Oracle geht in diese Woche mit zwei gegensätzlichen Signalen: Auf der einen Seite steht ein historisch hoher Auftragsbestand und starkes Cloud-Wachstum. Auf der anderen Seite belastet der teure Ausbau der KI-Rechenzentren die Kasse – und zwingt den Konzern zu einem harten Umbau. Am Dienstag nach US-Börsenschluss dürften Anleger deshalb genau hinschauen, ob Oracle die KI-Offensive finanziell in den Griff bekommt.

Zahlen am Dienstag – Cloud im Fokus

Die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 kommen am Dienstag, 10. März 2026, nach Börsenschluss. Anschließend will Oracle die Ergebnisse in einer Telefonkonferenz und per Webcast erläutern.

Erwartet wird laut Konsens ein Umsatz von 16,89 Mrd. US-Dollar, was einem Plus von rund 19,5% gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche. Das Management hatte zudem ein Wachstum der Cloud-Umsätze von 40 bis 44% in Aussicht gestellt. Besonders im Blick: die Nachfrage nach Oracle Cloud Infrastructure (OCI), die im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 68% gegenüber dem Vorjahr zugelegt hatte. Zusätzlich stellte das Management für das laufende Quartal eine spürbare Beschleunigung bei Buchungen und Umsätzen in der Healthcare-Cloud in Aussicht.

Jobabbau und Einstellungsstopp: Der Preis der KI-Expansion

Parallel zu den Wachstumserwartungen dominiert ein anderes Thema die Vorbereitung auf den Bericht: Oracle plant den Abbau von Tausenden Stellen, um einen Liquiditätsengpass abzufedern, der durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren entstanden ist. Betroffen sein sollen mehrere Bereiche, eine Umsetzung könnte laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen bereits diesen Monat beginnen.

Ein Teil der Kürzungen zielt demnach auch auf Rollen, die Oracle künftig wegen KI weniger benötigt. Intern kündigte der Konzern diese Woche außerdem an, viele offene Stellen in der Cloud-Sparte zu überprüfen – faktisch eine Verlangsamung bzw. ein Einfrieren des Einstellungsprozesses.

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Der Umbau ist zudem nicht neu, sondern bereits finanziell verankert: Oracle hatte im September in einer Einreichung die größte Restrukturierung der Unternehmensgeschichte offengelegt. Die Kosten können im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Mai auf bis zu 1,6 Mrd. US-Dollar steigen, unter anderem für Abfindungen.

50 Milliarden frisches Kapital – und ein Rekord-Backlog

Wie kapitalintensiv die KI-Pläne sind, zeigt die Finanzierung: Oracle will in diesem Jahr bis zu 50 Mrd. US-Dollar über eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital aufnehmen. Die Unternehmensschulden sind im Zuge des KI-Ausbaus bereits über 100 Mrd. US-Dollar gestiegen. Gleichzeitig erwartet die Wall Street laut von Bloomberg zusammengetragenen Daten, dass die Investitionen der Cloud-Sparte den Cashflow in den kommenden Jahren ins Minus drücken, bevor sich die Ausgaben ab 2030 auszahlen könnten.

Das Gegengewicht liefert der Auftragsbestand: Die sogenannten Remaining Performance Obligations lagen zum Ende des zweiten Quartals bei 523,3 Mrd. US-Dollar – ein Plus von 433% zum Vorjahr. Das ist ein starkes Signal für die Visibilität künftiger Umsätze, auch wenn die Finanzierung kurzfristig schmerzt.

Beim Kursbild bleibt die Aktie dennoch angeschlagen: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 131,68 Euro, und damit mehr als 50% unter dem 52‑Wochen‑Hoch.

Im Hintergrund steht außerdem ein Großprojekt, das Anleger aufmerksam verfolgen: Laut CNBC (Stand 6. März) liegt das Rechenzentrumsprojekt mit OpenAI weiterhin im Plan. Es geht um den Aufbau von 4,5 GW Rechenzentrums-Kapazität – mit potenziellen Kosten von 180 bis 225 Mrd. US-Dollar und einem enormen Bedarf an GPUs.

Zum konkreten Prüfstein wird der Termin am 10. März: Dann muss Oracle zeigen, ob das Cloud-Wachstum und der Rekord-Auftragsbestand schnell genug in belastbare Cashflows kippen – und wie hoch die Rechnung für Restrukturierung, Investitionen und Finanzierung im laufenden Jahr tatsächlich ausfällt.

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