Microsoft Aktie: Paradoxe Reaktion
Microsoft hat die Wall Street mit starken Quartalszahlen überrascht – doch die Aktie brach dennoch im nachbörslichen Handel um rund 6% ein. Grund für die paradoxe Reaktion: Investoren sorgen sich um die nachlassende Dynamik im Cloud-Geschäft und die explodierenden Investitionskosten. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum Anleger trotz Rekordergebnissen nervös werden.
Starke Zahlen, aber ein Haken
Im zweiten Geschäftsquartal steigerte Microsoft den Umsatz um 17% auf 81,3 Milliarden Dollar – deutlich über den Erwartungen von 80,3 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 4,14 Dollar ebenfalls klar über der Analystenschätzung von 3,97 Dollar. Das operative Ergebnis kletterte um 21% auf 38,3 Milliarden Dollar.
Verantwortlich für das Wachstum war vor allem die Cloud-Sparte: Die Microsoft Cloud knackte erstmals die 50-Milliarden-Dollar-Marke innerhalb eines Quartals. Doch genau hier liegt der Knackpunkt.
Azure verliert an Tempo
Das Wachstum der Azure-Plattform verlangsamte sich auf 39% – nach 40% im Vorquartal. Für sich genommen bleibt das eine beeindruckende Rate, doch die Richtung beunruhigt Investoren. Die Intelligent Cloud-Sparte, zu der Azure gehört, steuerte 32,9 Milliarden Dollar bei, ein Plus von 29%.
Zum Vergleich: Die Productivity-Sparte (Office, Teams, LinkedIn) wuchs um 16% auf 34,1 Milliarden Dollar. Lediglich das Personal Computing-Segment schwächelte mit einem Minus von 3% auf 14,3 Milliarden Dollar.
Investitionen außer Kontrolle?
Microsoft gab im Quartal 37,5 Milliarden Dollar für Rechenzentren und Infrastruktur aus – 66% mehr als im Vorjahr und deutlich über den erwarteten 34,3 Milliarden. Allein in diesem Quartal wurde fast ein Gigawatt zusätzliche Rechenzentrumskapazität aufgebaut. Die Botschaft: Die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin.
Doch die schiere Höhe der Ausgaben lässt Zweifel aufkommen, ob sich diese Investitionen zeitnah in Gewinnen niederschlagen werden. Zumal die operative Marge für das kommende Quartal mit 45,1% unter den Erwartungen von 45,5% liegt.
KI-Offensive zeigt erste Erfolge
Ein Lichtblick: Microsofts KI-Assistent Copilot hat mittlerweile über 15 Millionen zahlende Nutzer. Bei insgesamt 450 Millionen kommerziellen Microsoft 365-Lizenzen ist das Potenzial erheblich – allerdings auch die Durchdringungsrate noch gering.
Die Partnerschaft mit OpenAI bindet Microsoft langfristig: 45% der ausstehenden Vertragsverpflichtungen in Höhe von 625 Milliarden Dollar entfallen auf die Cloud-Vereinbarung mit dem KI-Unternehmen über 250 Milliarden Dollar.
Ausblick dämpft Euphorie
Für das laufende Quartal rechnet Microsoft mit Erlösen zwischen 80,7 und 81,8 Milliarden Dollar – im Mittel exakt auf Analystenniveau. Azure soll um 37-38% wachsen, erneut eine leichte Abschwächung gegenüber dem aktuellen Quartal.
Die Börse quittierte die Zahlen am 29. Januar mit einem Kursrückgang von 6,2% im Frankfurter Handel. Offenbar reichen solide Quartalsergebnisse nicht mehr aus, wenn gleichzeitig die Wachstumsdynamik nachlässt und die Investitionskosten durch die Decke gehen.
Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 29. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








