Der Schweizer Lebensmittelriese steht vor einer seiner größten Krisen: Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Nestlé und vier weitere Babynahrungshersteller wegen des Verdachts auf Täuschung mit gesundheitsgefährdenden Produkten. Die Anklage wiegt schwer – es drohen bis zu sieben Jahre Haft und Millionenstrafen. Parallel untersucht das französische Gesundheitsministerium drei Todesfälle von Säuglingen, die zurückgerufene Nahrung konsumiert hatten.

Die Fakten:
- Ermittlungen gegen Nestlé, Danone, Lactalis, Babybio und La Marque en Moins
- Über 60 Länder von Produktrückrufen betroffen
- 36 bestätigte Fälle von Kindern mit Vergiftungssymptomen in Großbritannien
- Fünf Werke laufen im 24-Stunden-Betrieb
- Drei Todesfälle werden untersucht – kausaler Zusammenhang bisher nicht nachgewiesen

Kontamination durch Zulieferer

Ende November 2025 entdeckte Nestlé bei Routinekontrollen im niederländischen Werk Spuren von Cereulide – ein Bakterientoxin, das Übelkeit und Erbrechen auslöst. Die Quelle: ein Zulieferer von Arachidonsäure-Öl, der mehrere Hersteller belieferte. Seit Januar 2026 wurden Produkte der Marken SMA, Beba, Little Steps, Aptamil und Cow & Gate in über 60 Ländern vom Markt genommen.

Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA meldete 36 Fälle von Kindern mit Cereulide-Vergiftungssymptomen nach Konsum zurückgerufener Chargen. Das französische Gesundheitsministerium prüft zudem drei gemeldete Todesfälle von Säuglingen, konnte bisher jedoch keinen direkten Zusammenhang zur Babynahrung feststellen.

Produktion auf Hochtouren

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Nestlé reagiert mit maximaler Produktionskapazität. Fünf Werke in Frankreich, Spanien, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden arbeiten rund um die Uhr. Der Konzern konzentriert sich dabei auf Produkte für Säuglinge unter einem Jahr, um die Versorgungslücken schnellstmöglich zu schließen.

Die Säuglingsnahrungssparte macht rund fünf Prozent des Konzernumsatzes aus. Nestlé beziffert die zurückgerufenen Produkte auf etwa 0,5 Prozent des Gesamtumsatzes. Analysten sehen jedoch ein größeres Risiko für die Markenreputation, das über die direkten finanziellen Auswirkungen hinausgeht.

Quartalszahlen als Gradmesser

Am 19. Februar präsentiert Nestlé die Jahresergebnisse. Investoren erwarten konkrete Zahlen zu den finanziellen Folgen der Rückrufkrise. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat Anfang Februar erstmals einen Grenzwert für Cereulide in Säuglingsnahrung festgelegt. Nestlé betont, intern strengere Limits anzuwenden. Die Aktie notiert aktuell bei 80,17 Franken und liegt damit knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 81 Franken.

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