Nebius baut seine KI-Infrastruktur in einem rasanten Tempo aus und sichert sich dafür prominente Partner wie Meta und Nvidia. Dieser aggressive Expansionskurs erfordert jedoch enorme Summen. Um die massiven Investitionen zu stemmen, begibt das Unternehmen nun Wandelanleihen in Milliardenhöhe – und konfrontiert Anleger direkt mit den finanziellen Realitäten des KI-Booms.

Die Lücke zwischen Cashflow und Investitionen

Die Kapitalbeschaffung verlief alles andere als geräuschlos. Am Dienstag kündigte das in Amsterdam ansässige Unternehmen zunächst Wandelanleihen im Wert von 3,75 Milliarden US-Dollar an, was die Aktie prompt um über 10 Prozent einbrechen ließ. Am heutigen Donnerstag wurde das Volumen vor der Preisfestsetzung sogar auf 4 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Der leichte Kursrückgang von 0,3 Prozent auf 118,20 US-Dollar zeigt, dass der Markt die endgültigen Konditionen nun verdaut.

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Verantwortlich für die anfängliche Nervosität der Anleger ist das offensichtliche Verwässerungsrisiko. Ein Blick auf die Bilanzen des Jahres 2025 verdeutlicht das Problem. Einem operativen Cashflow von 385 Millionen US-Dollar standen gewaltige Kapitalausgaben von 4,1 Milliarden US-Dollar gegenüber. Das operative Geschäft generiert schlichtweg nicht genug Bargeld, um die ambitionierten Wachstumspläne aus eigener Kraft zu finanzieren.

Die neuen Schuldtitel teilen sich in zwei Tranchen auf. Nebius platziert Papiere im Wert von 2,25 Milliarden US-Dollar mit Fälligkeit 2031 (1,25 Prozent Zins) sowie 1,75 Milliarden US-Dollar bis 2033 (2,625 Prozent Zins). Die Wandlungspreise in Aktien liegen mit rund 183 und 180 US-Dollar komfortabel über dem aktuellen Kursniveau.

Gigawatt-Ziele und prominente Partner

Die Nettoerlöse von knapp 3,96 Milliarden US-Dollar fließen direkt in den Ausbau von Rechenzentren, die Cloud-Infrastruktur und die Beschaffung neuer Grafikprozessoren. Die Dimensionen der jüngsten strategischen Meilensteine unterstreichen den enormen Kapitalbedarf:

  • Lieferung von KI-Rechenleistung im Wert von 12 Milliarden US-Dollar an Meta bis 2027
  • Einstieg von Nvidia mit einem Anteil von 8,3 Prozent für 2 Milliarden US-Dollar
  • Genehmigung für einen 1,2-Gigawatt-KI-Campus in Missouri auf rund 160 Hektar Fläche

Zusätzlich plant Nebius, ab der zweiten Jahreshälfte 2026 die neuen Nvidia Vera Rubin Systeme in seine Cloud-Infrastruktur in den USA und Europa zu integrieren. Bis Ende 2026 soll die vertraglich gebundene Kapazität der Rechenzentren auf 3 Gigawatt ansteigen.

Analysten fokussieren sich auf das Wachstum

Trotz der steigenden Schuldenlast bleibt die Wall Street äußerst optimistisch. Die Experten verweisen auf die explodierenden Umsätze. Nach einer auf das Jahr hochgerechneten Umsatzrate von 1,25 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 prognostiziert das Management für das laufende Jahr bereits Erlöse zwischen 7 und 9 Milliarden US-Dollar.

Neun Analysten bewerten den Titel im Durchschnitt mit einem "Strong Buy" und sehen das Kursziel bei 168,88 US-Dollar. Die Investmentbanken DA Davidson und BWS Financial hoben ihre Ziele kürzlich sogar von 150 beziehungsweise 130 US-Dollar auf jeweils 200 US-Dollar an.

Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteigt branchenweit das Angebot, was Nebius den Vorabverkauf künftiger Kapazitäten ermöglicht. Mit den frischen Milliarden auf dem Konto verlagert sich der Fokus nun vollständig auf die operative Umsetzung. Das Management muss die neuen Rechenzentren schnell genug ans Netz bringen, um die prognostizierten Milliardenumsätze zu realisieren und die aufgenommene Schuldenlast zu rechtfertigen.

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