwächsten Handelstag in ihrer noch jungen Börsengeschichte mit einem Minus von 11,8 Prozent.

Fazit

Der ATX zeigt sich am Montag deutlich schwächer und fällt unter seinen Jahresstartwert zurück. Einzelne Titel wie Verbund und Flughafen Wien können sich jedoch gegen den Trend stemmen. Die Umsätze bleiben auf erhöhtem Niveau, während Analysten gemischte Signale senden – positiv für Andritz, zurückhaltender für den Flughafen Wien. Mit der Gabler Group und weiteren Zugängen zum Global Market bleibt das Wiener Börsenumfeld trotz der aktuellen Schwäche dynamisch.