Der Essener Chemiekonzern treibt seinen tiefgreifenden Umbau voran und wirbt auf einer aktuellen Roadshow um das Vertrauen der Investoren. Eine ungewöhnlich lange Vakanz auf dem Posten des Finanzvorstands erschwert allerdings die Kommunikation der neuen Strategie. Während das Management signifikante Einsparungen verspricht, reagiert der Markt auf die operativen Zahlen verhalten.

Übergangslösung während der Transformation

Seit September 2025 agiert das Unternehmen ohne festen Finanzvorstand. CEO Christian Kullmann leitet das Ressort kommissarisch, unterstützt von Asien-Chef Claus Rettig für das operative Tagesgeschäft. Diese personelle Brückenlösung soll noch bis zur Hauptversammlung im Juni andauern. Ausgerechnet in dieser Phase befindet sich das laufende Transformationsprogramm auf der Zielgeraden. Ab 2026 sollen jährliche Kostensenkungen von 400 Millionen Euro greifen, wovon 80 Prozent durch Personalabbau realisiert werden.

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Gekürzte Dividende und neue Ziele

Die fundamentalen Daten verdeutlichen die aktuellen Herausforderungen. Zwar erreichte das bereinigte EBITDA im vergangenen Jahr mit 1,87 Milliarden Euro knapp die Prognose, der Umsatz sank jedoch um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr hat das Management die Umsatzerwartungen bereits nach unten auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro angepasst. Das schwierige Umfeld spiegelt sich in der Bewertung wider: Auf Jahressicht verzeichnet der Titel einen Wertverlust von über 35 Prozent und notiert aktuell bei 14,10 Euro.

Aktionäre müssen zudem finanzielle Abstriche machen. Für 2025 sinkt der Dividendenvorschlag auf 1,00 Euro je Anteilsschein, nachdem im Vorjahr noch 1,17 Euro gezahlt wurden. Ab 2026 gilt dann eine neue Ausschüttungspolitik, die 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns als Dividende vorsieht.

Wichtige Termine für Anleger

Ob die laufenden Maßnahmen die schwache Kapitalrendite von zuletzt 6,1 Prozent verbessern können, wird sich an konkreten Datenpunkten messen lassen müssen. Die nächsten Meilensteine im Finanzkalender stehen bereits fest:

  • 30. und 31. März 2026: Update-Calls für Investoren
  • 8. Mai 2026: Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal
  • 3. Juni 2026: Hauptversammlung mit Abstimmung zur neuen Dividendenpolitik

Spätestens auf der Aktionärsversammlung Anfang Juni muss der Aufsichtsrat eine permanente Lösung für das Finanzressort präsentieren. Bis dahin bleibt die strikte operative Umsetzung des Sparkurses der entscheidende Hebel, um die Profitabilität im schwierigen Branchenumfeld abzusichern.

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