Oracle greift tief in die Finanzkiste, um beim Ausbau von Cloud und KI-Infra nicht den Anschluss zu verlieren. Doch genau dieser Schritt sorgt an der Börse für Stirnrunzeln – obwohl der Konzern zeitgleich neue KI-Produkte ankündigt. Was steckt hinter der skeptischen Reaktion der Aktionäre?

45 bis 50 Milliarden Dollar – und zwar 2026

Für das Kalenderjahr 2026 hat Oracle einen großen Finanzierungskorridor abgesteckt: Insgesamt sollen 45 bis 50 Milliarden US-Dollar eingesammelt werden. Das Geld ist laut Unternehmen vor allem für den Ausbau der Cloud-Infrastruktur gedacht – um die Nachfrage großer Kunden bedienen zu können, darunter Nvidia, Meta und OpenAI.

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Die Konstruktion setzt auf eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital. Auf der Schuldenseite meldete Oracle bei einer jüngsten Anleiheplatzierung starkes Interesse: Die Orders sollen sich auf mehr als 129 Milliarden US-Dollar summiert haben. Beim Eigenkapital plant Oracle unter anderem ein „At-the-market“-Aktienprogramm von bis zu 20 Milliarden US-Dollar sowie eine Pflichtwandel-Vorzugsaktie, die ebenfalls auf Nachfrage gestoßen sein soll.

Kurz gesagt: Oracle beschafft sich die Mittel, um das Tempo im KI- und Cloud-Rennen hochzuhalten – aber der Preis dafür kann für Aktionäre spürbar sein.

Warum der Markt trotzdem nervös reagiert

Am Aktienmarkt dominierte am Dienstag dennoch Vorsicht. Der Titel steht seit Wochen unter Druck und liegt auf 30-Tage-Sicht rund 21% im Minus. Aus Sicht vieler Investoren ist das nachvollziehbar: Ein Finanzierungsmix mit Eigenkapitalanteil erhöht die Sorge vor Verwässerung, und die geplanten Milliardeninvestitionen bedeuten hohe laufende Ausgaben, bevor sich diese Projekte in Erträgen auszahlen müssen.

Auffällig ist dabei die unterschiedliche Signalwirkung: Kreditinvestoren scheinen dem Konzern Kapital zu günstigen Konditionen zutrauen (starke Bond-Nachfrage), während Aktieninvestoren stärker auf die Nebenwirkungen für bestehende Anteilseigner schauen.

Analysten senken Kursziele – Ratings bleiben

Mehrere Häuser haben nach der Ankündigung ihre Erwartungen angepasst. Scotiabank senkte am Dienstag das Kursziel auf 220 US-Dollar (zuvor 260), blieb aber bei „Sector Outperform“. Piper Sandler reduzierte das Ziel auf 240 US-Dollar und hielt an „Overweight“ fest. Begründet wurden die Anpassungen im Kern mit dem Finanzierungsbedarf für den KI-Infrastruktur-Ausbau.

Parallel dazu treibt Oracle die Produktseite voran: Ebenfalls am Dienstag stellte das Unternehmen eine neue KI-Agenten-Plattform für Retail- und Firmenbanken vor. Geplant ist, das Angebot an autonomen Agenten im kommenden Jahr deutlich auszubauen.

Wichtigste Punkte im Überblick:
- Finanzierungsziel 2026: 45–50 Mrd. US-Dollar
- Struktur: Mix aus Schulden und Eigenkapital (u. a. bis zu 20 Mrd. US-Dollar ATM-Programm)
- Bond-Nachfrage: Orders von mehr als 129 Mrd. US-Dollar gemeldet
- Analysten: Scotiabank senkt Ziel auf 220, Piper Sandler auf 240 US-Dollar
- Produktnews: KI-Agenten-Plattform für Banken angekündigt

Unterm Strich markiert der Plan eine klare Investitionsphase: Oracle baut Kapazitäten aggressiv aus, um große KI- und Cloud-Projekte bedienen zu können. Ob das an der Börse schnell wieder besser ankommt, dürfte vor allem davon abhängen, wie überzeugend Oracle den Spagat zwischen Wachstumstempo, Kapitalbedarf und Verwässerungsangst managt.

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