Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé hat heute seine Jahreszahlen für 2025 vorgelegt – und die fallen durchwachsen aus. Der Gewinn brach um 17 Prozent ein, während gleichzeitig die Margen unter Druck gerieten. Verantwortlich dafür sind neben Restrukturierungskosten und Abschreibungen vor allem die Folgen eines Rückrufs von Babynahrung im Dezember 2025.

Der Nettogewinn fiel von 10,88 Milliarden Schweizer Franken im Vorjahr auf 9,03 Milliarden Franken. Die operative Marge schrumpfte von 16 auf 14,2 Prozent. Der Umsatz sank auf 89,49 Milliarden Franken nach 91,35 Milliarden im Jahr 2024. Der Gewinn je Aktie rutschte von 4,19 auf 3,51 Franken ab.

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Rückruf belastet Lagerbestände

Besonders ins Gewicht fielen gestiegene sonstige Aufwendungen von 1,85 Milliarden Franken, verglichen mit 1,20 Milliarden im Vorjahr. Darunter finden sich Wertberichtigungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 923 Millionen Franken sowie Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und belastende Verträge von 363 Millionen Franken.

Das Unternehmen verwies in einer Fußnote darauf, dass die sonstigen Aufwendungen auch Abschreibungen auf Lagerbestände im Zusammenhang mit dem Rückruf von Babynahrung umfassen, der im Dezember 2025 startete und im Januar 2026 ausgeweitet wurde.

Nutrition-Sparte unter Druck

Auffällig ist der Rückgang des Geschäfts- oder Firmenwerts sowie der immateriellen Vermögenswerte von 49,87 Milliarden auf 44,32 Milliarden Franken – ein Minus von 5,55 Milliarden innerhalb eines Jahres. Besonders betroffen ist die Sparte Nutrition and Health Science: Hier stehen Goodwill und immaterielle Vermögenswerte von 21,73 Milliarden Franken einem Umsatz von nur 6,55 Milliarden gegenüber. Die Sparte verbuchte Wertminderungen von 476 Millionen Franken. Der operative Gewinn sank auf 709 Millionen von 794 Millionen Franken, was einer Marge von 10,8 Prozent entspricht.

Die umsatzstärkste Region Americas verzeichnete einen Rückgang von 36,14 Milliarden auf 34,48 Milliarden Franken. Der operative Gewinn fiel von 7,74 Milliarden auf 6,47 Milliarden. Auch in Asien, Ozeanien und Afrika ging der Umsatz zurück – von 21,18 Milliarden auf 20,55 Milliarden. Europa war die einzige Region mit Wachstum: Der Umsatz stieg leicht von 17,08 Milliarden auf 17,58 Milliarden Franken.

Organisches Wachstum beschleunigt sich

Immerhin: Das organische Wachstum – bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe – legte auf 3,5 Prozent zu, nach 2,2 Prozent im Vorjahr. CEO Philipp Navratil will mit einer neuen Strategie das Tempo weiter erhöhen.

Der operative Cashflow sank auf 15,90 Milliarden von 16,68 Milliarden Franken. Die Investitionen gingen auf 4,53 Milliarden zurück, nach 5,64 Milliarden im Vorjahr. Die Nettoverschuldung bleibt hoch, die langfristigen Finanzschulden lagen bei 46,25 Milliarden Franken. Währungsumrechnungen reduzierten das Eigenkapital um 3,20 Milliarden Franken, das Gesamteigenkapital fiel auf 33,06 Milliarden von 36,69 Milliarden.

Nestlé schüttete 7,85 Milliarden Franken an die Aktionäre aus, nahezu unverändert zum Vorjahr. Die US-Bank JPMorgan beließ die Einstufung auf "Neutral" mit einem Kursziel von 90 Franken. Analystin Celine Pannuti wertet jüngste Änderungen im Verwaltungsrat eher als Weiterentwicklung denn als grundlegenden Kurswechsel.

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