The Trade Desk Aktie: LinkedIn-Deal trifft Publicis-Krise
Eine neue Partnerschaft mit LinkedIn, Gerüchte über eine OpenAI-Kooperation — und trotzdem steht The Trade Desk unter erheblichem Druck. Der Grund: Der Werbekonzern Publicis Groupe hat seine Kunden aufgefordert, die Plattform zu meiden. Das trifft das Unternehmen an einer empfindlichen Stelle.
LinkedIn als erster CTV-Partner
The Trade Desk hat eine Kooperation mit LinkedIn besiegelt, die dem Unternehmen eine neue Einnahmequelle im wachsenden Markt für Connected-TV-Werbung erschließen soll. Als erster Demand-Side-Platform-Partner von LinkedIn können Kunden von The Trade Desk künftig LinkedIn-Daten nutzen, um ihre CTV-Werbekampagnen gezielt auf Berufsgruppen, Branchen und Hierarchieebenen auszurichten.
Die Daten werden dabei über eine sogenannte Clean-Room-Struktur bereitgestellt — individuelle Nutzerdaten werden nicht direkt weitergegeben. Der Start ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, zunächst auf den US-Markt beschränkt. Das Timing ist nicht zufällig: eMarketer prognostiziert für dieses Jahr ein Wachstum der CTV-Werbeausgaben in den USA um 14 Prozent auf über 37 Milliarden Dollar.
Publicis-Audit belastet das Vertrauen
Trotz der positiven Partnerschaftsmeldung verlor die Aktie am Mittwoch zeitweise rund sechs Prozent. Auslöser war die Reaktion von Publicis Groupe, einem der weltweit größten Werbekonzerne. Nach einem Audit durch das unabhängige Prüfunternehmen FirmDecisions empfahl Publicis seinen Kunden, The Trade Desk nicht mehr zu nutzen. Die Prüfer beanstandeten angeblich fehlerhafte Gebührenerhebungen, automatische Einbuchungen in kostenpflichtige Funktionen ohne Zustimmung der Kunden sowie Zweifel an der korrekten Weitergabe von Medien- und Datenkosten.
The Trade Desk wies die Vorwürfe zurück: Das Unternehmen erklärte, die Audit-Anforderungen hätten eine Offenlegung vertraulicher Kunden- und Partnerdaten erfordert, was nicht akzeptabel gewesen sei. Für Anleger bleibt die Situation heikel — Publicis ist laut Stifel-Analysten der größte Einzelkunde und verantwortet mehr als zehn Prozent der Bruttoumsätze.
Analysten senken Kursziele deutlich
Die Reaktion der Wall Street fiel entsprechend aus:
- Wedbush (Scott Devitt): Kursziel von 40 auf 23 Dollar gesenkt, Rating „Neutral"
- Stifel: Herabstufung von „Buy" auf „Hold", Kursziel von 48 auf 26 Dollar gesenkt
- Rosenblatt: Herabstufung auf „Hold", Kursziel 25 Dollar
- Jefferies: Kursziel von 27 auf 22 Dollar gesenkt, Verweis auf schwächere Q1-Umsatzguidance und Margendruck
Stifel und Rosenblatt wiesen zudem darauf hin, dass betroffene Werbekunden ihre Budgets zu Googles DV360 oder Amazons Plattform verlagern könnten.
OpenAI-Gerüchte verpufften schnell
Kurzzeitig sorgten Berichte für Auftrieb: Laut drei Quellen, die mit The Information sprachen, befindet sich OpenAI in frühen Gesprächen mit The Trade Desk über eine Partnerschaft zur Vermarktung von Werbeflächen innerhalb von ChatGPT. Die Meldung ließ die Aktie vorübergehend um mehr als 20 Prozent steigen. Die Kursgewinne hielten jedoch nicht an — die Publicis-Schlagzeilen dominierten das Sentiment.
Aktuell notiert die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief und damit rund 50 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Für das erste Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von mindestens 678 Millionen Dollar — ein Wachstum von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber deutlich weniger als die 25 Prozent, die noch ein Jahr zuvor erzielt wurden. Den nächsten konkreten Anhaltspunkt liefert der Quartalsbericht am 7. Mai.
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