Netflix Aktie: Übernahme-Zoff
Netflix steht bei der Warner-Bros.-Discovery-Übernahme an einem entscheidenden Punkt. Denn der Bieterwettstreit mit Paramount Skydance läuft heute aus – und parallel wächst der politische und regulatorische Gegenwind. Wie realistisch ist unter diesen Vorzeichen überhaupt noch ein Abschluss?
Angebote, Milliarden – und eine hohe Ausstiegsklausel
Netflix hatte zuvor 27,75 Dollar je Aktie geboten. Das entspräche einem Enterprise Value von 82,7 Milliarden Dollar – allerdings gezielt für die Studio- und Streaming-Assets von Warner Bros. Discovery.
Paramount Skydance konterte mit 30 Dollar je Aktie und würde damit die gesamte Gruppe mit 108,4 Milliarden Dollar bewerten. Laut CNBC wird das Angebot teilweise durch Staatsfonds aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar gestützt. Paramount Skydance hat zudem bis zum Ende des heutigen 23. Februar Zeit, ein verbessertes Angebot vorzulegen.
Knifflig ist auch die Vertragslogik: Nimmt Warner Bros. Discovery das Paramount-Angebot an, wird eine Breakup Fee von 2,8 Milliarden Dollar an Netflix fällig. Paramount soll angeboten haben, diese Strafzahlung zu übernehmen. Netflix-Co-CEO Ted Sarandos verteidigte die Netflix-Übernahmepläne heute in einem BBC-Interview als wachstumsorientiert und griff das Gegenangebot an: Es würde seiner Aussage nach sofortige Kürzungen von 6 Milliarden Dollar sowie weitere 16 Milliarden Dollar an späteren Einschnitten nach sich ziehen.
Politischer Druck und Kartellprüfung
Zusätzliche Unruhe kam gestern aus der Politik. Präsident Donald Trump forderte am 22. Februar auf Truth Social, Warner Bros. Discovery solle Board-Mitglied Susan Rice entlassen, andernfalls drohten „nicht näher benannte Konsequenzen“. Auslöser waren laut Bericht Podcast-Aussagen von Rice zur Verantwortung von Unternehmen. Sarandos wies die politischen Kommentare zurück und sagte gegenüber Variety, es handele sich bei der Übernahme um eine rein geschäftliche Transaktion.
Zeitgleich hat das US-Justizministerium (DoJ) offiziell eine kartellrechtliche Untersuchung zur geplanten Transaktion gestartet. Die Behörde verschickte sogenannte Civil Investigative Demands an Filmemacher und Produzenten, um mögliche Monopolmacht und den Einfluss auf Content-Ersteller zu prüfen. Antworten an das DoJ sind bis zum 23. März fällig – drei Tage nach der geplanten Aktionärsabstimmung am 20. März bei Warner Bros. Discovery.
Marktstimmung und Stellenabbau im Produktbereich
Trotz Bieterwettstreit und regulatorischem Risiko bleibt der Blick auf das operative Geschäft in Teilen positiv. Wedbush-Analystin Alicia Reese bestätigte am 20. Februar ihr „Outperform“-Rating und ein Kursziel von 115 Dollar. Als Treiber nannte sie disziplinierte Content-Ausgaben und eine verbesserte Monetarisierung der Abonnenten. Die Aktie notiert laut Text derzeit nahe 78 Dollar.
Intern läuft außerdem ein Umbau: Nach der Beförderung von Elizabeth Stone zur Chief Product and Technology Officer Anfang des Monats strich das Unternehmen im Produktbereich mehrere Dutzend Stellen. Betroffen waren mittleres Management und Verwaltung, Führungspositionen blieben unberührt.
Am nächsten Meilenstein führt kein Weg vorbei: Heute endet die Frist für ein mögliches verbessertes Paramount-Angebot, und am 20. März folgt die Aktionärsabstimmung bei Warner Bros. Discovery – während das DoJ-Verfahren parallel weiterläuft.
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