Nestlé Aktie: Ermittlungen verschärft
Der Schweizer Nahrungsmittelriese steht vor seiner Jahresbilanz unter massivem Druck. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat strafrechtliche Ermittlungen gegen Nestlé eingeleitet – der Vorwurf wiegt schwer: Täuschung über Waren, die eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen. Bei einer Verurteilung drohen bis zu sieben Jahre Haft und Geldstrafen von bis zu 3,75 Millionen Euro.
Die wichtigsten Fakten:
- Fünf Ermittlungsverfahren gegen Säuglingsnahrungshersteller in Frankreich
- Über 60 Länder von Rückrufen betroffen
- Mindestens 36 Vergiftungsfälle in Großbritannien gemeldet
- Drei Todesfälle von Säuglingen in Frankreich werden untersucht
- Nestlé fährt fünf Fabriken im 24-Stunden-Betrieb
Cereulide-Toxin aus chinesischer Quelle
Die Rückrufe betreffen Säuglingsnahrung, die mit Cereulide kontaminiert sein könnte. Das hitzebeständige Toxin verursacht Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Die Behörden führen die Kontamination auf Arachidonsäure-Öl eines chinesischen Zulieferers zurück.
Nestlé betont, eine interne Grenze von 0,2 ng/g angewandt zu haben – strenger als das neue EFSA-Aktionslimit von 0,43 ng/g. Dennoch erstrecken sich die Rückrufe mittlerweile auf Flaggschiff-Marken wie SMA und Guigoz. Neben Nestlé ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen Danone, Lactalis sowie die kleineren Marken Babybio und La Marque en moins.
Ungeklärte Todesfälle belasten
Lokale Staatsanwaltschaften in Angers, Bordeaux und Blois untersuchen die Todesfälle von drei Säuglingen. Eines der Babys wurde laut Staatsanwaltschaft Bordeaux mit Guigoz-Milchpulver von Nestlé gefüttert. Das französische Gesundheitsministerium und Nestlé betonen zwar, dass bisher kein kausaler Zusammenhang nachgewiesen wurde. Die laufenden Ermittlungen durch das Zentralamt zur Bekämpfung von Umwelt- und Gesundheitsdelikten sowie die Nationale Veterinär- und Pflanzengesundheitsbrigade verschärfen jedoch den Druck auf den Konzern.
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In Großbritannien meldete die UK Health Security Agency mindestens 36 Fälle von Vergiftungssymptomen bei Säuglingen, die möglicherweise mit der kontaminierten Nahrung in Verbindung stehen.
Produktion auf Hochtouren
Als Reaktion auf die Engpässe betreibt Nestlé fünf Fabriken in Frankreich, Spanien, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden rund um die Uhr. Das Unternehmen erklärte, sich darauf zu konzentrieren, die Verfügbarkeit zu erhöhen und Familien qualitativ hochwertige Produkte zu bieten, denen sie vertrauen können.
Parallel dazu haben 24 französische Familien am 10. Februar Klage beim Pariser Gericht eingereicht. Sie werfen dem französischen Staat und den Herstellern Fahrlässigkeit vor und fordern unabhängige Laboruntersuchungen.
Jahresergebnisse im Fokus
Am Donnerstag präsentiert Nestlé seine Jahresergebnisse. Analysten und Investoren erwarten konkrete Aussagen zu den finanziellen Auswirkungen der Krise. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 20 Prozent verloren und notiert aktuell bei 78,85 Schweizer Franken. Danone, das am Freitag seine Zahlen vorlegt, ist noch stärker exponiert: Rund 17 Prozent des Gesamtgewinns stammen aus dem Säuglingsnahrungsgeschäft in China – bei Nestlé sind es weniger als zwei Prozent.
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