Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine, doch bei Netflix sorgen sie aktuell für lange Gesichter. Mitten im erbitterten Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery gerät der Streaming-Gigant ins Visier von US-Präsident Donald Trump. Die Aktie reagierte zum Wochenstart mit einem spürbaren Kursrutsch und markierte ein neues Jahrestief. Gerät der geplante Mega-Deal nun in Gefahr?

Ultimatum auf Truth Social

Auslöser der jüngsten Verkäufe war eine direkte Attacke des US-Präsidenten. Am Wochenende forderte Trump auf der Plattform Truth Social die sofortige Entlassung von Netflix-Vorstandsmitglied Susan Rice. Andernfalls müsse das Unternehmen die Konsequenzen tragen ("pay the consequences"). Rice, ehemalige Regierungsbeamtin unter Obama und Biden, hatte zuvor in einem Podcast vor möglichen Repressalien für Unternehmen gewarnt, die der Trump-Administration zu sehr entgegenkommen.

Die Reaktion der Anleger folgte prompt: Die Netflix-Aktie verlor am Montag über 3 Prozent und fiel auf ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus mittlerweile auf fast 20 Prozent. Investoren befürchten, dass diese politische Auseinandersetzung die ohnehin strengen Kartellprüfungen durch das US-Justizministerium weiter verschärfen könnte.

Bietergefecht in der heißen Phase

Der politische Gegenwind trifft den Konzern zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Netflix befindet sich in der entscheidenden Phase der Übernahmeschlacht um Warner Bros. Discovery (WBD). Ein siebentägiges Zeitfenster, in dem WBD mit dem Rivalen Paramount Skydance verhandeln durfte, lief gestern aus. Berichten zufolge hat Paramount sein Angebot noch am Montag nachgebessert, um die Netflix-Offerte von 82,7 Milliarden US-Dollar auszustechen.

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Co-CEO Ted Sarandos versuchte in einem BBC-Interview, die Wogen zu glätten. Er betonte, dass es sich um eine reine Geschäftstransaktion handele, die nichts mit Politik zu tun habe. Doch die Unsicherheit bleibt: Netflix müsste ein verbessertes Angebot von Paramount kontern, verfügt laut Berichten aber über ausreichend Barreserven für diesen Schritt.

Starke Zahlen verpuffen

Die aktuelle Kursschwäche steht im starken Kontrast zur operativen Entwicklung. Fundamental präsentiert sich Netflix robust: Im vierten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um 17,6 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar, während die operative Marge fast 30 Prozent erreichte. Auch der Werbeumsatz verdoppelte sich im vergangenen Jahr. Doch diese soliden Kennzahlen werden derzeit von der politischen Gemengelage und den Risiken der WBD-Übernahme überlagert.

Für den weiteren Kursverlauf sind die kommenden Wochen entscheidend. Am 20. März sollen die Aktionäre von Warner Bros. Discovery über den Deal abstimmen. Bis dahin wird sich zeigen, ob Netflix den politischen Druck aushalten und den Übernahmekampf gegen Paramount für sich entscheiden kann. Analysten von Wedbush bewerten das Kerngeschäft unabhängig vom Ausgang dieses Konflikts weiterhin als gesund.

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