Oracle greift tief in die Finanzkiste, um sein Cloud-Geschäft auszubauen – und das in einer Größenordnung, die selbst im Tech-Sektor auffällt. Für 2026 plant der Konzern frisches Kapital von 45 bis 50 Milliarden US-Dollar. Der Hintergrund: Rechenzentrums-Kapazitäten werden knapp, weil KI-Projekte immer mehr Infrastruktur verschlingen.

Doch wie kommt dieser Plan bei Investoren an?

Was Oracle konkret vorhat

Laut Mitteilung will Oracle die Finanzierung bewusst auf Eigen- und Fremdkapital verteilen – ungefähr je zur Hälfte.

Auf der Eigenkapital-Seite setzt der Konzern auf drei Bausteine:
- Erstemission von verpflichtend wandelbaren Vorzugswertpapieren (mandatory convertibles)
- Ein neu genehmigtes „At-the-market“-Programm von bis zu 20 Mrd. US-Dollar (Aktienverkäufe schrittweise zum jeweiligen Marktpreis)
- Die Platzierung soll flexibel über die Zeit erfolgen – nicht als einmaliger großer Block

Für die Fremdfinanzierung ist eine klare Ansage dabei: Oracle will früh in 2026 eine einmalige Emission von Investment-Grade-Anleihen (vorrangig, unbesichert) durchführen und im restlichen Jahr keine weiteren Bonds nachschieben.

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Die Bankenrollen sind ebenfalls verteilt: Goldman Sachs führt die Anleihe-Emission, Citigroup die At-the-market-Platzierung und das Angebot der mandatory convertibles.

Zwei Märkte, zwei Reaktionen

Spannend ist vor allem die geteilte Marktreaktion: Kreditinvestoren und Aktienanleger setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Im Kreditmarkt kam der Schritt gut an. Oracle-„CDS“ (Versicherungskosten gegen einen Ausfall) mit fünf Jahren Laufzeit fielen nach dem Bericht um 17%. Barclays-Analyst Andrew Keches stufte Oracles Anleihen auf Overweight hoch – mit der Begründung, dass mehr Eigenkapital die Abwärtsrisiken für Gläubiger deutlich begrenze. Die Absicherungskosten lagen zeitweise so niedrig wie seit Mitte Dezember nicht mehr.

Am Aktienmarkt dagegen dominierte ein anderes Thema: Verwässerung. Denn wenn ein großer Teil des Pakets über Aktien oder aktiennahe Instrumente kommt, verteilt sich der Gewinn rechnerisch auf mehr Anteile. Entsprechend steht die Aktie zuletzt unter Druck: In den vergangenen 30 Tagen liegt sie rund 19,7% im Minus.

Warum Oracle das Geld jetzt braucht

Oracle verknüpft den Kapitalplan direkt mit der Nachfrage im Cloud-Geschäft: Es geht darum, zusätzliche Kapazitäten zu bauen, um vertraglich zugesicherten Bedarf großer Kunden bedienen zu können. Genannt werden unter anderem AMD, Meta, NVIDIA, OpenAI, TikTok und xAI.

Der Schritt passt in ein größeres Bild: Der Ausbau von Rechenzentren für KI gilt branchenweit als Wettlauf, bei dem schiere Investitionssumme zum Wettbewerbsfaktor wird.

Zum nächsten wichtigen Termin könnte es dann wieder konkreter werden: Der nächste Ergebnisbericht ist laut Quelle für 9. März 2026 angesetzt – und damit ein naheliegender Prüfstein, wie Oracle Tempo, Finanzierung und Bilanzstabilität zusammenbringen will.

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