Für Netflix wird diese Woche zur Bewährungsprobe. Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) für 83 Mrd. US-Dollar rückt gleich aus drei Richtungen unter Druck: Das US-Justizministerium (DOJ) startet eine formelle Kartellprüfung, aus dem Weißen Haus kommt politische Kritik – und heute läuft eine Frist für den Rivalen Paramount Skydance ab.

Im Kern geht es jetzt um Tempo und Risiken: Wie stark bremst die Kartellprüfung den Deal aus, und kommt von Paramount noch ein ernsthaft verbessertes Angebot?

DOJ startet Kartellprüfung

Das DOJ hat laut Berichten von Bloomberg und Deadline eine offizielle kartellrechtliche Untersuchung zur geplanten WBD-Übernahme eingeleitet. Die Kartellabteilung verschickte sogenannte „Civil Investigative Demands“ (CIDs) an Filmemacher und Produzenten in Hollywood. Die Behörde will damit Informationen einholen, wie groß der Einfluss von Netflix gegenüber Kreativen ist.

In den CIDs heißt es demnach, die Prüfung solle klären, ob die Transaktion den Wettbewerb „erheblich verringern“ oder in Richtung Monopol führen könnte – unter Verweis auf Section 7 des Clayton Act und Section 2 des Sherman Act. Empfänger haben bis zum 23. März Zeit, Unterlagen und eidesstattliche Antworten abzugeben. Das ist nur drei Tage nach der für den 20. März angesetzten Aktionärsabstimmung bei WBD über die Fusion.

Laut Deadline läuft die Untersuchung seit rund drei Wochen. Das fällt zeitlich zusammen mit der Aussage von Co-CEO Ted Sarandos am 3. Februar vor einem Unterausschuss des Senats zum Thema Kartellrecht. Netflix-Anwalt Steve Sunshine (Skadden) sagte Deadline am Samstagabend, man habe „keine Mitteilung erhalten und keine anderen Hinweise gesehen“, dass das DOJ eine Untersuchung wegen Monopolisierung führe.

Trump fordert Abgang von Susan Rice

Parallel dazu mischt sich Präsident Trump politisch ein. Am Samstag forderte er laut CNBC, New York Times, Guardian und Fortune, Netflix solle Board-Mitglied Susan Rice entlassen – andernfalls solle das Unternehmen „die Konsequenzen“ tragen. Trump attackierte Rice, die unter Präsident Obama nationale Sicherheitsberaterin war, in einem Truth-Social-Post scharf.

CNBC zufolge folgten Trumps Aussagen auf Podcast-Äußerungen von Rice. Dort habe sie gesagt, Unternehmen, die Trump Loyalität zeigten, würden zur Verantwortung gezogen, falls die Demokraten wieder an die Macht kämen. Der Guardian berichtet zudem, Trumps Post habe eine Nachricht der Aktivistin Laura Loomer aufgegriffen, die Trump aufforderte, die Netflix-WBD-Fusion zu blockieren.

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Netflix kommentierte Trumps Aussagen laut CNBC nicht. Brisant ist der Schritt auch deshalb, weil Trump Reuters zufolge Anfang Februar noch erklärt hatte, er wolle sich aus dem Netflix-Paramount-Streit heraushalten und die Prüfung dem DOJ überlassen.

Heute endet Paramounts Frist

Heute läuft die siebentägige Ausnahmefrist ab, die Netflix WBD eingeräumt hatte, um mit Paramount Skydance zu verhandeln. Laut WBD-Mitteilung vom 17. Februar sollte Paramount in diesem Zeitfenster sein „bestes und endgültiges“ Angebot für WBD als Ganzes vorlegen.

Sarandos sagte am 22. Februar am Rande der BAFTA Awards zu Deadline: Wer den Deal überbieten wolle, solle „einfach ein besseres Angebot auf den Tisch legen“. Wichtig dabei: Netflix hat im Fusionsvertrag Matching Rights und kann also ein verbessertes Paramount-Angebot kontern.

Reuters berichtete, Netflix habe „ausreichend Spielraum“, das aktuelle Barangebot von 27,75 US-Dollar je Aktie für WBDs Streaming- und Studio-Vermögenswerte zu erhöhen. WBDs Unterlagen vom 17. Februar zufolge habe Paramount informell signalisiert, bis zu 31 US-Dollar je Aktie zahlen zu wollen – nach zuvor 30 US-Dollar je Aktie in einem feindlichen Übernahmeangebot für ganz WBD.

Der WBD-Vorstand empfiehlt den Netflix-Deal weiterhin einstimmig. Die Aktionäre sollen am 20. März abstimmen. Paramount will sein feindliches Angebot laut CNBC fortsetzen und zudem konkurrierende Direktoren für den WBD-Vorstand nominieren.

Aktie nahe Jahrestief

Die Netflix-Aktie schloss am Freitag bei 78,67 US-Dollar und lag damit am Tag 2,17% im Plus. Dennoch bewegt sich der Kurs nahe dem unteren Ende der 52‑Wochen-Spanne von 75,23 bis 134,12 US-Dollar. Trefis zufolge ist die Aktie seit Mitte November 2025 um rund 30% gefallen – getrieben von Sorgen über höhere Schulden im Zusammenhang mit der WBD-Transaktion, regulatorischer Unsicherheit und einem langsameren Abonnentenwachstum.

Für die letzten zwölf Monate werden Umsätze von 45,27 Mrd. US-Dollar sowie ein Nettogewinn von 10,98 Mrd. US-Dollar ausgewiesen, das Ergebnis je Aktie liegt bei 2,53 US-Dollar. Im vierten Quartal 2025 überschritt Netflix laut Motley Fool die Marke von 325 Millionen zahlenden Mitgliedschaften.

In den nächsten Wochen verdichten sich damit die entscheidenden Termine: Heute läuft Paramounts Angebotsfenster aus, am 20. März folgt die WBD-Aktionärsabstimmung, und bis zum 23. März müssen die Empfänger der DOJ-Anfragen ihre Antworten liefern. Die nächsten Netflix-Zahlen stehen am 16. April an.

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