Für MP Materials treffen in dieser Woche gleich zwei wichtige Termine zusammen: Heute starten neue US-Zölle, nachdem der Supreme Court einen zentralen Hebel der Trump-Regierung kassiert hat. Und am Donnerstag legt der Seltene-Erden-Produzent seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Genau diese Mischung aus Politik und Ergebnisbericht dürfte die Erwartungen an den Ausblick prägen.

Supreme Court bremst Tarifpolitik

Der US Supreme Court hat am Freitag die weitreichenden Trump-Zölle, die über den „International Emergency Economic Powers Act“ (IEEPA) eingeführt wurden, aufgehoben. Das Urteil verändert den handelspolitischen Spielraum Washingtons – vor allem gegenüber China.

Als Reaktion kündigte Trump laut CNBC einen weltweiten Zoll nach Abschnitt 122 des Trade Act von 1974 an: zunächst 10%, später auf 15% erhöht. Diese Abgaben sollen heute in Kraft treten.

Für MP Materials ist das mehr als ein politisches Hintergrundrauschen. China dominiert laut Reuters rund 90% der globalen Raffineriekapazität für Seltene Erden und etwa 70% der Förderung. Verschiebt sich das Kräfteverhältnis im Handelskonflikt, kann das auch die Logik hinter staatlicher Unterstützung für eine US-Lieferkette beeinflussen. Goldman Sachs sprach in diesem Zusammenhang von einer rechnerischen Netto-Reduktion der US-Zölle auf China um rund 5% – was den Druck auf Peking bei Verhandlungen über den Zugang zu Seltenen Erden tendenziell senken könnte.

Quartalszahlen am Donnerstag

MP Materials veröffentlicht die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 am Donnerstag nach US-Börsenschluss. Im Anschluss folgt laut Unternehmensmitteilung eine Telefonkonferenz um 17:00 Uhr US-Ostküstenzeit.

Erwartungsseitig rechnen Marktbeobachter laut Zacks mit einem Gewinnanstieg gegenüber dem Vorjahr bei zugleich niedrigeren Umsätzen. Im dritten Quartal 2025 hatte MP Materials einen Verlust von 0,10 US-Dollar je Aktie gemeldet und damit besser abgeschnitten als die erwarteten -0,14 US-Dollar. In den vergangenen vier Quartalen lag das Unternehmen zwei Mal über den Konsensschätzungen beim Ergebnis je Aktie. MarketBeat nennt für das vierte Quartal eine EPS-Erwartung von 0,08 US-Dollar – das würde eine Rückkehr in Richtung Profitabilität signalisieren.

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Rückenwind bei NdPr – aber wohl nicht dauerhaft

Ein klarer Pluspunkt vor den Zahlen kommt vom Rohstoffmarkt: Reuters zufolge stieg der Preis für Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) am 18. Februar auf 123 US-Dollar je Kilogramm – den höchsten Stand seit Juli 2022. Zum Vergleich: Im Juli 2025 lag NdPr noch bei 63 US-Dollar je Kilogramm, als MP Materials die milliardenschwere Partnerschaft mit dem US-Verteidigungsministerium bekanntgab.

Wichtig dabei: Der Pentagon-Deal enthält laut Reuters einen Preisboden von 110 US-Dollar je Kilogramm. Bei den aktuellen Marktpreisen wäre damit keine staatliche Stützung nötig. Gleichzeitig warnte Benchmark Mineral Intelligence in dem Reuters-Bericht, dass die hohen Preise eher vorübergehend sein dürften; bis Ende März werde mit einer Korrektur nach unten gerechnet.

Reuters berichtet zudem, dass die US-Regierung im Rahmen des Verteidigungsdeals verlangte, Lieferungen von gefördertem Material nach China zu stoppen. Zeitlich fiel das mit niedrigeren Förder- und Schmelzquoten in China zusammen, was die aktuelle Angebotsknappheit mit erklärt.

Die zentrale Frage für Donnerstag: Schlägt der NdPr-Preisschub bereits sichtbar auf Umsatz und Marge durch?

Zuletzt stand die Aktie trotz eines starken Jahres unter Druck. Laut CNBC schloss sie am Montag bei 55,70 US-Dollar; über 30 Tage entspricht das grob einem Minus von rund 20%. Simply Wall St weist zudem für die vergangenen zwölf Monate ein Plus von 128% aus, gleichzeitig liegt die Aktie deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 100,25 US-Dollar vom Oktober 2025.

Am Donnerstag dürfte neben den Q4-Zahlen vor allem der Ausblick zählen – inklusive Updates zur Magnetfertigung in Texas, zum Aufbau der Trennung schwerer Seltener Erden (Ziel: Mitte 2026) und zur Einordnung, wie das Supreme-Court-Urteil und die neuen Zölle die Lieferkette sowie staatliche Mechanismen beeinflussen könnten. Zudem rückt die Finanzlage in den Fokus: Simply Wall St beziffert den negativen Free Cashflow der letzten zwölf Monate auf 294,49 Mio. US-Dollar.

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