Am Donnerstag legt Nestlé die Zahlen für 2025 vor – und der Termin ist diesmal mehr als Routine. Neben rückläufigen Gewinnschätzungen hängt der Schatten einer Säuglingsnahrungs-Rückrufaktion über dem Bericht. Entscheidend wird, ob der Konzern zeigt, dass er die operative Lage stabilisiert und gleichzeitig beim Wachstum wieder Tritt fasst.

Was der Markt erwartet

Bei den Prognosen zeichnet sich für 2025 ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr ab. Das betrifft sowohl Umsatz als auch Ergebnis – und damit genau die Stellschrauben, auf die Anleger bei einem defensiven Konsumgüterwert besonders achten.

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Wichtig ist dabei auch der Blick aufs vierte Quartal: Das erwartete organische Wachstum von 3,4% soll stärker über Preise (2,4%) als über Volumen (0,9%) kommen. Anders gesagt: Nestlé dürfte eher über Preissetzungsmacht als über echte Mengensteigerungen wachsen – ein Detail, das viel über die Nachfrage aussagt. Kann das Volumen wieder anziehen, ohne dass der Preisdruck nachlässt?

Die wichtigsten Eckpunkte (Erwartungen):
- Umsatz 2025: ca. 89,69 Mrd. CHF (nach 91,35 Mrd. CHF in 2024)
- Operativer Gewinn (UTOP): ca. 14,42 Mrd. CHF (nach 15,7 Mrd. CHF)
- Nettogewinn: ca. 10,08 Mrd. CHF (nach 10,88 Mrd. CHF)
- Organisches Wachstum Q4: 3,4% erwartet (davon 2,4% Preis, 0,9% Volumen)

Rückrufaktion: Kleiner Umsatzhebel, große Sensibilität

Beim Rückruf von Säuglingsnahrung geht es weniger um den unmittelbaren Umsatzhebel als um Vertrauen. Laut Morgan Stanley liegt der direkte Umsatzeffekt bei unter 0,5% des globalen Umsatzes. Trotzdem gilt die Kategorie als reputationssensibel – und genau deshalb dürfte das Thema in der Telefonkonferenz eine zentrale Rolle spielen.

Operativ hat Nestlé reagiert: Der Konzern hat die Produktion in fünf Werken (Frankreich, Spanien, Deutschland, Schweiz, Niederlande) auf 24-Stunden-Betrieb hochgefahren, um die Versorgung sicherzustellen. Die Kontamination mit dem Cereulid-Toxin wurde einem gemeinsamen Drittanbieter-Zulieferer zugeordnet; Nestlé nutzt diesen Lieferanten nach eigenen Angaben nicht mehr.

Strategie unter dem Mikroskop – und der Blick auf die Aktie

Parallel zur Krisenaufarbeitung erwarten Beobachter mehr Klarheit zur Wachstumsagenda. Im Fokus stehen laut J.P. Morgan vor allem höhere Investitionen in Marketing und F&E, eine stärkere Kategorien-Organisation sowie Portfolio-Überlegungen – inklusive Entscheidungen rund um Tiefkühlkost und mögliche Verkäufe.

An der Börse wirkt das Bild gemischt: Die Aktie notiert heute bei 79,75 CHF und liegt damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt (80,99 CHF). Seit Jahresbeginn steht allerdings ein Minus von 19,04% zu Buche – ein Hinweis, dass der Markt bereits spürbar Skepsis eingepreist hat.

Am Donnerstag, 19. Februar 2026, kommt es damit auf zwei Punkte an: Bestätigt Nestlé die erwarteten Ergebnisgrößen – und liefert das Management eine nachvollziehbare Einordnung, wie Rückruf-Folgen und die geplante Neuausrichtung das Wachstum im laufenden Jahr beeinflussen sollen.

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