Iberdrola steht kurz vor der Veröffentlichung seiner Jahresbilanz im Rampenlicht. Während Investoren auf neue Rekordgewinne hoffen, belastet ein öffentlicher Schlagabtausch mit dem spanischen Netzbetreiber über die Ursachen eines massiven Stromausfalls die Stimmung. Es geht dabei um weit mehr als nur Schuldzuweisungen – im Kern steht die Frage nach der Stabilität des künftigen grünen Stromnetzes.

Ursachenstreit nach Netzinstabilität

Im Zentrum der aktuellen Debatte steht der schwere Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel vom April 2025. Der nationale Netzbetreiber Red Eléctrica (REE) verteidigte am 17. Februar seine Planungs- und Managementprotokolle und wies die jüngsten Aussagen von Managern des Energiesektors als bloße Mutmaßungen zurück.

Hintergrund ist eine klare Zurückweisung durch Iberdrola-CEO Mario Ruiz-Tagle. Er bestreitet, dass die unternehmenseigene Solaranlage Núñez de Balboa in Badajoz den Netzzusammenbruch ausgelöst habe. Während erste Berichte auf Probleme mit Photovoltaik-Wechselrichtern hindeuteten, beharrt Iberdrola darauf, dass der Blackout, der 31 Gigawatt Last vom Netz trennte, ein systemisches Problem war. War es also ein isoliertes Versagen eines einzelnen Assets oder ein strukturelles Defizit in der Netzsteuerung? Dieser Konflikt verdeutlicht die regulatorischen Reibungen, die mit der Integration hoher Kapazitäten an erneuerbaren Energien in Spanien einhergehen.

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Rekordinvestitionen im Fokus

Abseits der regulatorischen Unstimmigkeiten richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf die finanzielle Performance des Versorgers. Am 24. Februar wird Iberdrola die Ergebnisse für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Die Erwartungen sind hoch, nachdem das Unternehmen bereits für die ersten neun Monate einen Nettogewinn von 5,3 Milliarden Euro gemeldet hatte – eine Steigerung um 17 Prozent.

Getrieben wurde dieses Wachstum durch massive Investitionen in Höhe von rund 9 Milliarden Euro, wovon über die Hälfte in den Ausbau der Stromnetze floss. Dass der Wettbewerb im Bereich der Netzstabilität härter wird, zeigt auch die Konkurrenz: So sicherte sich der Wettbewerber Grenergy erst kürzlich ein umfangreiches Batterieprojekt, was den Druck auf Iberdrola erhöht, die eigene Marktführerschaft bei Speicherlösungen und Netzinfrastruktur zu behaupten.

Die Aktie notiert derzeit bei 19,75 Euro und gab heute um 1,30 Prozent nach, liegt aber im 12-Monats-Vergleich noch immer mit über 48 Prozent im Plus.

Weichenstellung für das Geschäftsjahr

Die kommenden Tage werden für die kurzfristige Kursentwicklung maßgeblich sein. Mit der Bilanzvorlage am Dienstag müssen die Spanier beweisen, dass die Strategie der Rekordinvestitionen auch im Schlussquartal 2025 Früchte getragen hat und die Profitabilität trotz hoher Kapitalkosten stabil bleibt. Parallel dazu wird entscheidend sein, ob die Debatte um den Netzzusammenbruch zu schärferen technischen Auflagen führt, die künftige Projektmargen im Solarsektor belasten könnten.

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